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ländliche Gemeinden

21.07.2020 // 10:03

Kamerun: Water For Social Peace

In der ländlichen Region Tikar, Departement Mbam et Kim in Kamerun unterstützt Ingenieure ohne Grenzen die Menschen beim Aufbau einer nachhaltigen Wasserversorgung und bei der Verbesserung der Hygienesituation.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Tikar Region, Departement Mbam et Kim, Kamerun
  • Spendenkürzel: ländliche Gemeinden
  • Zielgruppe: ca. 20.000 Menschen, ländliche Bevölkerung
  • Zeitraum: 01/2019 bis 12/2022
  • Partnerorganisation: Hope International for Tikar People (HITIP)
  • Projektvolumen: ca. 150.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattwash-cmr.pdf
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

Der direkte Zugang zu sauberem Wasser ist laut Deklaration 64/292 der Vereinten Nationen aus dem Jahre 2010 ein Menschenrecht (UN 2010), was glücklicherweise in vielen Regionen der Welt – wie z.B. bei uns in Deutschland – selbstverständlich geworden ist. In Kamerun ist der Anteil an Menschen mit Zugang zu einer „Improved Watersource“ von 51 % 1991 auf 76 % 2015 gestiegen (UN MDG 2015). Eine „Improved Watersource“ bezeichnet in diesem Kontext eine Wasserversorgungskomponente, die aufgrund ihrer Bauweise oder bedingt durch aktive Intervention höchstwahrscheinlich gegenüber äußerer Kontamination - vor allem derjeniger durch Fäkalien - geschützt ist (WIKIPEDIA 2020). 

Das ist ein toller Erfolg, der nur durch die unermüdliche Zusammenarbeit von unzählbaren ehrenamtlichen Akteuren, lokalen Non Governmental Organisations (NGOs), internationalen Hilfsorganisationen, privaten Spendern, unterstützenden Stiftungen und finanzierenden Unternehmen ermöglicht wurde. 

Ein toller Erfolg, aber noch nicht genug. 76 % Versorgung entspricht nicht den für die Erfüllung eines Menschenrechts erforderlichen 100 %. Darüber hinaus zeigt ein detaillierter Blick, dass die Situation auf dem Land deutlich schlechter als der Durchschnitt ist. Dort hatten 2015 nur 53 % diesen Zugang gegenüber 95 % in urbanen Regionen. Viele der Wasserquellen sind kontaminiert. Durchfallerkrankungen mit Todesfällen sind keine Seltenheit. Der Gang zur Quelle bleibt oftmals den Kindern überlassen, wodurch diese kaum Zeit in der Schule verbringen. Außerdem kommt es durch die Ungleichverteilung der Ressource Wasser vor allem in der Trockenzeit zu Konflikten zwischen den Dörfern. Das sind wesentliche Gründe, warum Kamerun auf Platz 150 von 189 im Human Development Index gelistet ist (UNDP 2019) und warum die Kindersterblichkeitsrate immer noch bei 7,6 % liegt (WHO 2018).

In der abgelegenen Region der Menschen vom Stamm der Tikar im Department Mbam et Kim in Zentralkamerun wohnen ca. 50.000 Menschen (Angabe unserer Projektpartners HITIP, Stand 2019) auf mehr als 10.000 km². Die dünn besiedelte Tikar Region liegt im Bereich des Sekundärregenwaldes und ist von einer weniger intensiven Regenzeit geprägt, als es in der weiter südlich lokalisierten Hauptstadt Yaoundé der Fall ist. Umschlossen von zwei großen Flüssen, dem Mbam im Westen und dem Sanaga im Süden, verfügt die Region nur über eine mangelhaft ausgebaute Infrastruktur. Eine adäquate Wasser-, Sanitär- und Stromversorgung ist nicht vorhanden. Zwar gibt es bereits mehrere Wasserquellen in der Region, diese sind allerdings nur in Teilen funktionsfähig, manche davon sind durch Bakterien und Schwermetalle kontaminiert. Oftmals ist der Weg zur Quelle den Frauen und Kindern überlassen. Darüber hinaus verursacht ein punktueller Ausbau von Infrastruktur soziale Spannungen zwischen den Bewohnern verschiedener Dörfer in der Region, welche sich vor allem in der Trockenzeit bei Wassermangel bemerkbar machen.

Besonders zu erwähnen sind noch die Menschen vom Stamm der Bedzan, die der Ethnie der Pygmäen zugeordnet werden. Diese leben zumeist in eigenen Communities, abseits der Dorfgesellschaften oder in eigenen Dörfern. Bedingt durch diese Abgrenzung kommt es auch vereinzelt zu Benachteiligungen im Bereich der Wasserversorgung.

Projektbeschreibung

AUFGRUND DER COVID-19 PANDEMIE WURDE DIE FÜR MÄRZ 2020 GEPLANTE ERKUNDUNGSAUSREISE BIS AUF WEITERES VERSCHOBEN. SOBALD EINE VERLÄSSLICHE EINSCHÄTZUNG DER WEITEREN ENTWICKLUNG MÖGLICH IST, WIRD EIN NEUER TERMIN FESTGESETZT. 

Das Projekt Water for Social Peace wurde von unserer lokalen Partnerorganisation "Hope International for Tikar People" initiert, um an der oben beschriebenen Ausgangssituation anzuknüpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in der Region der Tikar im Departement Mbam et Kim in Zentralkamerun nachhaltig zu verbessern.

Seit Anfang 2019 ist die Arbeitsgruppe Kamerun der Regionalgruppe Aachen von Ingenieure ohne Grenzen als Projektpartner mit beratender und unterstützender Funktion mit an dem Projekt beteiligt. Schwerpunkte unserer Arbeit sind sowohl die Sicherung der Nachhaltigkeit der im Rahmen des Projektes umgesetzten Massnahmen, der Aufbau von verlässlicher Infrastruktur zur Wasserversorgung als auch die Wissensvermittlung an den Projektpartner und die Zielgruppe.

Die Projektdurchführung gliedert sich wie für Ingenieure ohne Grenzen üblich in drei Phasen: Erkundung, Implementierung und Evaluation. In der aktuell anstehenden Erkundung wird die Projektregion, die Zielgruppe, die lokalen beteiligten Projektakteure (Stakeholder) und die aktuelle Situation der Wasserversorgung und des Gesundheitszustandes untersucht und evaluiert, um eine fundierte Entscheidung über umzusetzende Maßnahmen treffen zu könnnen. 

Aufgrund der Größe der Projektregion konzentrieren wir uns zunächst auf ein Teilgebiet zwischen den beiden Dörfern Ngambé Tikar und N'ditam, in welchem ca. 20.000 Menschen wohnen (Angabe unseres Projektpartners HITIP, Stand 2019). Bis Ende 2022 wollen wir dort die folgenden Maßnahmen auf Basis der Ergebnisse der Erkundungsausreise umsetzen:

Als ersten und grundlegenden Schritt werden mehrere WASH-Verantwortliche in der Partnerorganisation HITIP durch Ingenieure ohne Grenzen ausgebildet, die die Bevölkerung für die Themen Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) sensibilisieren und mobilisieren. Ein vor Ort bereits vorhandenes System von Wasserkomitees wird evaluiert und auf alle weiteren Dörfer ausgeweitet. Die Komitees übernehmen die Verantwortung für den richtigen Umgang mit den Brunnen und sorgen für eine gerechte Verteilung des Wassers. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, gezielt einzelne Gruppen, die aktuell Benachteiligungen durch ihr Geschlecht (z.B. Frauen) oder ihre Ethnie (z.B. Pygmäen) erfahren, durch Verantwortung zu stärken.

Ein weiteres zentrales Element ist ein umfassendes Capacitiy Building der Partnerorganisation HITIP. Dadurch wird die Grundlage gelegt, mit der die Menschen vor Ort langfristig Ansprechpartner und Koordinatoren für Reparaturen, Wartungsarbeiten und auch für Hygieneschulungen haben. Gemeinsam mit HITIP und einem weiteren lokalen technischen Partner wird zusätzlich ein Team von Technikern vor Ort ausgebildet, welches im Anschluss die zukünftigen Wartungsarbeiten und Reparaturen übernimmt.

Ist ein tragfähiges System etabliert, werden Schritt für Schritt in den Dörfern, Schulen und Krankenhäuser gemeinsam Brunnen oder Quellfassungen gebaut und dabei eine lokal angepasste Bauweise vermittelt. Der Standort der Brunnen wird in Absprache mit der lokalen Bevölkerung ermittelt. Zusätzlich dazu werden die technischen Anforderungen an den Standort durch geo-elektrische Untersuchungen abgesichert.

Um dieses umfangreiche Projekt mit großem Potential für die gesamte Region und dir dort wohnhaften Menschen umzusetzen, benötigen wir vor allem zwei Dinge: Finanzielle Resourcen und ehrenamtliche Helfer.  

SPENDEN

Wir freuen uns über jede finanzielle Unterstützung, unabhängig von der Höhe. Sie können sich sowohl als Privatperson als auch als Unternehmen an dem Projekt beteiligen und einen Beitrag dazu leisten, dass das von den Vereinten Nationen definierte Menschenrecht auch in der Tikar Region in die Praxis umgesetzt wird! Eine Möglichkeit zu Spenden haben Sie auf dieser Website unter dem folgenden Link: https://ingenieure-ohne-grenzen.org/de/spendenformular. Bitte dort unter "Projekt / Programm" Wasser und Sanitär für Kamerun auswählen. Alternativ finden Sie auf der verlinkten Seite auch die Kontaktdaten der Ansprechpartnerin für das Thema Spenden.

MITMACHEN

Jede helfende Hand kann gebraucht werden, unabhängig von der fachlichen Orientierung. Es ist eine häufige Annahme, dass man Ingenieur/in sein muss, um bei uns mitzumachen. Das ist absolut falsch, je vielfältiger die fachliche und menschliche Zusammensetzung unseres Teams ist, desto besser ist das für unser Projekt. Bei uns hast du die Chance auf eine wirklich sinnvolle Tätigkeit, die dich persönlich und fachlich weiterentwickelt und bei der du auf viele Gleichgesinnte in einem bunt zusammengesetzten Team triffst. Lust? Dann schau dir gerne unsere aktuellen Aufgabenbeschreibungen und Stellen im Bereich MITMACHEN an und kontaktier uns!