WASH Kamerun

WASH Kamerun - Wasser. Sanitär. Hygiene.

Auf der Erde gibt es insgesamt ausreichend frisches Wasser für alle, trotzdem ist der Zugang zu sicheren Wasserquellen nicht für jeden sichergestellt. Trotz umfangreicher Maßnahmen in den vergangenen Jahren, haben weltweit auch heute 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu angemessenen Sanitäranlagen, wie Toiletten oder Latrinen, jeder Mensch ist jedoch täglich darauf angewiesen. Dies führt zu verschmutztem, teilweise nicht nutzbarem, Grundwasser und resultiert in Krankheiten, Fehlzeiten in der Schule und im Beruf. Diese Bedingungen beeinflussen stark die Lebensqualität jedes Menschen, ob jung oder alt. Seit 2016 gelten die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG), welche die Nachfolge der UN Millenniumsziele antreten. Sie sind global gültig.

Sustainable Development Goal #6: Wasser, Sanitär und Hygiene

Mit dem SDG #6 wurde dem Thema Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) der entsprechende Stellenwert zugeschrieben. Für jeden Menschen soll der Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen sichergestellt werden. Wasser hat einen direkten Einfluss auf das Leben jedes Menschen. Verfügbarkeit von sauberem Wasser und angemessene Versorgung mit Sanitärsystemen trägt zudem maßgeblich zum Erreichen anderer Entwicklungsziele, wie zum Beispiel SDG #4 Bildung bei.

Somit spielt das Thema WASH eine maßgebliche Rolle bei der Bekämpfung von Armut und Herstellung von Chancengleichheit. Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, machen beispielsweise jedes Jahr weltweit 443 Millionen Fehltage an Schulen aus. Existieren angemessene Sanitäreinrichtungen, steigt auch die Anwesenheit jugendlicher Schülerinnen. Während ihrer Menstruation sind viele Mädchen aufgrund der fehlenden Toiletten und damit auch der eingeschränkten Privatsphäre dazu gezwungen zu Hause zu bleiben. Mit Erreichen der Pubertät steigt deshalb die Zahl der Schulaustritte unter Mädchen erheblich an.

Wenn die Menschen sauberes Wasser und Sanitäranlagen zur Verfügung haben und Hygienestandards eingehalten werden, kann das zu einer allgemein besseren Gesundheit beitragen.  Fallen außerdem lange Wege zu der nächsten Wasserquelle weg, können die Kinder in die Schule gehen. Solche Faktoren, haben einen  großen Einfluss auf Erwerb und Bildung. Diese zuletzt genannten positiven Auswirkungen sollen durch das Programm WASH Kamerun – Wasser. Sanitär. Hygiene. unterstützt werden.

Kamerun braucht "WASH"

Die Republik Kamerun gehört zu den 10 größten Wirtschaftsnationen Afrikas südlich der Sahara und wird trotz reichlicher Spannungen in der Vergangenheit und Gegenwart als Stabilitätspunkt in einer krisengeschüttelten Region angesehen. Die Gesellschaft Kameruns steht jedoch weiterhin vor ernsten Herausforderungen. In den vergangenen 16 Jahren wurden lediglich in der Grundbildung und Gleichstellung der Geschlechter, und so nur in wenigen der acht Millenniums- Entwicklungszielen Verbesserungen erzielt. Spürbar weniger Fortschritt ist bei den weiteren Zielen zu verzeichnen.

Wie in vielen Ländern Sub-Sahara-Afrikas herrscht auch in Kamerun ein großer Unterschied zwischen dem Leben der städtischen und dem der ländlichen Bevölkerung. Während in urbanen Gebieten knapp 95% der Bevölkerung verbesserten Zugang zu Trinkwasser haben, sind es in ländlichen Gebieten nur etwas mehr als 50%. Über 12 Millionen Kameruner leben in ländlichen Kommunen. In Gebieten, in denen die Grundinfrastruktur durchgehend schwach ausgebaut ist, wie auch in den meisten ländlichen Regionen Kameruns, sind die Auswirkungen mangelnder Wasserversorgung besonders schwerwiegend. Beispielsweise müssen Kinder häufig im Haushalt helfen, wie beim Wasserholen. Die Wasserquellen sind aber meist mehrere Stunden entfernt, weshalb den Kindern keine Zeit mehr bleibt in die Schule zu gehen. Außerdem gibt es keine flächendeckende Gesundheitsversorgung.

Verbesserte Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygieneschulungen würden somit die grundlegendsten Ursachen einer mangelnden Entwicklung bekämpfen.In zahlreichen Projekten kooperiert INGENIEURE OHNE GRENZEN seit langem mit lokalen Hilfsorganisationen im Themenbereich WASH in Kamerun. Um möglichst vielen Menschen die Chance auf verbesserte Wasserversorgung zu geben, versucht INGENIEURE OHNE GRENZEN an verschiedenen Stellen die Ursachen zu bekämpfen.

Maßnahmen vor Ort

Die Maßnahmen vor Ort sind immer auf die regionale Situation angepasst. Das Spektrum reicht hier von Brunnenbau oder Regenwasserspeichern, über den Aufbau von Versorgungsnetzen, bis hin zum Thema Sanitäranlagenbau und Hygieneausbildung. INGENIEURE OHNE GRENZEN möchte das bestehende Engagement in Kamerun für grundlegende Wasserversorgung bündeln und ausbauen. Dabei sollen bereits bestehende erfolgreiche strategische Partnerschaften ausgebaut und neue Partnerschaften aufgebaut werden.

Die Investitionen in WASH haben ganz klare wirtschaftliche Folgen. Der WHO zufolge generiert jeder Dollar, der in Sanitärinfrastruktur investiert wird, einen 5-fachen Gewinn, da eine Verbesserung der Gesundheitssituation positive Auswirkungen auf das Gesundheits- und Bildungssystem und letztlich auch auf den Arbeitsmarkt nachweisen lässt. Auch UNICEF verweist darauf, dass Investitionen anfangs zwar hoch erscheinen mögen, sich letztlich aber mehrfach auszahlen. Denn bessere Bildung erhöht die Chancen am Arbeitsmarkt, wovon wiederum Sozial- und Gesundheitssysteme  profitieren. Zudem wachsen die Möglichkeiten auf ein selbstbestimmteres Leben und damit der Einfluss auf die eigene Entwicklung. Die nachhaltige Verbesserung im Bereich WASH ist ein Schwerpunkt im Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. INGENIEURE OHNE GRENZEN leistet somit seinen Beitrag, diese Ziele zu erreichen.

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