NPL-IOG03

18.04.2017 // 14:06

Nepal: Wasserkraft im Himalaya

Reparatur und Optimierung von Kleinstwasserkraftanlagen im Solukhumbu District in Nepal


  • Status:  Erkundung Implementierung Evaluation Abgeschlossen
  • Standort: Lower Solukhumbu District, Phugmoche, Nepal
  • Zielgruppe: Dorfgemeinschaften des Himalayas (Nepal)
  • Zeitraum: 11/2011 bis 02/2014
  • Partnerorganisation: Phugmoche Nepal
  • Projektvolumen: ca. 14.000 Euro
  • Projektdatenblatt als PDF: PDF icon projektdatenblattabgeschlossenesprojektnpl-iog03.pdf
  • Projektkategorien: 

Ausgangssituation

In den abgelegenen Gebieten des Himalaya-Gebirges in Nepal gibt es kein öffentliches Stromnetz. Viele Dorfgemeinschaften nutzen stattdessen kleine Wasserkraftwerke. So auch Phugmoche, eine kleine Ortschaft mit einer Schule und einem buddhistischen Kloster. Das Wasserkraftwerk mit ca. 35 kW Leistung ist seit 2005 in Betrieb, war allerdings anderthalb Jahre defekt. Diverse Konstruktionsmängel in vielen Kraftwerken in der Region führen regelmäßig zu Ausfällen. Dem Operator des Kraftwerkes in Phugmoche fehlt zudem eine ausreichende Fachausbildung - ebenfalls ein sehr verbreitetes Problem.

Projektbeschreibung

Ingenieure ohne Grenzen hat sich gemeinsam mit dem Projektpartner Phugmoche-Nepal e.V. zum Ziel gesetzt die Wasserkraftanlage zu reparieren und für einen langfristigen Betrieb zu optimieren. Weiterhin soll das lokale Stromnetz überarbeitet und den Kindern in der Schule ein allgemeines Verständnis für die Elektrizität und den damit verbundenen Gefahren vermittelt werden. Da viele Wasserkraftanlagen in der Region ähnliche Konstruktionsmängel aufweisen und die Anlagen meist nicht einwandfrei gewartet werden, plant IOG die in Phugmoche erprobten Technologien zu verbreiten und Kraftwerkstechniker in Reparatur- und Wartungsarbeiten zu schulen.

 

Aktueller Status

Bei einem ersten Besuch in Phugmoche wurden notwendige Reparaturen an der Wasserkraftanlage durchgeführt. Um Störungen dauerhaft zu vermeiden, wurden zunächst grundsätzliche Konstruktionsfehler behoben. So konnte bereits eine Notabschaltung, die zukünftig Schäden durch mechanische oder elektrische Überlastungen verhindert, eingebaut werden. Zusätzlich wurden einige Gebäude zum Schutz vor Blitzeinschlägen geerdet und die übrige Elektroinstallation überarbeitet. Nachdem den Kindern in einer Schuleinheit der Strom theoretisch erklärt wurde, konnten sie praktisch mit einem kleinen Modell die Funktionsweise der Wasserkraftanlage testen. Zurück in Deutschland entwickelte IOG für die Anlage eine neue Regelungselektronik. Diese Technologie soll nun in Phugmoche erprobt und später auf andere Wasserkraftanlagen in der Region übertragen werden. Bei den Arbeiten in Phugmoche wurde stets der Kraftwerkstechniker mit eingebunden und praktisch angeleitet, damit er vergleichbare Arbeiten in der Zukunft selbständig durchführen kann.

In einem folgenden Projektschritt unterstützt IOG weitere Kraftwerkstechniker in der Region.  Momentan wird Informationsmaterial, das einfache Lösungsvorschläge für auftretende Mängel an Anlagen und Stromnetzen vermitteln soll, erstellt. Überdies wird ein Seminar erarbeitet, welches die praktische Durchführung von Reparatur- und Wartungsarbeiten vermitteln soll. Das Seminar wird zusammen mit einem lokalen Partner in Nepal umgesetzt werden.