IDN-IOG02

02.02.2017 // 17:10

Indonesien: Abfallvermeidung und Recycling auf Bali

In der balinesischen Kleinstadt Tejakula fallen pro Monat ca. 100 Tonnen Abfall an. Die öffentlichen Sammelstellen sind vollkommen überlastet und der größte Teil wird daher offen verbrannt, was eine erhebliche Belastung für Gesundheit und Umwelt darstellt.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Tejakula, Bali (Indonesien)
  • Zielgruppe: EinwohnerInnen von Tejakula
  • Zeitraum: 11/2013
  • Partnerorganisation: Yayasan Gaia-Oasis, Tejakula
  • Projektvolumen: ca. 16.500 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattidn-iog02.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

Seit zwei Jahren gibt es in der balinesischen Kleinstadt Tejakula eine von der örtlichen Verwaltung organisierte Abfallsammlung. Die Menge des gesammelten Abfalls (ca. 100 Tonnen pro Monat) ist schon jetzt so groß, dass die Sammelstellen vollkommen überlastet sind und der größte Teil daher offen verbrannt wird. Dies stellt sowohl eine massive Gefährdung für die Umwelt als auch die lokalen Bevölkerung dar.

Im Rahmen einer Erkundung im Jahre 2012 wurde festgestellt, dass es durchaus funktionierende Recyclingsysteme auf Bali gibt, jedoch ist noch Verbesserungs- und Bildungsbedarf vorhanden. Auch wurde deutlich, dass insbesondere die junge Bevölkerung Tejakulas sich des Abfallproblems bewusst ist. Jedoch fehlt es an Fähigkeiten das schon vorhandene Wissen in den Bereichen Umweltschutz und Mülltrennung in die Praxis umzusetzen.

Projektbeschreibung

Während der Erkundung wurden schon einige, meist praktisch orientierte Bildungsprojekte vor Ort durchgeführt. Dazu gehörten u. a. die Sensibilisierung im Rahmen eines Umwelttages („green day“) oder ein experimenteller Mülltonnenbau.

Das nun geplante Modellprojekt baut auf diesen Erfahrungen auf und besteht aus zwei Teilbereichen. Einerseits soll die lokale Bevölkerung und hierbei insbesondere Schüler_innen der höheren Klassenstufen zum Thema Abfallverringerung durch Umwelt-Workshops sensibilisiert werden. Gleichzeitig sollen sie dazu motiviert werden, eigenverantwortlich weitere Projekte zu entwerfen, da die Einwohner_innen ihre Ressourcen und Möglichkeiten selbst am besten kennen.

Zusätzlich soll in einer Testphase in einem Straßenzug von Tejakula regelmäßig Hausabfall eingesammelt, getrennt und in einem separaten Bereich der Abfalldeponie möglichst umweltschonend weiterverwertet und kompostiert werden.

Ziele für Bondalem

Wir träumen alle von einer sauberen Umwelt und das auch auf Bali. Unser Ziel ist ein funktionierendes Abfallsystem, verträglich für Menschen und Umwelt, kostengünstig und effektiv in der Weiterverwendung der Abfälle. Mögliche technische Maßnahmen zur Abfallverringerung sind:

° Weiterverarbeitung von Plastik zwecks Wiederverwendung,

° Volumenreduktion von Plastikabfällen zwecks Weiterverkauf,

° Kompostierung organischer Abfälle,

° Biogaserzeugung aus organischen Abfällen.

Erkundung für das Projekt

Die Erkundungsreise im ersten Quartal 2012 wurde durch eine Doktorantin und ein Doktorand des Ressourcenmanagements durchgeführt und diente zur Klärung der Möglichkeiten und Ansätze für die weitere Arbeit. (Siehe Ziele)

In der Anfangszeit ist es wichtig, dass die Vertreter_innen unseres Projektteams den lokalen Kontext und die Nichtregierungsorganisation aus Bondalem „Yayasan Bondalem Bersih“ kennenlernen. Dabei untersuchten wir, wie weit das „3R-Konzept“ (Reduce, Reuse, Recycle) umzusetzen ist und mit welchen Mitteln. Um langfristig tragfähige Strukturen zu ermöglichen, war eine gründliche Untersuchung der lokalen Wirtschaft, der verfügbaren Arbeitskräfte und Materialkosten ebenso unabdingbar, wie die Abschätzung des finanziellen Aufwandes. Weiterhin sollte eine Einschätzung getroffen werden, auf welche bestehenden sozialen Wirkungsketten das Projekt Einfluss nimmt und wie dies berücksichtigt werden kann.

Ganz essenziell bei dieser Untersuchung war, herauszuspüren, wie weit das Interesse und das kulturelle sowie technische Verständnis zum Thema Abfallverringerung der Dorfbewohner_Innen geht, um eine lokale angepasste Lösung gemeinsam herausarbeiten zu können.