KEN-IOG08

18.04.2017 // 14:01

Kenia: Infrastruktur für eine Krankenstation in Chwele

In der westkenianischen Gemeinde Chwele leben ca. 20.000 Einwohner. Die staatliche Gesundheitsversorgung ist mangelhaft ausgestattet und organisiert. Gemeinsam mit deutschen und kenianischen Partnern planen Ingenieure ohne Grenzen e.V. dort den Bau einer Krankenstation zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung.



Ausgangssituation

Eine ausreichende medizinische Versorgung ist in Kenia sowie in vielen anderen Ländern der Welt nur selten gegeben. Gerade die ärmere Bevölkerung in den ländlichen Gebieten des Landes hat so gut wie keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Nach Angaben der WHO kommen auf 10.00 Kenianer 2,2 Ärzte (Stand 2009). Zusammen mit dem Verein Open Hearts e.V. aus Augustusburg möchten wir in Chwele in Western Kenia eine Krankenstation errichten.

In Zusammenarbeit mit einer christlichen Gemeinde aus Chwele soll sie die medizinische Versorgung der Stadt und der Umgebung verbessern. Durch ehrenamtliches Engagement und den Einsatz nachhaltiger Technologien sollen die Kosten niedrig gehalten werden damit auch für die bedürftige Bevölkerung die medizinische Behandlung bezahlbar ist.

Den Rohbau des Gebäudes, die medizinische Ausstattung und die Einstellung und Weiterbildung des medizinischen Personals übernehmen unsere Partner von Open Hearts e.V. Mehr Informationen zu unserer Partnerorganisation finden Sie hier .

Die Aufgabe unserer Gruppe ist es einfache aber nachhaltige und wirkungsvolle Konzepte für die Bereiche Strom- und Wasserversorgung und Sanitärversorgung zu erstellen. Um ein detailliertes Bild der Ausgangssituation in Chwele zu bekommen, fliegen zwei unserer Regionalgruppenmitglieder im Januar für drei Wochen nach Kenia. Die Aufgaben der Erkundungsreise sind u.a. folgende:

Erfassung der aktuellen Situation (Interviews, Besuche, Probenahme etc.)

Kennenlernen der Partnergemeinde

Besuch der Universitäten in Maseno und Eldoret

Aufbau von Kontakten zu nationalen und internationalen Behörden und NGOs

Projektbeschreibung

Medizinischer Abfall

Die fachgerechte Entsorgung von medizinischem Müll hat besondere Bedeutung, da etwa ¼ des anfallenden Mülls infektiös und gefährlich ist. Es besteht die Gefahr von Infektionen durch unsachgemäße Entsorgung des Mülls, besonders durch scharfe und spitze Gegenstände. Der infektiöse muss vom restlichen Müll gesondert gesammelt und verwahrt werden um Gefährdung von Personal und Bevölkerung zu vermeiden. Die Entsorgung erfolgt bevorzugt über das staatliche Entsorgungssystem. Ist dieses nicht vorhanden muss der Müll vor Ort behandelt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie geschlossene Verbrennung, Autoklavierung oder Behandlung mit desinfizierenden Chemikalien z.B. Chlor. 

Im Rahmen der Erkundung soll geklärt werden ob ein Anschluss an die staatliche Müllentsorgung oder an bestehende Müllbehandlungsanlagen benachbarter Krankenhäuser möglich ist oder eigene Alternativen gesucht werden müssen. 

 

Wasserversorgung

Da es in Chwele, Kenia für die Bevölkerung sowie unsere Krankenstation weder eine öffentliche Wasserversorgung noch Abwasserentsorgung gibt, wird es eine unserer Aufgaben sein, alternative Wasserquellen zu finden. Sicher wird die Wasserqualität dabei nicht den strengen deutschen Trinkwasserstandards entsprechen, weshalb wir das so gewonnene Wasser hier als "sauberes Wasser" und nicht als "Trinkwasser" bezeichnen. Drei Quellen stehen für sauberes Wasser zur Verfügung: Oberflächenwasser, Grundwasser und Regenwasser.

Mit jährlich etwa 1500 mm Niederschlag gibt es in Chwele prinzipiell ausreichend Regenwasser um den Wasserbedarf eine Krankenstation unserer Größe zu decken. Allerdings konzentriert sich der Niederschlag in Chwele auf zwei Regenzeiten zwischen jeweils 2 bis 3 Monaten. Für die Trockenzeiten müssten deshalb ein ausreichend großer Speicher und ausreichend große Auffangflächen installiert werden. Die Alternative wäre die Wassergewinnung durch den Bau eines neuen Brunnes. Aus Chwele haben wir jedoch erfahren, dass die vorhandenen Brunnen in der Trockenzeit kein Wasser mehr geben.

Die Aufgabe der Erkundung wird sein genug Informationen zu sammeln um eine passende Technologie auswählen zu können.