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Blog des Projekts Kamerun: Wasser schafft Wege – Für mehr Gesundheit in Kamerun

07.05.2020 // 11:58

Die Arbeit ist getan!

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ROCHE NOIR

Nachdem die Brunneneinweihung auf Mittwoch, den 18.12. gelegt worden war, stießen die Brunnenbauarbeiter von St. Martin auf den sogenannten „Roche Noir“ (schwarzer Felsen) , den sie mit dem Presslufthammer nicht zertrümmern konnten. Nach dieser Entdeckung erreichte die Stimmung im Dorf zunächst ihren Tiefpunkt - zwei Wochen lang hatte das Team von St. Martin, einige Dorfbewohner und natürlich wir von IOG gegraben. Insgesamt hatten wir eine Tiefe von 12 Metern erreicht und waren auch auf erstes Wasser gestoßen. Die Welle der Demotivation flachte zum Glück schnell ab. Es stellten sich die folgenden beiden Möglichkeiten heraus: Entweder könnte man den Roche Noir mit einem Felsspaltgerät durchbrechen oder ein zweites Loch an einer Stelle, die etwa 150 Meter von der ersten Stelle entfernt ist, graben. Es wurde sich für die zweite Möglichkeit entschieden, da diese als schneller und kostengünstiger eingestuft wurde.

VIVE LA COMMUNICATION

Am nächsten Tag kam Herr Mathys, der Chef von St. Martin vor Ort, gemeinsam mit seinem Animationsteam in das Dorf, um die Hygienesensibilisierung durchzuführen. Zusammen mit St. Martin konnten wir das Wasserkomitee und den Chef du Village überzeugen, trotz aller Widrigkeiten motiviert weiter zu arbeiten. Kommunikation war einmal mehr der Schlüssel zum Erfolg. Die Hygienesensibilisierung verlief ausgesprochen gut. Eine große Anzahl an Dorfbewohnern war anwesend, darunter auch Frauen und Kinder. Die Animateure von St. Martin erbrachten nach unserer Ansicht eine brillante Leistung! Anhand von Plakaten wurde den Dorfbewohnern bei der Animation erklärt, warum die Wartung eines Brunnens und damit auch das Wasserkomitee essenziell ist, wie mit einem Brunnen umgegangen werden muss und warum ein jeder Einzelne bei solch einem gemeinschaftlichen Projekt einen wichtigen Beitrag zu leisten hat.

ABSCHIED

Projekttechnisch war unser Aufenthalt damit abgeschlossen, sodass wir an dem folgenden Samstag einer traditionellen afrikanischen Hochzeit beiwohnen durften. Dort konnten wir nochmals tiefer in die außergewöhnlich fröhliche Kultur Kameruns eintauchen. Sowohl für die Dorfbewohner als auch für uns war die Hochzeit ein schöner Abschied. Schließlich ging es für uns beide Mitte Dezember von Yaoundé aus wieder mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland.

ERGEBNISSE

Ende Januar erreichte uns dann die Nachricht, dass beide Brunnen fertig gestellt wurden. Dieses Ereignis wurde gebührend zelebriert, ein großer Teil des Dorfes versammelte sich zur Einweihungsfeier. Und kurz darauf waren dann auch die drei Toilettenkabinen errichtet, so dass alle Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Zusammensetzung des Wassers der Brunnen wurde durch zwei verschiedene Prüfverfahren auf Schwermetalle und Mikrobiologie untersucht. Dabei wurden keinerlei Schwermetalle ausfindig gemacht. Auch das Ergebnis des Mikrobiologie-Prüfverfahrens dokumentierte eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität durch die neu errichteten Brunnen. Die Tests auf Bakterien der Gattung Escherichia coli und allgemein Coliforme Bakterien, die als Hauptindikatoren für fäkale Belastung von Wasser gelten [IDUS20], erzielten Werte, die um den Faktor 100 im Vergleich zu den vorher genutzten Wasserquellen kleiner waren. Allerdings ist ein Restbestand an Bakterien noch vorhanden, das Wasser ist nicht erregerfrei (Zielwert: 0 Kolonien pro 100 ml) [IDUS20]. Daher werden wir gemeinsam mit unserem lokalen Projektpartner ESF regelmäßig die Wasserqualität überprüfen und Maßnahmen zur Verbesserung, wie z.B. den Bau weiterer Latrinen und die chemische Desinfektion des Brunnens in Betracht ziehen.

DANKESCHÖN!

An dieser Stelle würden wir uns, auch im Namen von Nora und Samuel und der gesamten Projekgruppe, gerne ganz herzlich bei allen Unterstützern, die unser Projekt und damit auch diese Ausreise ermöglicht haben, bedanken! Wir konnten aus erster Hand miterleben, was Entwicklungszusammenarbeit als Mosaik der Leistungen vieler Beteiligter auf der ganzen Welt bewirken kann. Es geht um mehr, als um Infrastruktur und Wissen, es geht um Zuversicht und die Motivation, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen. Und dazu kann jeder einen Beitrag leisten.

Liebe Grüße von der Projektgruppe Kamerun

Souka und Louis

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