UGA-IOG05

02.02.2017 // 15:37

Uganda: Wasser für Gehörlosenschule

Sicherstellung der Wasserversorgung der Gehörlosenschule "Exkurs Rwera and the school for the deaf" in Ntungamo.


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Ntungamo, Ntungamo District, Uganda
  • Zielgruppe: SchülerInnen, Lehrpersonal sowie weitere Beschäftigte der Gehörlosenschule
  • Zeitraum: 09/2014 bis 01/2015
  • Partnerorganisation: Hilfe für gehörlose Kinder in Afrika e.V.
  • Projektvolumen: ca. 5.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattabgeschlossenesprojektuga-iog05.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

Die Region um Ntungamo liegt weit abgelegen im ugandischen Hochland, nahe der Grenze zu Ruanda. An der Gehörlosenschule ist kein Wasseranschluss installiert. Die nächstgrößere Stadt liegt rund 20 km weit entfernt, weswegen eine Leitungsanbindung an eine bestehende Versorgungsleitung höchst unwahrscheinlich ist. Zwar besitzt die Schule zwei einfache Regenwassertanks, jedoch reichen diese nicht aus, um ganzjährig ausreichend Wasser für die Kinder zur Verfügung zu stellen.

Die Schüler und Schülerinnen müssen täglich mehrere Kilometer im bergigen Gelände zur nächsten Wasserstelle laufen und zusätzliches Wasser mit Schweren Kanistern aus dem Bohrloch holen. Diese zwingend erforderliche Tätigkeit nimmt viel Zeit in Anspruch, welche nicht zum Lernen genutzt werden kann. Das Wasser aus dem Bohrloch ist stark mit Keimen belastet und stellt somit eine massive Bedrohung für die Gesundheit der Kinder dar und muss vor dem Trinken abgekocht werden. Zusätzlich zum alltäglichen Gebrauch, wird Wasser für die Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen benötigt. Auf etwa 10 000 m² werden Mais, Matoke, Tomaten und andere Gemüsesorten angebaut.

Projektbeschreibung

Zusammen mit unseren Projektpartnern will Ingenieure ohne Grenzen die Wasserversorgung an der Schule sicherstellen. Weite Wege des Wasserschleppens sollen für die Kinder der Vergangenheit angehören. Zusätzlich soll Wasser zur Bewässerung umliegender Felder verwendet werden, auf denen Gemüse angebaut werden, um die Versorgung der Kinder und des Personals zu gewährleisten. Eine sichere Wasserversorgung entlastet die Kinder sowohl physisch als auch zeitlich, bietet die Grundlage für eine verbesserte Ernährung und verbessert somit auch die Bildungsmöglichkeiten.

Die Schule zählt derzeit etwa 90 Kinder und Jugendlichen, zu denen sowohl gehörlose als auch anderweitig benachteiligte Kinder gehören. Die Kinder kommen aus der Umgebung von Ntungamo und wohnen, schlafen und essen in den Gebäuden der Schule. Es sind etwa 4 bis 5 Lehrer und Lehrerinnen vor Ort, welche in den Fächern Gesundheitslehre, Mathematik, Erdkunde, Religion, Politik, Handarbeit, Basteln, Landwirtschaft und Informatik unterrichten.

Im Rahmen des Projektes findet zunächst eine Erkundung statt, um die Lage vor Ort genau zu verstehen und die benötigten Maßnahmen einschätzen zu können. Während der Erkundung soll der tatsächliche Bedarf bestätigt, Gespräche mit den Begünstigten und Projektpartnern geführt, Wasserproben genommen und Messungen durchgeführt werden. Es werden Optionen, wie zum Beispiel Brunnenbau, Oberflächenwasser und Regenwassersammlung überprüft und hinsichtlich ihrer Eignung vor Ort im Detail bewertet.

Auf Basis der Erkundung werden dann angepasste Lösungen entwickelt, um das Ziel einer gesicherten Wasserversorgung für die Gehörlosenschule in Ntungamo zu erreichen. Die vorgenommenen Bewertungen liefern dem Projektteam die Grundlage für die Erarbeitung eines Wasserversorgungskonzeptes. In einem zweiten Schritt soll die Umsetzung der am besten geeigneten Maßnahme erfolgen. Als zukünftige Begleitmaßnahmen sind die Entwicklung einer geeigneten Organisationsstruktur für den langfristigen Betrieb der Wasserversorgungseinrichtungen sowie Informationsveranstaltungen zu den Themen Wasserverbrauch, Wasseraufbereitung und Abwassernutzung und -entsorgung geplant.

Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen vor Ort konnte der Gehörlosenschule kurzfristig eine Wasserversorgung ermöglicht werden, so dass eine Unterstützung durch Ingenieure ohne Grenzen nicht mehr notwendig ist.