DEU-IOG02

13.09.2018 // 17:40

Forschungsprojekt: Solare Wasserdesinfektion

Wir entwickeln ein Konzept zur solaren Wasserdesinfektion unter Verwendung von lokalen Materialien


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Mwanga, Tansania
  • Spendenkürzel: DEU-IOG02
  • Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler einer Berufsschule in Mwanga, Kilimanjaro
  • Zeitraum: 02/2012 bis 08/2019
  • Partnerorganisation: Malage Vocational Training Centre, Kilimanjaro, Tansania
  • Projektvolumen: ca. 17.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattdeu-iog02.pdf
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

Verunreinigtes Trinkwasser stellt in vielen Ländern ein großes Problem für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung dar. Insbesondere in großen Teilen Afrikas und Südostasiens haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser und sind deshalb auf Wasseraufbereitungsmaßnahmen angewiesen. Dabei ist das Abkochen von Wasser die am weitesten verbreitete Methode, um gesundheitsschädliche Keime und Krankheitserreger zu vernichten. Das Abkochen von Wasser über einem Feuer ist jedoch häufig mit hohen Energiekosten sowie mit Umwelt- und Gesundheitsproblem durch Entwaldung und Rauchemissionen verbunden. Ziel unseres Projektes ist deshalb die Entwicklung einer Wasseraufbereitungsanlage, die möglichst kostengünstig und ressourcenschonend eine Wassermenge für ca. einen Haushalt aufbereiten kann. Damit steht das Motiv der Anlage in Übereinstimmung mit dem Leitbild des Vereins zu einer nachhaltigen und dauerhaften Verbesserung der Lebensqualität in den entsprechenden Regionen führt.

Projektbeschreibung

Die von uns entwickelte Anlage entkeimt mikrobiologisch belastetes Wasser mit Hilfe von Solarenergie, wodurch das Abkochen unter Verwendung teurer Brennstoffe und knapper Ressourcen ersetzt werden kann. Zudem wird vollständig auf elektrische Energie oder chemische Zusätze verzichtet. Die Anlage ist so konstruiert, dass stets eine ausreichend hohe Temperatur erreicht wird und auch bei einem Defekt kein unzureichend erhitztes Wasser ausgegeben wird. Außerdem sind die verwendeten Materialien weit verbreitet und relativ günstig. Der Aufbau der Anlage ist so einfach wie möglich gehalten, um diesen mit möglichst wenigen und einfachen Hilfsmitteln durchführen zu können und um die Instandhaltung zu vereinfachen. Unser Ziel ist, eine Bauanleitung der entwickelten Anlage zu veröffentlichen und zur kostenfreien Verfügung zu stellen. Dadurch wollen wir unserem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ folgend die Verbreitung der Technologie und den Selbstbau der Anlage ermöglichen.

Ablauf

Die Idee zur Entwicklung einer solaren Wasseraufbereitungsanlage entstand bereits im Jahr 2010. Seitdem wurden zunächst drei Prototypen einer solchen Anlage in Deutschland entworfen, ausgelegt und aufgebaut. Dabei wurden zum einen verschiedene Konstruktions- und Fertigungsvarianten getestet und zum anderen thermische und mikrobiolgische Untersuchungen zur Validierung durchgeführt. Eine Veröffentlichung hierzu ist zu finden unter: tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/4460. Anschließend wurde unter Berücksichtigung der durch die zahlreichen Versuche gewonnenen Erkenntnisse eine Bauanleitung erarbeitet.
Zu Beginn des Jahres 2017 fand ein erster Praxistest in Tansania statt. In Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner – dem Malage Vocational Training Center, einer Berufsschule in der Nähe des Kilimanjaros, wurden mit den Schülern zwei Anlagen gebaut. Dabei wurden die Verständlichkeit der Anleitung sowie die Verfügbarkeit aller Materialen überprüft. Im Gespräch mit potentiellen Nutzern wurden außerdem erste Erkenntnisse zur Akzeptanz der Wasserbehandlungsmethode gewonnen.
Nach der Ausreise erfolgte eine ausführliche Evaluation der Projektphase in Anlehnung an die Bewertungskriterien der OECD-DAC (Organisation for Economic Co-operation and Development – Development Assistance Commitee) hinsichtlich der Kategorien Relevanz, Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit sowie eine Analyse von Verbesserungspotentialen.

Aktueller Projektstand

Seitdem arbeitet die Projektgruppe an der Weiterentwicklung und Verbesserung von Anlage und Anleitung auf Grundlage der Erkenntnisse, die in Tansania gewonnen wurden. Im Juni 2018 wurde eine weitere Anlage in Darmstadt gebaut, um die getroffenen Veränderungen zu testen. In einer neuen Projektphase sollen die Neuerungen 2019 auch in Tansania implementiert werden. Außerdem sollen die Verarbeitungsmöglichkeiten der Technologie verstärkt analysiert werden.