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Blog des Projekts Nepal: Langfristige Hilfe für die Erdbebenopfer

14.12.2016 // 14:11

Interview mit Projektkoordinator Steffen Rolke

Am 01.11.2016 stand unser Projektkoordinator Steffen Rolke dem Magazin Galore zum Wiederaufbau in Nepal Rede und Antwort. Einen Auszug Artikels lesen Sie hier. Das ganze Interview gibt es unter: https://galore.de/interviews/people/steffen-rolke/2016-11-01/3

Was waren Ihre ersten Eindrücke vor Ort?

Am ersten Tag sind wir über einen Berghang gelaufen und haben von dort aus überall nur Zerstörung gesehen. Die Häuser stehen in dieser Region meist nicht in Siedlungen zusammen, sondern sind über die Landschaft verstreut. Wir blickten uns um und sahen hier ein halb zerfallenes Haus, da nur noch Schutt, dort einen Haufen Steine. Alles war kaputt. Die Menschen haben versucht, mit PVC-Planen, Plastiktüten und Folien ihr Hab und Gut zu schützen und in selbst gebauten Zelten zu schlafen. Es war furchtbar und bestätigte uns in unserem Vorhaben.

Was genau hatten Sie sich vorgenommen?

Unser Aufenthalt war auf zwei Wochen begrenzt, und wir sind mit nur einem einzigen Gedanken dort hingefahren: Wie können wir beim Wiederaufbau Hilfe leisten? Das schien uns das Wichtigste zu sein, denn durch das Beben wurden rund 600.000 Häuser zerstört. Nach einigen Treffen mit Vertretern von internationalen Hilfsorganisationen und unseren nepalesischen Partnern wurde uns allerdings schnell klar, dass an einen Wiederaufbau in diesem Moment überhaupt nicht zu denken war.

Waren Sie flexibel genug, um auf die neuen Anforderungen zu reagieren?

Das hat sich zum Glück schnell entwickelt. In Absprache mit unserer Partnerorganisation fiel unsere Wahl auf eine kleine Gemeinde im Kathmandutal, die völlig auf sich allein gestellt war. Die meisten Häuser dort waren komplett zerstört, und die wenigen, die noch standen, glichen Ruinen. Leben konnte man darin nicht mehr. Es war zu gefährlich, auch nur einen Fuß reinzusetzen. Da es innerhalb von zehn Tagen zwei starke Beben gegeben hatte, herrschte zudem eine große Verunsicherung, ob nicht bald das nächste kommen würde, zugleich stand auch noch die Regenzeit an. Das war ein Problem, weil die Menschen sich mit einfachen Planen und Zelten Unterschlüpfe gebaut hatten, die dem Monsunregen aber niemals Stand gehalten hätten. Bei diesen heftigen Regenfällen kann man keine fünf Meter weit gucken, auf den Straßen bilden sich kniehohe Bäche. Es ging uns deshalb darum, den Menschen dabei zu helfen, sicher durch die Regenzeit zu kommen und Notunterkünfte zu errichten.

Gab es Momente, die Hoffnung gemacht haben?

Es gab eine Geschichte, die ich besonders toll fand. Die Materialien für die Notunterkünfte trafen nach und nach in dem Dorf ein, die Behausungen konnten aber nicht gleichzeitig fertiggestellt werden. Die Dorfgemeinschaft hat deshalb gemeinsam entschieden, dass die erste Notunterkunft für eine Familie aufgebaut werden soll, in der die Frau Dialyse-Patientin war. In ihrem Zustand draußen auf einem kalten, feuchten Boden zu schlafen, war für sie eine akut lebensgefährdende Situation. Deshalb durfte ihre Familie als erste einziehen.

War diese Art von Solidarität und Menschlichkeit typisch in dieser schweren Zeit?

Ja, das habe ich überall so erlebt. Die Menschen sind zusammengerückt. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich, Stadt und Land, den verschiedenen Kasten waren alle ein bisschen aufgebrochen. Es wurde sich sehr breit engagiert, es sind Netzwerke entstanden. Aber auch die Touristen haben sich auf beeindruckende Weise eingesetzt. Viele haben ihre Wander- oder Rafting-Touren abgesagt und stattdessen Geld gesammelt, einige sind mit Jeeps in die Dörfer gefahren um dort Lebensmittel hinzubringen.

Wie finanzieren Sie Ihre Aktivitäten?

Vor allem über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sowie über Mitgliedsbeiträge und Förderungen von Stiftungen. Hinzu kommen gelegentlich Fördergelder vom Bund. Zu vielen Projekten gehört Fundraising dazu, sonst lassen die sich gar nicht erst umsetzen. Auch in diesem Bereich sind qualifizierte Kommunikationsexperten unter den Mitgliedern gefragt, denn das sind alles Dinge, die Ingenieure nicht unbedingt in ihrer Ausbildung lernen.

 

Lesen Sie das ganze Interview hier: https://galore.de/interviews/people/steffen-rolke/2016-11-01/3

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