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BOL-IOG03

19.04.2017 // 12:54

Bolivien: Bildung Bleibt

Wissenstransfer und Umsetzung angepasster technischer Lösungen in einer Berufsschule in Cochabamba, Bolivien


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Cochabamba und San Pedro de Buena Vista, Bolivien
  • Spendenkürzel: BOL-IOG03
  • Zielgruppe: SchülerInnen mehrerer Berufsschulen und ländliche Gemeinden
  • Zeitraum: 11/2013 bis 07/2018
  • Partnerorganisation: Fundacion Cristo Vive, Bolivien
  • Projektvolumen: ca. 67.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattbol-iog03.pdf
  • Projektkategorien: 

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Ausgangssituation

Weltweit kochen und heizen etwa 3 Milliarden Menschen mit offenen Feuern in ihren Hütten. Die dabei entstehende Rauchbelastung im Haushalt zählt laut WHO zu den weltweit häufigsten Todesursachen mit insgesamt 4,3 Millionen Toten jährlich. Auch im Bolivianischen Hochland wird mit offenen Feuern gekocht, was zu Lungenkrankheiten in der Bevölkerung und dazu führt, dass sich Kleinkinder häufig Verbrennungen zuziehen. Der Frage nach einer nachhaltigen Lösung des Problems stellt sich das Projekt „Bildung Bleibt“ von Ingenieure ohne Grenzen e.V., welches 2016 zum zweiten Mal stattfindet.

Projektbeschreibung

Der Ansatz – Ausbildung von BerufsschülerInnen zum Lösen lokaler Probleme

Wie erreicht man es, eine Technologie von gesundheit- und umweltschonenden Kochstellen in einem Land zu verankern und zwar so, dass sie sich von selbst immer weiter verbreitet?
Man baut nicht nur Kochstellen, sondern bildet Menschen darin aus, diese zu bauen. Und wenn man nicht nur das Rauchproblem lösen möchte, sondern alle grundlegenden Probleme der Ärmsten?
Man bildet Menschen darin aus, Probleme zu lösen.

Beidem nimmt sich das Projekt “Bildung Bleibt” an, das von der Aachener Gruppe der “Ingenieure ohne Grenzen e.V.”, einer bolivianischen Berufsschule und der bolivianischen Organisation SODIS entwickelt und von Mai bis Juli 2015 zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt wurde.
In einem von Ingenieure ohne Grenzen entwickelten Unterrichtskonzept, welches technisches Problemlöseverhalten mittels moderner didaktischer Methoden vermittelt, lernt eine Klasse von Berufsschülern, wie man verbesserte Kochstellen baut, die die Rauchbelastung in den Hütten der Landbevölkerung vermeiden.

 

Die vielschichtige Wirkung - 5 positive Wirkweisen von rauchfreien Kochstellen im Projekt Bildung bleibt!

1. Wie rauchfreie Kochstellen Unternehmergeist wecken

Das Projekt Bildung Bleibt! ist eine einzigartige Fusion aus einem Bildungs- und Gesundheitsprojekt. Die im Rahmen dieses Projektes gebauten rauchfreien Kochstellen sind für die Schüler unserer Partnerschulen Lehrobjekte. In einem mehrwöchigen Kurs lernen die SchülerInnen, einen Bedarf zu ermitteln und ein technisches Konzept zu dessen Lösung zu entwickeln. Dies geschieht unter Betreuung ihrer Lehrer sowie den Ehrenamtlichen der Ingenieure ohne Grenzen. Als Klasse reisen die SchülerInnen zum Ende des Kurses in eine ländliche Gemeinde um ihre Lösung zu implementieren. Nach Abschluss der Arbeit sind die SchülerInnen nicht nur Multiplikatoren des Projektes, indem sie rauchfreie Kochstellen auch in ihre eigenen Heimatgemeinden bringen, sie haben darüber hinaus auch neue Kompetenzen entwickelt, die ihnen helfen werden, ihre technischen Kenntnisse in eigenen Projekten und Unternehmungen umzusetzen.

2. Wie rauchfreie Kochstellen Leben retten

2,7 Milliarden - Gut ein Drittel aller Menschen nutzen weltweit Holz oder Holzkohle als Hauptenergiequelle. Im ländlichen Bolivien heizen und kochen die meisten Familien auf offenen Feuern innerhalb geschlossener Behausungen. Die stark rauchbelastete Atemluft führt wiederum zu einer ganzen Reihe an Erkrankungen, beispielsweise Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen, Erblinden oder ein zu niedriges Geburtsgewicht. Für Kinder entspricht die tägliche Rauchbelastung der von sieben gerauchten Zigaretten. Eine rauchfreie Kochstelle vermindert diese Rauchbelastung um  ca. 97% und trägt somit dauerhaft zur Verbesserung der Gesundheit einer ganzen Familie bei.

3. Wie rauchfreie Kochstellen Zeit sparen

Mais, Kartoffeln, Bohnen - Das sind die Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung des bolivianischen Hochlands. Deren Zubereitung benötigt viel Zeit und vor allem viel Energie. In der Regel verbraucht eine normale Familie über 7 kg Holz pro Tag. Dieses wird mühsam an den kahlen Berghängen zusammengetragen. Dorfbewohner berichten, die Aufgabe nehme an manchen Tagen bis zu 4 Stunden in Anspruch. Es ist zudem eine Aufgabe, die vielfach von kleineren Kindern übernommen werden muss.
Demgegenüber verbraucht eine rauchfreie Kochstelle verglichen mit einer herkömmlichen "k'oncha"-Feuerstelle 70% weniger Brennstoff. Das entspricht bis zu 2 Stunden gesparter Zeit, die sinnvoller genutzt werden kann - zum Beispiel in der Schule.

4. Wie rauchfreie Kochstellen Erosion aufhalten, die Bauern ihre Lebensgrundlage wegspült

Weite Teile des bolivianischen Hochlands sind entwaldet. Dadurch fehlen die Baumwurzeln, die bei Starkregen den Boden davon abhalten, weggespült zu werden. Dieses Land ist für die Dorfbewohner jedoch lebenswichtig, denn schon jetzt ist gutes Ackerland knapp. Durch eine Reduzierung des massiven Brennstoffbedarfs für das Kochen erhoffen wir uns, die voranschreitende Entwaldung in der Region Micani bremsen zu können.

5. Wie rauchfreie Kochstellen zur Selbsthilfe befähigen

Zuletzt lernen unsere SchülerInnen durch die Umsetzung eines technischen Projektes, dass sie selbst in der Lage sind mit ihren Fähigkeiten zu einem positiven Wandel ihres Landes beizutragen. Unsere SchülerInnen bringen nicht nur Wissen über den Bau von rauchfreien Kochstellen mit in ihre Heimatgemeinden: Sie haben erlebt, dass sie selbst mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln in der Lage sind das Leben dort zu verbessern.

 

Die Frage der Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit – Wiederholung und Rückzug

Das Unterrichtsprojekt soll in den kommenden Jahren mit den nachfolgenden Jahrgängen der Schule und neuen Dörfern mit einer ähnlichen Problematik wiederholt werden. Ingenieure ohne Grenzen wird dabei nach und nach die finanzielle und organisatorische Verantwortung an die beiden Partner Sayarinapaj und SODIS abgeben, wodurch das Unterrichtsprojekt langfristig nachhaltig und unabhängig von dem deutschen Verein stattfinden soll. Zudem soll das erfolgreiche Konzept auch in Zusammenarbeit mit weiteren Berufsschulen angewandt werden. So fand Ende 2016 eine erste Kursdurchführung am Instituto Tecnológico Charcas in der ländlichen Gemeinde San Pedro de Buenavista statt. Diese Zusammenarbeit soll durch weitere Kursdurchführungen und die Fortbildung von LehrerInnen durch Ehrenamtliche der Ingenieure ohne Grenzen weiter vertieft werden.

Unterstützen Sie uns und seien Sie Teil unseres Projektes!
Denn Bildung bleibt.
 

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