ETH-IOG07

10.12.2018 // 16:18

Äthiopien: Ressourcenschonender Bewässerungslandbau in der Afar-Wüste

Einkommensdiversifizierung des halbnomadischen Hirtenstammes durch ressourcenschonenden Bewässerungslandbau in der Afar-Wüste Äthiopiens.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Arsis, Äthiopien
  • Spendenkürzel: ETH-IOG07
  • Zielgruppe: 200 Menschen (20 Familien) des Afar-Volkes in Arsis
  • Zeitraum: 09/2013 bis 12/2019
  • Partnerorganisation: Sustainable Agriculture and Natural Resource Management (SANRM)
  • Projektvolumen: ca. 20.000 Euro
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

In Arsis, einem Dorf im Nordosten Äthiopiens, leben Menschen unter Bedingungen, die an der Grenze dessen sind, was für das Überleben notwendig ist. Die Lebensgrundlage des (halb)nomadischen Stammes basiert fast ausschließlich auf Viehzucht. Die Vegetation in Arsis ist extrem karg und von Überweidung und Abholzung geprägt. Der dadurch schutzlose Boden ist starker Erosion ausgesetzt – insbesondere durch die periodisch aus dem Hochland kommenden Sturzfluten. Die damit einhergehende Degradierung des Bodens und der Rückgang der Vegetation führen auf Dauer zu einem Verlust der Nahrungsgrundlage der Viehherden. Schon heute müssen die Clans ihre Wandergebiete stetig ausdehnen, weshalb es immer wieder zu Konflikten zwischen den Clans kommt. Dieser Umstand wird durch eine Landumwidmung durch die Regierung (z.B. Zuckerrohrplantage am Tendaho-Staudamm) verschärft.

Auch die klimatischen Bedingungen in Arsis sind ungünstig: Die Regenzeit ist kurz und die Niederschlagsmengen sind sehr variabel. Daher ist die Region stark von Dürren und Überflutungen bedroht. Ein Kernproblem der Afar ist, dass ihr Lebensunterhalt auf nur einem Standbein, der Viehwirtschaft, fußt. Ihr Einkommen ist daher sehr instabil. Die Bewohner Arsis sind sich dieser Problematik bewusst und äußerten den Wunsch, mit Unterstützung der Ingenieure ohne Grenzen den Wandel von Pastoralisten zu Agropastoralisten einzuleiten.

Projektbeschreibung

Damit der Ackerbau in der Arsis Wüste möglich wird, benötigt man ein zuverlässiges Bewässerungssystem und einen fruchtbaren Boden. In dem Projekt soll das in der Regenzeit vorhandene Wasser aufgefangen und in Zisternen für die Trockenzeit gespeichert werden.  In Mikrolandschaftstrukturen (künstlichen Gräben) sollen Sorghum, Mais, Hirse und Luzerne angebaut werden. Diese Mischung verringert die Erosion, erhöht die Bodenfruchtbarkeit, ist trockentolerant und bietet Ausgewogenheit zwischen Nahrungsmitteln, Viehfutter und vermarktbaren Feldfrüchten.

Neben den ingenieurtechnischen Anlagen soll ELRAP sozialwissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Unsere Partnerorganisation in Äthiopien, SANRM, wird die Dorfbewohner beraten und dafür sorgen, dass die Wertschöpfung in Äthiopien stattfindet und das Projekt wie angedacht durchgeführt wird. Dies dient der Vorbeugung von Fehlern und erhöht Nachhaltigkeit und Erfolgschancen des Projekts.

Im Rahmen einer Erkundungsreise im Frühjahr 2015 konnte Ingenieure ohne Grenzen sich ein genaues Bild von der Situation der Afar machen und die relevanten Projektpartner kennenlernen. Daraus ergab sich die gewünschte Projektkooperation mit den Dorfbewohnern und der NGO SANRM. Die erste Implementierungsphase ist für Herbst 2018 geplant. Dafür wurde ein umweltfreundliches Bewässerungsmodell entwickelt, welches durch Schulungen und Workshops der Bevölkerung beigebracht werden soll.

Da das Projekt noch nicht vollständig finanziert ist, freuen wir uns über weitere Spenden! Damit wir Ihre Spende dem Projekt zuordnen können, geben Sie bitte das  Spendenkürzel ETH-IOG07 im Betreff an.