UGA-IOG08

03.05.2018 // 17:39

Uganda: Wasserversorgung für das „Hope Centre“

Entwicklung und Bau einer Wasserversorgung für das Schul- und Gesundheitszentrum „Hope Centre“ im ländlichen Kasala/Uganda.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Kasala, Uganda
  • Spendenkürzel: UGA-IOG08
  • Zielgruppe: Schüler und Nutzer des "Hope Centre"
  • Zeitraum: 04/2015 bis 12/2019
  • Partnerorganisation: Beacon of Hope Uganda
  • Projektvolumen: ca. 40.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattuga-iog08.pdf
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

WaHUg steht für „Water for Hope Uganda“ und unterstützt das von Isaac Ssamba und seiner humanitären Hilfsorganisation „Beacon of Hope Uganda“ initiierte Vorhaben, in Kasala ein Dorfgemeinschaftszentrum, das sogenannte „Hope Centre“, zu errichten. Konkret hilft das Projekt der Darmstädter Regionalgruppe dabei, eine Wasserversorgung für die in das Hope Centre integrierte Nursery- und Primary School sowie für ein Gesundheitszentrum zu realisieren.

Uganda liegt in Ostafrika und grenzt im Norden an den Südsudan, im Westen an die Demokratische Republik Kongo, im Süden an Ruanda und Tansania sowie im Osten an Kenia. Die Hauptstadt Kampala, zugleich die größte Stadt des Landes, zählt etwa 1,34 Millionen Einwohner. Das Klima im Land ist zweigeteilt. Im Norden herrscht ein semiarides Klima, geprägt durch größtenteils trockene und heiße Bedingungen sowie eine Savannen-Graslandschaft. Der Süden Ugandas hingegen ist durch tropische Klimabedingungen gekennzeichnet. Es herrscht ein stetiger Wechsel von Regen- und Trockenzeiten. Gemeinsam haben beide Regionen die steigenden Auswirkungen des Klimawandels: Niederschläge werden mit einem immer längeren Zeitabstand registriert und fallen zudem immer extremer aus.

Das Dorf Kasala liegt ungefähr 35km nordöstlich der Hauptstadt Kampala im Mukono District in einer ländlich geprägten Region. Ein Drittel der Landbevölkerung Ugandas verfügt über keinen angemessenen Zugang zu einer Wasserversorgung. Darüber hinaus sind über 20 Prozent der Bevölkerung von absoluter Armut betroffen. Dementsprechend zeichnet sich besonders dieser Teil der Bevölkerung durch eine erhöhte Kinder- und Müttersterblichkeit sowie erhöhte Raten bei Tuberkulose- und HIV/Aids- Erkrankungen aus. In Kasala selbst gibt es keine zentrale Wasserversorgung. Als einzige Wasserquelle dienen momentan provisorische Quellfassungen in mehreren Kilometern Entfernung. Die dabei der Schule zur Verfügung stehenden Wassermengen unterschreiten pro Schüler die Menge von einem Liter deutlich.

Der Projektpartner vor Ort, „Beacon of Hope Uganda“, will in dem Dorf Kasala die genannten Probleme angehen und den Dorfbewohnern eine bessere Zukunft ermöglichen. Dazu wurde am Ortsrand das „Hope Centre“, ein Dorfgemeinschaftszentrum, errichtet. Seit Anfang 2016 ist die Nursery- und Primaryschool im Betrieb, in der derzeit ca. 100 Waisen und sozial benachteiligte Kinder unterrichtet werden. Die Schülerzahlen sind stark steigend. An Wochenenden werden in den Räumlichkeiten Workshops für Dorfbewohner zum Themen wie Gesundheit, Hygiene und Landbewirtschaftung, aber auch zu Micro-Financing oder dem Herstellen von Schmuck- und Textilwaren, angeboten. Der Bau eines Gesundheitszentrums zur kostenfreien Grundversorgung für die 4500 Bewohner der Region ist geplant. Auch der Ausbau der Schule soll weiter vorangetrieben werden. Neben Klassenräumen sollen Unterkünfte für Waisenkinder und Bedienstete entstehen. Somit sollen insgesamt 400 Schulplätze entstehen, 200 davon in Internatsform. Beim Bau sind weitere internationale NGOs involviert.

Grundlage für einen funktionierenden Betrieb des Dorfgemeinschaftszentrums ist eine zuverlässige Wasserversorgung, sowohl für die Schulen als auch für das Gesundheitszentrum. Aktuell wird das Dorf Kasala durch zwei dezentrale Handbrunnen sowie durch eine provisorische Quellfassung mit Wasser versorgt. Das Hope Centre kann durch den großen Bedarf und die Entfernung nicht ausreichend von diesen Optionen profitieren.

Projektbeschreibung

Erkundungsphase (11/2015 bis 11/2016): Die Erkundungsphase schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Projektdurchführung. Im Rahmen einer umfassend geplanten Erkundungsreise (09/16-10/16) ins Projektgebiet, wurde die gegenwärtige Situation des Hope Centres in Bezug auf Wasserbedarf und die Möglichkeiten der Wasserversorgung unter Berücksichtigung der örtlichen Wasservorkommen geprüft. Außerdem wurde der Kontakt zum Projektpartner vertieft, sowie neue Kontakte geknüpft. Zusammen mit der ugandischen NGO „Suubi Community Projects Uganda“ wurden zahlreiche Projekte besichtigt und eine weitere Zusammenarbeit während der Implementierungsphase ist aufgrund ihrer großen Erfahrung bei Brunnenbauprojekten in der Region anzustreben. Das Projektvorhaben wurde mit Dorfvorstehern, der Dorfbevölkerung sowie dem Water District Officer diskutiert. Kostenabschätzungen entsprechender Bauunternehmer (z.B. Brunnenbaufirmen) wurden eingeholt. Schließlich wurde ein Projektkomitee gegründet, das Vertreter aller Stakeholder zusammenführt. Durch dieses Komitee ist es möglich, die Interessen der Zielgruppe maßgeblich in das Projektvorhaben einfließen zu lassen, indem Informationen einfach übermittelt sowie Entscheidungen gemeinsam getroffen werden können.

Implementierungsphase (12/2016-11/2017): In enger Kooperation von BoHU und Ingenieure ohne Grenzen soll eine nachhaltige Wasserversorgung für das Hope Centre errichtet werden. Aktuell wird es nur provisorisch versorgt. Mit 100 Litern pro Tag ist die Versorgung schon jetzt für die bislang erst 100 Schüler (Stand 09/16) völlig unzureichend.

Während der Erkundungsreise im Herbst 2016 konnte ein gebohrter Grundwasserbrunnen als zielführendste Option identifiziert werden. Für den Betrieb wird eine mit Photovoltaik-Panels betriebene Pumpe präferiert. Ein Projektkomitee aus Vertretern des Dorfes, Lehrern, Schülern, der Partnerorganisation BoHU und Ingenieure ohne Grenzen erarbeitet Strukturen und Aufgaben zur Verwaltung und Betriebsfinanzierung der Anlage. So soll sichergestellt werden, dass die Anlage durch die Zielgruppe selbstständig weitergenutzt werden kann.

Daneben werden Sensibilisierungsmaßnahmen der Schulkinder und Bevölkerung zu den Themen Wasser, Sanitär und Hygiene geplant, die sinnvoll in Lehrplan und Workshops integriert werden sollen.

Aktuelle Informationen zum Projekt findet ihr in unserem Blog.

Das Projekt ist Teil des Programmes "Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär.".