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ETH-IOG07

11.06.2020 // 16:09

Äthiopien: Ressourcenschonender Bewässerungslandbau in der Afar-Wüste

Einkommensdiversifizierung des halbnomadischen Hirtenstammes durch ressourcenschonenden Bewässerungslandbau in der Afar-Wüste Äthiopiens.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Arsis, Äthiopien
  • Spendenkürzel: ETH-IOG07
  • Zielgruppe: 200 Menschen (20 Familien) des Afar-Volkes in Arsis
  • Zeitraum: 09/2013 bis 12/2020
  • Partnerorganisation: Sustainable Agriculture and Natural Resource Management (SANRM)
  • Projektvolumen: ca. 20.000 Euro
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

In Arsis, einem Dorf im Nordosten Äthiopiens, leben Menschen unter Bedingungen, die an der Grenze dessen sind, was für das Überleben notwendig ist. Die Lebensgrundlage des (halb-)nomadischen Stammes basiert fast ausschließlich auf Viehzucht. Die Vegetation in Arsis ist extrem karg und von Überweidung und Abholzung geprägt. Der dadurch schutzlose Boden ist starker Erosion ausgesetzt – insbesondere durch die periodisch aus dem Hochland kommenden Sturzfluten. Die damit einhergehende Degradierung des Bodens und der Rückgang der Vegetation führen auf Dauer zu einem Verlust der Nahrungsgrundlage der Viehherden. Schon heute müssen die Clans ihre Wandergebiete stetig ausdehnen, weshalb es immer wieder zu Konflikten zwischen den Clans kommt. Dieser Umstand wird durch eine Landumwidmung durch die Regierung verschärft.

Auch die klimatischen Bedingungen in Arsis sind ungünstig: Die Regenzeit ist kurz und die Niederschlagsmengen sind sehr variabel. Daher ist die Region stark von Dürren und Überflutungen bedroht. Ein Kernproblem der Afar ist, dass ihr Lebensunterhalt auf nur einem Standbein, der Viehwirtschaft, fußt. Ihr Einkommen ist daher sehr instabil. Die Bewohner in Arsis sind sich dieser Problematik bewusst und äußerten den Wunsch, mit Unterstützung der Ingenieure ohne Grenzen den Wandel von Pastoralisten zu Agropastoralisten einzuleiten.

 

Ethiopia: Enhancing Livelihood Resilience of Afar People (ELRAP)

The livelihood of the pastoral Afar people in the town of Arsis is largely dependent on livestock production. The ecology in the area is fragile with steadily increasing trend of natural resources degradation and desertification of land in the region. Moreover, mismanagement led to overgrazing and overexploitation of natural resources in the Afar region with its Danakil desert, which is a highly vulnerable ecosystem.

As a consequence of these circumstances and in the course of climate change with the lack of appropriate adaptation to the threats and resilience actions in the area, the livelihood of Arsis people gets more and more vulnerable to droughts, floods and diseases. The competition for depleting natural resources (such as pasture and water) may even result in armed conflicts between neighboring clans, in particular between different ethnic groups.

The major sources of water are rivers, ponds, stagnant water during the rainy season, springs and hand-dug wells. The quantity and distribution of existing surface and groundwater supply schemes are insufficient. The project follows the wish of the Afar in Arsis to change their lifestyle from traditional pastoralists to agro-pastoralists.

Projektbeschreibung

Damit der Ackerbau in der Wüste möglich wird, benötigt man ein zuverlässiges Bewässerungssystem und einen fruchtbaren Boden. In dem Projekt soll das in der Regenzeit vorhandene Wasser aufgefangen und in Zisternen für die Trockenzeit gespeichert werden.  In Mikrolandschaftstrukturen (u.a. künstlichen Gräben) sollen Sorghum, Mais, Hirse und Luzerne angebaut werden. Dies verringert die Erosion, erhöht die Bodenfruchtbarkeit, ist trockentolerant und bietet Ausgewogenheit zwischen Nahrungsmitteln, Viehfutter und vermarktbaren Feldfrüchten.

Neben den ingenieurtechnischen Anlagen soll das Projekt ELRAP (Enhancing Livelihood Resilience of Afar People) sozialwissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Unsere Partnerorganisation in Äthiopien, SANRM, wird die Dorfbewohner beraten und dafür sorgen, dass die Wertschöpfung in Äthiopien stattfindet und das Projekt wie angedacht durchgeführt wird. Dies dient der Vorbeugung von Fehlern und erhöht Nachhaltigkeit und Erfolgschancen des Projekts.

Im Rahmen einer Erkundungsreise in 2015 und späteren Besuchen konnte Ingenieure ohne Grenzen sich ein genaues Bild von der Situation der Afar machen und die relevanten Projektpartner kennenlernen. Daraus ergab sich die gewünschte Projektkooperation mit den Dorfbewohnern und der NGO SANRM. Die erste Implementierungsphase ist für die zweite Jahreshälfte 2020 geplant. Dafür wurde ein umweltfreundliches Bewässerungsmodell entwickelt, welches durch Schulungen der lokalen Bevölkerung beigebracht und zusammen mit ihnen umgesetzt werden soll.

Da das Projekt noch nicht vollständig finanziert ist, freuen wir uns über weitere Spenden! Damit wir Ihre Spende dem Projekt zuordnen können, geben Sie bitte das Spendenkürzel ETH-IOG07 im Betreff an.

 

In order to enable cultivation of field crops in the Afar desert, one has to counteract the water scarcity, the soil degradation and the involved Arsis villagers have to acquire the relevant skills. During the rainy seasons plenty of rainwater floods the area in a short time and part of it shall be collected in cisterns for further use. Additionally, physical landscape structures will be integrated in the agricultural area to be used for growing crops and to retain rainwater, hence reducing soil erosion. 

 

During our first on-site visit (2015) and further pre-visits, discussions with the community elders and stakeholders showed that the community has strong interest in diversifying their livelihood culture. However, the bottleneck to diversification is scarcity of water, shortage of appropriate agricultural inputs, skill and knowledge.  The project ELRAP intends to consult the Arsis people with technical, agricultural and socio-economic knowledge, enabling them to realize their long-term goal, which is a transition from nomadic pastoralists to more and more settled agro-pastoralists. Project implementation by and for the local people in Arsis is hereby supported and accompanied by Engineers Without Borders Stuttgart and the Ethiopian NGO SANRM.

The initial implementation phase in Arsis/Afar is planned for the second half of the year 2020. An environmental-friendly irrigation and landscape structure system incorporating cisterns will be build together with the local people of Arsis.