Grundversorgung für Schulen

Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär.

Weltweit verbindet die meisten Kinder eine Tatsache: sie gehen zur Schule. Dem Kinderhilfswerk UNICEF zufolge sind dies an einem gewöhnlichen Tag über 1 Milliarde Kinder, die eine Grund- oder Sekundarschule besuchen. Die Lernbedingungen sind dabei sehr unterschiedlich und eine Schule zu besuchen bedeutet nicht immer gleichzeitig eine gute Erfahrung für die Kinder. Es bedeutet auch überfüllte Klassenräume, lernen bei Kälte und Hitze, ob hungrig oder durstig. Diese Bedingungen beeinflussen den Lernerfolg eines jeden Kindes. Mit dem Programm "Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär." unterstützt Ingenieure ohne Grenzen Schulen beim Ausbau ihrer Infrastruktur, sodass die Schülerinnen und Schüler bessere Chancen auf einen Einstieg in das Arbeitsleben bekommen.

Ziele nachhaltiger Entwicklung: #4 Bildung, #6 Sanitär, #7 Energie

Seit 2016 gelten die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG), welche die Nachfolge der UN Millenniumsziele antreten. Sie sind global anzuwenden. Mit dem SDG #4 wurde dem Thema Bildung der entsprechende Stellenwert zugeschrieben. Bildung soll hochwertig sein und gerechter gestaltet werden. Parallel dazu finden sich in allen weiteren Entwicklungszielen Schnittmengen zum Bildungsthema. 

Bildung spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bekämpfung von Armut und Hunger und fördert die Chancengleichheit. Auf der anderen Seite tragen andere Entwicklungsziele auch zur Erreichung von SDG #4 bei. Die Verfügbarkeit von sauberem Wasser und angemessenere Versorgung mit Sanitärsystemen (SDG #6) soll für alle sichergestellt werden. Und zudem soll jeder Mensch Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger, nachhaltiger und moderner Energie bekommen (SDG #7). UNICEF entwickelte dafür den Child Friendly Schools Ansatz. Er sensibilisiert dafür, Schulbildung ganzheitlich zu erfassen und berücksichtigt alle Aspekte, die Einfluss auf das Lernen haben. Ziel ist nicht nur, dass die Einschulungsraten steigen, sondern auch die Qualität des gesamten Schullebens verbessert wird. Der Ansatz konzentriert sich auf die Bedürfnisse der Kinder, auf die Familien und die Gemeinschaft, in der die Kinder leben, sowie auf die Ausstattung der Schulen. Es soll somit ein sicheres Umfeld – sozial, wie auch die Infrastruktur betreffend – geschaffen werden. Child Friendly Schools zeichnen sich durch ihre klare Struktur aus, die an den Bedürfnissen der Kinder orientiert ist.

Infrastruktur, Sicherheit und Schulerfolg

Auch INGENIEURE OHNE GRENZEN orientiert sich am UNICEF Ansatz. Das Leben in Schulen steht für uns im Zentrum – ein Ort der Sicherheit und des Wohlergehens. Die Kinder und Lehrer sollen die Möglichkeit haben, sich voll und ganz dem Lernen zu widmen. Denn wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen, ist auch der Lernerfolg wahrscheinlicher. Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, machen beispielsweise jedes Jahr weltweit 443 Millionen Fehltage an Schulen aus. Der gesicherte Zugang zu Wasser ist hier aber nur ein Punkt. Existieren angemessene Sanitäreinrichtungen, steigt auch die Anwesenheit jugendlicher Schülerinnen. Während ihrer Menstruation fühlen sich viele Mädchen aufgrund der fehlenden Toiletten und damit auch der eingeschränkten Privatsphäre dazu gezwungen, zu Hause zu bleiben. Mit Erreichen der Pubertät steigt deshalb die Zahl der Schulaustritte unter Mädchen erheblich. Einen wichtigen Aspekt stellt auch die Verpflegung der Schüler während der Schulzeit dar. Das Einrichten eines Schulgartens, wie im UNICEF-Modell vorgesehen, kann die Ernährung diversifizieren und weitere Sicherheit bieten. Eine wichtige Grundlage hierfür wiederum ist, dass die Kinder in den Schulen Wasser zur Verfügung haben.

In Gebieten, in denen die Grundinfrastruktur durchgehend schwach ausgebaut ist, sind auch die Einschulungszahlen sehr gering. Kinder müssen hier häufig im Haushalt helfen, z.B. beim Wasserholen. Die Wasserquellen sind aber meist mehrere Stunden entfernt, weshalb den Kindern keine Zeit mehr bleibt in die Schule zu gehen.  Weiterhin müssen die Kinder oftmals Wasser von zu Hause mitbringen, vor allem wenn es keines oder nur wenig Wasser an den Schulen gibt.

Diesen tiefgreifenden Auswirkungen soll durch das Programm Grundversorgung für Schulen –Wasser. Strom. Sanitär. entgegengewirkt werden.

Kooperation

In zahlreichen Projekten kooperiert INGENIEURE OHNE GRENZEN seit langem mit lokalen und internationalen Hilfsorganisationen, zum Teil auch mit den Schulen selbst, um möglichst vielen Kindern die Chance zu geben, am Unterricht teilzunehmen sowie die Lernbedingungen für Kinder und Angestellte zu verbessern. Die Maßnahmen vor Ort sind auf die regionale Situation angepasst. Das Spektrum reicht hier von Energieversorgung durch beispielsweise Solarenergie oder Biogas, über Wasser- und Sanitärversorgung, bis hin zum Thema Ernährung. INGENIEURE OHNE GRENZEN möchte das bestehende, weltweite Engagement für gute Bildungsmöglichkeiten bündeln und ausbauen. Dabei sollen bereits bestehende strategische Partnerschaften ausgebaut und neue Partnerschaften aufgebaut werden.

Die Investitionen in Bildungseinrichtungen - und damit Bildungschancen - haben zudem auch wirtschaftliche Folgen. Der WHO zufolge generiert jeder Dollar, der in Sanitärinfrastruktur investiert wird, einen 5-fachen Gewinn. Auch UNICEF verweist darauf, dass Investitionen anfangs zwar hoch erscheinen mögen, sich letztlich aber mehrfach auszahlen. Dabei wird berücksichtigt, dass eine gute Bildung die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen, wovon Sozial- und Gesundheitssysteme profitieren. Zudem wachsen die Möglichkeiten auf ein selbstbestimmteres Leben und damit der Einfluss auf die eigene Entwicklung.

Die nachhaltige Förderung der Bildung ist ein Schwerpunkt im Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. INGENIEURE OHNE GRENZEN leistet somit seinen Beitrag, die Ziele zu erreichen.

Unser Engagament für Schulen

Ingenieure ohne Grenzen finanziert mit diesem Programm mehrere Schulprojekte weltweit, hier ein paar Beispiele:

In Tansania sichert Ingenieure ohne Grenzen an Schulen den Zugang zu sauberem Wasser, entsorgt durch Biogassysteme das Abwasser und stellt gleichzeitig saubere Energie zum Kochen bereit. In Nicaragua versorgt Ingenieure ohne Grenzen Schulen mit Solarstrom, damit für den Unterricht auch digitale Medien genutzt werden können. In Mosambik beleuchtet IOG Klassenräume, damit diese zur Erwachsenenbildung genutzt werden können. In Indien sichert IOG an Schulen die Wasserversorgung.

Unterstützen

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