TZA-IOG18

18.02.2019 // 16:14

Tansania: Effizientes Kochen in Tansania

Zusammen mit der tansanischen NGO CHEMA arbeitet Ingenieure ohne Grenzen an der Entwicklung und Verbreitung verschiedener Improved Cooking Stoves (ICS). Diese Kochherde sollen eine ressourcenschonende Alternative zum in Tansania üblichen offenen Kochfeuer oder Kohleherd darstellen sowie gesundheitliche Belastungen der Nutzer_innen minimieren.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Kagera, Tansania
  • Zielgruppe:  Ländliche Bevölkerung der Region
  • Zeitraum: 12/2015 bis 05/2018
  • Partnerorganisation: CHEMA Programme
  • Projektvolumen: ca. 20.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblatttza-iog18.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

In den ländlichen Regionen Tansanias werden hauptsächlich Holz und Kohle als Energieträger für die tägliche Nahrungszubereitung verwendet. Für die Kohle- und Feuerholzherstellung wird mehr Holz verbraucht als nachwachsen kann. Dieser Rückgang des Waldbestandes führt zu starken Erosionen des Bodens bis hin zur Verwüstung von ganzen Regionen. Hinzu kommt, dass die Anschaffung von Kohle für die Familien eine große finanzielle Belastung darstellt und das Sammeln von Feuerholz eine sehr zeitaufwendige und mühselige Arbeit ist, die traditionell von Frauen und Kindern verrichet wird.

Ein weiteres Problem sind die gesundheitlichen Schäden. Bei der Verbrennung von Holz und Kohle kommt es zu starker Rauchbildung und schädlichen Emissionen, welche die Betroffenen beim Kochen in geschlossenen Räumen gesundheitlich beeinträchtigen, sodass im Jahr ca. 2 Millionen Menschen frühzeitig an den Folgen der Abgase sterben. Betroffen sind wiederum hauptsächlich Frauen und Kinder, da sie für das Kochen verantwortlich sind.

Basierend auf den Erfahrungen und Erkenntnissen unserer tansanischen Partnerorganisation CHEMA (Community Habitat Environmental Management) soll ein Wechsel zu energiesparenden Öfen vollzogen werden, um so gravierenden Gesundheitsschäden vorzubeugen und eine nachhaltige Nutzung der Holzressourcen zu ermöglichen..

Projektbeschreibung

Ziel des Projektes ist die technische Optimierung eines bestehenden Ofen- oder Mikrovergasermodells oder die Entwicklung eines neuen Improved Cooking Stove, der in der Region Kagera zur Nahrungszubereitung im häuslichen Gebrauch eingesetzt werden kann. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf der Verwendung von alternativen Biomassen, wie beispielsweise Bananen-, Erdnuss-, Getreide- oder Kaffeeschalen, welche in dieser Region anfallen. Durch die Nutzung und Verbreitung der Geräte sollen regionale Ressourcen geschont und die Gesundheitsgefährdung der Zielgruppe wesentlich reduziert werden. In der Projektumsetzung arbeitet Ingenieure ohne Grenzen eng mit der lokalen Partnerorganisation CHEMA zusammen, welche in der Region seit 1991 tätig ist und sich mit der Bildung der Bevölkerung in Umweltfragen und Ressourcenmanagement beschäftigt.

VIDEO - ICS in Tanzania.

VIDEO - Design, Produktion and Gebrauch von ICS

Phase 1

Die erste Phase des Projekts beschäftigte sich mit der Evaluation existierender/neuer Ofentypen, hinsichtlich der Effizienz, Emission und Nutzbarkeit für die oben genannten alternativen Biomassen. Die Projektgruppe entwickelte drei an die lokalen Voraussetzungen angepasste verbesserte Kochherde (ICS = Improved Cooking Stove), welche...

(Abschlussbericht Phase 1 als PDF)

Phase 2

... in der zweiten Phase mit Hilfe der BewohnerInnen vor Ort in einem standardisiertem Test (Kitchen Performance Test) auf Praxistauglichkeit getestet werden sollen. Hierbei soll vor allem die alltägliche Anwendbarkeit, die Akzeptanz sowie der Brennstoffverbrauch und die Emissionen der ICS im täglichen Gebrauch geprüft werden. Die Evaluierung der Praxistauglichkeit und des Brennstoffverbrauches erfolgt über Dokumentationsbögen und Interviews mit den kochenden Personen. In Zusammenarbeit mit CHEMA werden Workshops durchgeführt und es soll eine offene Werkstatt entstehen, um das technische Know-how weiterzugeben, die Teilnehmer mit in den Entwicklungsprozess zu integrieren und die Bevölkerung über die neuen Kochherde zu informieren. Die zweite Phase soll Voraussetzungen für die Entwicklung eines ICS-Marktes schaffen, der sich langfristig eigenständig weiterentwickeln kann. Damit können Holzressourcen in Karagwe geschont und die Emissionsbelastung der Bevölkerung nachhaltig verbessert werden.

(Abschlussbericht Phase 2 als PDF)

Phase 3

Gegenstand der dritten Projektphase ist die Verbreitung der ICS durch einen marktbasierten Ansatz. Die Bevölkerung wird durch verschiedene Aktivitäten über ICS und umweltrelevante Themen informiert und die ICS-Technologie durch Werbeaktivitäten vermarktet. Dies soll eine von externen Faktoren unabhängige lokale Produktion und eigenständige Verbreitung ermöglichen. Dabei können Arbeitsplätze geschaffen und langfristig gesichert werden.

(Zwischenbericht Phase 3 als PDF)

Weitere Informationen

Gebrauchsanleitungen der ICS als PDF

Poster der Kochherde mit Allgemeinen Informationen, Vor- und Nachteilen sowie einer Gebrauchsanleitung: TLUD, Chema Rocket, Sawdust

Bachelorarbeit zum Thema "Messtechnische Analyse der thermo-chemischen Konversionsprozesse eines Mikrovergasers - Sawdust stove" von Fabian Schmid (EfKoiTa-Mitglied).als PDF

"Ein Ofen der das leben erleichtert" - Artikel über Mikrovergaser ins Tansania

Allgemeine Informationen zu Mikrovergasern/ICS auf energypedia.org

Auswertung der Emissinen der ICS als PDF

 

Da das Projekt noch nicht vollständig finanziert ist, freuen wir uns über weitere Spenden!

Dieses Projekt wird unterstützt und gefördert durch die Heidehof Stiftung.