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Blog des Projekts Sierra Leone: Trenntoiletten für Makali

10.09.2019 // 20:20

Ein bisschen Sierra Leone an Aachener Schulen

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Wer denkt, dass Schule in den Ferien blöd ist, hat sich ordentlich geirrt. Jeden Tag gibt es ein Programm oder Unternehmungen, bei denen man Dinge lernt, die man sonst in der Schule nicht sieht. So kann man zum Beispiel auch Ingenieure ohne Grenzen kennenlernen.

Viele Ideen und spielendes Lernen

Bei unserem Tag in der Sommerakademie stellen wir uns und den Verein natürlich erst einmal vor und überlegen zusammen mit den Grundschulkindern, was Ingenieure und Ingenieurinnen denn überhaupt so machen und warum wir keine Grenzen haben. Nachdem wir von den großen Problemen und der Armut in Sierra Leone erzählt haben, werden schon aufgebracht Ideen eingeworfen. Wir könnten doch einen riesigen Filter bauen, um das Wasser dort zu reinigen, und gegen den Hunger könnten die Ausreisenden doch einfach 2.000 in Salz eingelegte Fische mitnehmen und den Menschen geben. Dass das alles nicht so einfach ist, besprechen wir in Ruhe und versuchen, alle aufkommenden, interessierten Fragen zu klären. Wir erklären, dass ein Fisch alleine nicht helfen würde. Das Angeln müsste man ihnen beibringen oder in unserem Fall den Bau und die richtige Benutzung einer Trockentrenntoilette.

Nach dem langen Rumsitzen und Zuhören, machen wir ein paar Spiele zur Auflockerung. Anschließend wird ein Freiwilliger benötigt, der seine Hand mit öliger Asche eingerieben bekommt und dann seiner Sitznachbarin die Hand reichen soll. Diese reicht wiederum ihrer anderen Sitznachbarin die Hand und so weiter. Schnell wird klar, dass der Schmutz auf diese Weise immer weiterverbreitet wird. Wir erklären, dass dies mit den unsichtbaren Viren und Bakterien genauso passiert, nur dass wir das dabei gar nicht so merken. Wir besprechen zusammen, wie und wie lange man sich wohl am besten die Hände wäscht und das probieren dann alle auch mal aus. Was passieren kann, wenn man das nicht gründlich genug macht, zeigen wir auf Bildern.

Nach einem weiteren kleinen Spiel erzählen die Schülerinnen und Schüler von ihrem typischen Schultag und können sich kaum vorstellen, dass das in Sierra Leone so anders ist. Bilder und Videos, die bei unserer letzten Ausreise gemacht wurden, werden bestaunt. Dabei kommen wieder viele Fragen auf. Wieso sind die Fenster in der Schule so klein? Und wieso trägt sogar der Lehrer in der Schule Flip-Flops?

Jetzt wird gebaut!

Nach einer ausgiebigen Pause samt Mittagessen und Spielzeit auf dem Schulhof bleiben wir direkt draußen. Mit Spitzhacke und Spaten werden zwei tiefe Löcher gegraben. Zwei große Äste mit Astgabeln am oberen Ende müssen gerade darin festgehalten werden und dabei die Löcher wieder mit der Erde gefüllt werden. Ein weiterer dicker Ast wird quer darüber gelegt. Dann gilt es, wie in Sierra Leone, Wasser zu holen; hier allerdings aus einem Wasserhahn und nicht aus dem Brunnen. Ein Kanister mit Wasser wird also, zusammen mit einem Stück Seife und einem Handtuch, an den quer liegenden Ast gebunden. Unten an dem Kanister wird eine weitere Schnur befestigt, an deren Ende ein Holzbrett hängt. Und dann ist es auch schon fertig: das Tippy-Tap. Genauso, wie es auch auf dem Schulgelände in Makali steht. Das erste Kind darf nun vorsichtig auf das herunterhängende Brett treten, wodurch der Kanister nach vorne kippt und Wasser heraus läuft. Mithilfe der Seife und des Handtuchs können die Kinder der Reihe nach zeigen, dass sie nun natürlich ganz genau wissen, wie man sich richtig die Hände wäscht. Und das Beste daran: mit dem Tippy-Tap macht das auch noch Spaß! Spätestens hier wird klar, warum Flip-Flops in der Schule in Sierra Leone ganz sicher auch Vorteile haben.

Anschließend folgt ein Experiment, bei dem die Kinder eigene kleine Wasserfilter bauen können. In eine Plastikflasche werden verschiedene Materialien gefüllt und anschließend sehr schmutziges, dunkles Wasser darauf gekippt. Viele Schülerinnen und Schüler staunen nicht schlecht, als sie sehen, dass das Wasser, was da unten raus kommt, nun viel heller und sauberer ist. Nach dem Aufräumen laufen die Kinder ganz vorbildlich wieder schnell zu ihrem Tippy-Tap, um sich die Hände zu waschen.

Am Ende darf sich noch jedes Kind ein Armband, handgefertigt in Sierra Leone und von unseren Ausreisenden mitgebracht, mit nach Hause nehmen. So geht ein interessanter Tag mit viel neuem Wissen und auch viel Spaß zu Ende.

 

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