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NPL-IOG13

03.08.2019 // 10:03

Nepal: Lichtblicke im Himalaya

Nachhaltige Nutzung von Wasserkraft im Solukhumbu Distrikt, Nepal


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Nepal, Solukhumbu Distrikt
  • Spendenkürzel: NPL-IOG13
  • Zielgruppe: Bewohner der Region um Phugmoche
  • Zeitraum: 03/2016 bis 05/2022
  • Partnerorganisation: Classroom In The Clouds
  • Projektvolumen: ca. 60.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattnpl-iog13.pdf
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

Ein großer Teil der heranwachsenden Landbevölkerung Nepals hat nach seiner Schulausbildung die Wahl zwischen mühsamer Subsistenzwirtschaft, Landflucht in die Hauptstadt Kathmandu oder Arbeitsmigration in die Golfstaaten. Die Chancen für junge Menschen auf ein ausreichendes und geregeltes Einkommen in ihrer Heimatregion sind gering.

In den abgelegenen Regionen des Himalayas ist kein öffentliches Stromnetz vorhanden. Kleine Wasserkraftwerke sind häufig die einzige gemeinsame Stromquelle für Dorfgemeinschaften. Jedoch kommt es aufgrund von Konstruktionsmängeln und fehlender Wartung immer wieder zu Störungen und Ausfällen. Die Ursachen hierfür liegen zum einen in der Ausbildung der Kraftwerksoperatoren, denen das nötige Fachwissen zur Instandhaltung fehlt, zum anderen in den bestehenden mangelhaften Zuständen der Kraftwerke und Stromnetze. So werden beispielsweise Reparaturen häufig erst nach längeren Ausfallzeiten vorgenommen, da oft ein nachhaltiges Konzept zur Finanzierung fehlt. Nicht funktionierende Sicherheitsmechanismen sowie fehlende Regelkenntnis und fehlendes Bewusstsein im Umgang mit Strom führen zu einem erhöhten Risiko von Stromschlägen in der Bevölkerung. Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem Stromschlag sind wenig verbreitet.

Eine intakte Stromversorgung ermöglicht den Menschen Kommunikation mit der Außenwelt. Licht in den Abendstunden bedeutet auch eine Chance auf eine bessere Bildung. Darüber hinaus entsteht eine Grundlage für den Aufbau kleiner lokaler Betriebe, die die Arbeit in der Landwirtschaft effektiver und einfacher machen können. In weiter entwickelten Regionen tragen sie bereits erfolgreich dazu bei, den Lebensstandard nachhaltig zu verbessern.

Projektbeschreibung

Die Ziele des Projektes sind die positiven Wirkungen einer zuverlässigen Stromversorgung in der Zielregion zu stärken – indem lokale Kraftwerksbetreiber sowie die Bevölkerung unterstützt werden – und die Stromsicherheit durch verbesserte Elektroinstallationen und Bildungsprogramme zu erhöhen.

Auf einer Erkundungsausreise im Jahr 2016 haben wir festgestellt, dass nicht tragfähige Finanzierungskonzepte zur Unterhaltung der Kraftwerke bestehen und viele Sicherheitsaspekte nicht beachtet werden. Dazu gehören fehlende Erdungen, unsicher ausgeführte Verkabelungen und tiefhängende Stromleitungen. Zudem mangelt es grundsätzlich an Alltagserfahrungen im Umgang mit Elektrizität.

Im Frühjahr 2018 reisten wir in das Dorf Thulodhunga, einem Ort im Lower Solukhumbu Distrikt, um eine dortige öffentliche Schule fachgerecht an das lokale Stromnetz anzuschließen. Damit ist ein Beispielprojekt entstanden, anhand dessen eine sichere und zuverlässige Stromversorgung illustriert wird: 
    • Ein Lehrer der Schule hat sich besonders engagiert und eine mit uns entwickelte Unterrichtseinheit zum Thema Strom und Stromsicherheit erfolgreich durchgeführt; er möchte diese nun regelmäßig selbstständig wiederholen.
    • Die Schule wurde unter Aufsicht eines Elektrikers verkabelt. Zwei junge Bewohner des Dorfes wurden hierzu fachkundig angeleitet. Dabei wurden ausschließlich Materialien verwendet, die auch vor Ort erhältlich sind.
Wir gehen davon aus, dass Haushalte in der Umgebung mittelfristig angeregt werden, sich an den Standards in der Schule zu orientieren und sich so sicher mit Strom versorgen können. 

Ende 2019 wollen wir in einer weiteren Ausreise unsere Zusammenarbeit mit den Bewohnern von Thulodhunga ausbauen. Zum Ersten möchten wir die vorangegangene Ausreise 2018 evaluieren und aktuelle Informationen über die Technik vor Ort gewinnen. Zum Zweiten möchten wir die Bewohner aktuell unterstützen, sich sicher mit Strom zu versorgen und notwendige Reparaturen selbstständig durchzuführen. Entsprechend soll ein erneuter Wissenstransfer erfolgen, der in Schulprojekten für Kinder und Seminaren für Erwachsene realisiert wird. Darüber hinaus wollen wir mit dieser und weiteren Ausreisen den Ausbau der Infrastruktur unterstützen. Mögliche Projekte in diesem Rahmen ist die Unterstützung der Dorfbewohner bei der Reparatur des Wasserkraftwerks, des Baus von stabilen Strommasten sowie bei der sicheren Verkabelung in Gebäuden. Insbesondere in der Monsunzeit ist eine fachmännische Erdung des Stromnetzes zum Schutz vor Blitzeinschlägen unerlässlich. 

Für die Planung der anstehenden Ausreise stehen wir in intensivem Kontakt mit unserer Partnerorganisation Classroom In The Clouds, die sich für eine bessere Bildung in Nepal engagiert. Ihre Mitarbeiter sind regelmäßig in Thulodhunga tätig und können uns daher mit aktuellen Informationen aus dem Dorf unterstützen.

Das Wissen und die Erfahrung, die wir 2018 in Thulodhunga gesammelt haben, wollen wir zudem schon 2019 nutzen und es in einem weiterem Dorf, Sotang, anwenden. So könnte dort zum Beispiel ein ähnliches Schulprojekt wie in Thulodhunga durchgeführt werden.

VORANGEGANGENE PROJEKTE

Phugmoche ist eine kleine Ortschaft mit einer Schule und einem buddhistischen Kloster und etwa 2–3 Tage zu Fuß von Thulodhunga entfernt. In Phugmoche fiel das vorhanden Wasserkraftwerk mit ca. 35 kW elektrischer Leistung 2010 für anderthalb Jahre aufgrund der oben geschilderten Gründe aus. Im Rahmen unserer Instandsetzung in 2011/2012 wurde nicht nur die Reparatur für eine erneute Inbetriebnahme vorgenommen, sondern auch die Betriebssicherheit verbessert: Dabei wurde eine Notabschaltung installiert, das Stromnetz generalüberholt und der Blitzschutz im Hinblick auf die Monsunzeit verbessert. In die einzelnen Arbeitsschritte wurde der ortsansässige Kraftwerkstechniker systematisch eingebunden, der nun die Anlage weiterhin eigenständig betreut. Als Ergebnis hat sich ein sehr stabiler Betrieb eingestellt, der eine dauerhafte Stromversorgung gewährleistet. Nach einem starken Erdbeben im Mai 2015 konnte der Kraftwerkstechniker zum Beispiel Notunterkünfte an die Stromversorgung selbständig anschließen.