MAR-IOG02

02.02.2017 // 15:37

Marokko: Verbesserung der Wasserversorgung für Nomadenfamilien

Aufbau einer nachhaltigen Wasserversorgung, die den Familien im Tafraout Tal erlaubt, ihre halbnomadische Lebensweise beizubehalten


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Tafraout Tal, Provinz Zagora, Region Souss-Massa-Draâ, Marokko
  • Zielgruppe: ca. 70 halbnomadisch lebenden Familien
  • Zeitraum: 08/2013 bis 01/2017
  • Partnerorganisation: Association Akbar For Sustainable Development And Culture
  • Projektvolumen: ca. 12.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattmar-iog02.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

Im Tafraout-Tal im Süd-Osten Marokkos leben circa 70 Berberfamilien in traditioneller, halbnomadischer Lebensweise. Ihr Lebensraum erstreckt sich über 25 km² entlang eines zeitweise wasserführenden Flusslaufs. Dort betreiben sie Viehzucht und Ackerbau. Das Wasser dafür beziehen die Bewohner überwiegend aus Brunnen, die zwischen 20 und 60 Meter tief sind.

Aufgrund des immer größer werdenden Wassermangels verlassen erste Familien das Tal. Ziel von Ingenieure ohne Grenzen e.V. ist es daher, in Zusammenarbeit mit dem von den Nomadenfamilien gegründeten Verein „Association Akbar for Development and Culture Sustainable“ eine nachhaltige Wasserversorgung aufzubauen, die es den Familien erlaubt, vor Ort ihre halbnomadische Lebensweise beizubehalten.

In Marokko wird die stetige Klimaveränderung die Menge an trinkbarem Wasser bis zum Jahr 2020 voraussichtlich um 15 Prozent verringern. Seit 1974 sinkt der Grundwasserpegel im Souss-Becken jährlich um 0,5 bis 2,5 Meter, so dass schon heute an vielen Stellen die Brunnen trocken liegen.

Projektbeschreibung

Implementierung März/April 2016

Im März und April 2016 führten drei Mitglieder der Regionalgruppe München von Ingenieure ohne Grenzen e.V. eine vierwöchige Implementierung in Tafraout, Marokko durch. Hierbei wurde unter anderem eine neue Leitung verlegt, um den massiven Leitungsverlusten entgegenzuwirken und zu demonstrieren, wie viel Wasser und Kraftstoff durch intakte Leitungen gespart werden kann.

Bereits im Rahmen der Erkundung wurden die im Projektgebiet befindlichen Brunnen mithilfe von GPS erfasst und weitere Informationen wie Wasserqualität, Brunnen- und Wassertiefe dokumentiert.

Nun wurden zudem die Wasserstände an unbenutzten Brunnen erfasst, Brunnenprofile mithilfe einer Kamera aufgenommen und ein Grundwassersensor installiert. Diese Maßnahmen helfen dabei den Grundwasserkörper zu analysieren und somit Aussagen über eine nachhaltige Wasserförderung treffen zu können.

Ein besonderer Schwerpunkt der Reise war es die Beziehungen zu den örtlichen Behörden weiter zu intensivieren. Es konnte ein Memorandum of Understanding mit dem Ministerium für Grundwasser unterschrieben werden. In Kooperation mit diesem wurde kurz nach Abreise von Ingenieure ohne Grenzen e.V. eine Probebohrung im Tafraout Tal vorgenommen. Diese soll über die Bodenschichten und Grundwasserleiter Aufschluss geben. Darüber hinaus kann das hierbei entstandene Bohrloch als Brunnen für die neue Schule im Tal verwendet werden.
In Zukunft möchten wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation „Akbar Association“ die Wasserversorgung dieser neuen Schule sicherstellen.

 

Implementierung Dezember 2016

Im Dezember 2016 führen drei unserer Mitglieder eine weitere Implementierung in Marokko durch. Um das Ziel der Sicherstellung der Wasserversorgung der Schulen im Projektgebiet weiter zu verfolgen, soll ein neuer Hochbehälter zusammen mit der lokalen Bevölkerung gebaut werden. Ein fachgerechter Bau dieses Hochbehälters verbessert die hygienischen Bedingungen und ermöglicht es fließend Wasser im Schulgebäude zu haben.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Implementierung sind Schulungen zum Bau, der richtigen Wartung und Reinigung des Hochbehälters. Ergänzend zu diesen Schulungen sollen mit einem neu entwickelten Grundwassermodell und anschaulichen Schulungsunterlagen die hydrologischen Zusammenhänge der Brunnenbewirtschaftung vermittelt werden.

Mehr Infos zur Implementierung findet Ihr in unserem Blog.