MOZ-IOG01

15.12.2017 // 16:08

Mosambik: Bildung durch Solarenergie

Durch die Elektrifizierung von Schulen im ländlichen Raum kann ein Abenddunterricht für Erwachsene ermöglicht werden.



Ausgangssituation

Auf dem Land leben die Menschen in verstreuten Siedlungen und kleinen Dörfern, die oft in großen Entfernungen zueinander liegen. Ein staatliches Stromnetz existiert nicht. Wenn es abends dunkel wird (Dämmerung 17-18 Uhr) bedeutet dies das Ende der Geschäftigkeit. Ohne Stromanschluss sind Lichtquellen rar gesät. Die wenigen Kerosinlampen, die es gibt, arbeiten mit teurem Brennstoff. Sie rußen, verursachen Augenentzündungen und schaden der Umwelt.

Durch den langen Bürgerkrieg hatten viele heute Erwachsene nie die Möglichkeit zur Schule zu gehen. Die Analphabetenrate lag im Jahr 2011, zur Zeit der Erkundung, bei über 54 % (bei Frauen sogar höher). Abgesehen vom offenkundigen Gebäude- und Lehrermangel und der Flutkatastrophen und Überschwemmungen der letzten Jahre, waren das fehlende Schulgeld sowie notwendige Arbeit auf dem Feld Ursachen den Schulunterricht nicht wahrzunehmen zu können. Durch die Elektrifizierung von Schulen, kann nun ein Abendunterricht eingerichtet werden, der es den Erwachsenen ermöglicht nach der Feldarbeit ihre Grundbildung nachzuholen.

Projektbeschreibung

Nach der Erkundung im März 2011 stand fest, dass wir mit der Elektrifizierung der Schulen einen großen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Region leisten können. Im September 2011 fand daher die Implementierung von Photovoltaiksystemen in 12 Schulen an. Die Lehrer der jeweiligen Schulen haben daraufhin den Abendunterricht bei der Schulbehörde beantragt und somit die Schulmaterialien und die Genehmigung für Abschlussprüfungen erhalten. Seit Anfang 2012 findet somit in einigen Gemeinden der Provinz Gaza regelmäßig Abendunterricht statt, in dem die Erwachsenen Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.

Im April 2017 war ein Team von Ingenieure ohne Grenzen vor Ort, um das Projekt zu evaluieren und zu sehen, ob die Menschen davon profitiert haben. Wir haben viele Menschen getroffen, die uns freudig von ihrem neu erlangten Wissen berichteten. Viele können die Produkte aus eigener Landwirtschaft nun wirtschaftlicher verkaufen, da sie besser mit Geld umgehen und handeln können. Zudem gab es Berichte, dass die Menschen selbstständiger geworden sind und Reisen in die Städte einfacher sind, da man Schilder und Plakate lesen kann. Insgesamt haben wir sehr viel positives Feedback erhalten und freuen uns, dass das Projekt so gut angenommen wurde.

Wir danken allen Beteiligten, den Mitarbeitern der Caritas Chókwè und Ingenieure ohne Grenzen und besonders unseren Spendern. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.