ETH-IOG08

08.11.2018 // 16:41

Äthiopien: Energie für Onchee

Bereitstellung einer autarken, nachhaltigen Energieversorgung für zentrale öffentliche Einrichtungen in Onchee, Äthiopien.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Onchee, Äthiopien
  • Zielgruppe: ca. 1200 Menschen aus Onchee und Umgebung
  • Zeitraum: 01/2014 bis 05/2018
  • Partnerorganisation: Environmentalists Development Association – Ethiopia EDA-E
  • Projektvolumen: ca. 24.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblatteth-iog08.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

Onchee ist ein Dorf in Äthiopien mit ca. 1200 EinwohnerInnen. In Onchee gibt es einige öffentliche Einrichtungen wie eine Grundschule, eine Krankenstation, einen Gemeindesaal und kirchliche Einrichtungen, die dringend eine Stromversorgung für Beleuchtung, Radiogeräte und Medikamentenkühlschränke benötigen. Während die Städte und Gemeinden in der Nähe der Hauptstraße, aber auch größere Dörfer mit Strom durch das öffentliche Netz versorgt werden, ist die Versorgung von Streusiedlungen und von den Zentren weiter entfernt liegenden Orten nicht gegeben. Als Energielieferanten nutzen die Menschen bisher Benzin und Diesel für Generatoren zur Stromerzeugung sowie Kerosin und Holz für die Beleuchtung der Gebäude. Neben gesundheitlichen und umwelttechnischen Aspekten, hat das Problem auch eine wirtschaftliche Dimension. Die Preise für Rohstoffe sind marktbedingten Schwankungen unterworfen und es besteht eine unmittelbare Abhängigkeit des Käufers vom Lieferanten. Besonders während der Regenzeit kann es in ländlichen Gebieten zu Lieferengpässen kommen. Von der äthiopischen Regierung ist geplant, alle kompakteren Siedlungen an das städtische Stromnetz anzuschließen. Praktisch wurde bisher jedoch noch kein Konzept entwickelt, wie die verstreuten Siedlungen mit Energie versorgt werden könnten.

Projektbeschreibung

Zielsetzung ist die Versorgung der Schule vor Ort mit Elektrizität für Beleuchtung und den Betrieb elektrischer Geräte, um dadurch Unterricht in den Abendstunden zu ermöglichen. Auf diesem Weg können Nachhilfestunden angeboten, Lehrersitzungen abgehalten und die Alphabetisierung von Erwachsenen vorangebracht werden. Hiervon sollen neben den Menschen in Onchee auch mittel- und unmittelbar diejenigen profitieren, die im Umland leben und die Einrichtungen nutzen. Bei der Erkundungsreise verifizierten drei Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen vor Ort die Problemstellung zusammen mit dem Projektpartner und der Bevölkerung. In Gesprächen wurden die Bedarfe genauer ermittelt und darauf aufbauend eine Photovoltaik-Lösung zur Energieversorgung ausgewählt.

Die entwickelte Lösung, die nun implementiert werden soll, setzt auf ein Photovoltaik-Inselsystem und entsprechend effiziente Leuchtmittel und Geräte, die lokal beschafft werden können. Durch finanzielle Beteiligung der Schule und die Einbeziehung der Bevölkerung beim Aufbau der Anlage in Verbindung mit einem Schulungskonzept, soll die Anlage nachhaltig betrieben werden. Wartungskosten sollen durch den Betrieb eines Stromkiosks für das Laden von Handys finanziert werden.