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HTI-IOG01

02.05.2019 // 09:52

Haiti: Solarstrom für Kranken- und Waisenhauskomplex

In dem Projekt Solarstrom für Haiti – das unter der Federführung des Kinderhilfswerks Nuestros Pequeños Hermanos  (NPH) in Kooperation mit weiteren Partnern durchgeführt wurde – unterstützte Ingenieure ohne Grenzen (IoG) die Installation einer 300 kWp großen Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem NPH-Gebäudekomplex in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince.



Ausgangssituation

Fast vier Jahre nach dem schweren Erdbeben auf Haiti ist die öffentliche Energieversorgung dort noch immer unzuverlässig und viele Institutionen greifen auf Dieselgeneratoren zurück. Für den Gebäudekomplex St. Damien - bestehend aus Kranken- und Waisenhäusern sowie einem Berufsbildungszentrum - bedeutet das sehr hohe Kosten für die Beschaffung von Diesel. Abgesehen von den Kosten sind auch die Umweltauswirkungen durch die Emission von C02 von Bedeutung.

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Projekts Solarstrom für Haiti wird eine 300 kWp-Solaranlage installiert werden, die als Hybridsystem die vorhandenen Dieselgeneratoren entlasten wird. Rund ein Drittel der benötigten Energie wird dadurch regenerativ erzeugt und somit eine bedeutende Reduktion der Stromkosten und CO2-Emissionen ermöglicht. Bereits im Mai dieses Jahres wurde der erste Teil (80 kWp) der PV-Anlage installiert. Noch sind ca. 2.000 Module nicht verbaut. Allerdings unterscheiden sich die zumeist gespendeten Module sehr hinsichtlich Technologie und Leistung. Deshalb besteht nun die Herausforderung darin, die Module auf ihre Funktionsfähigkeit und Leistung hin zu prüfen und auf Basis der Ergebnisse ein optimales PV-System zu konfigurieren. Ingenieure ohne Grenzen unterstützt das Projekt mit technischem Know-How und wird vor Ort in der Berufsschule für angehende Elektroinstallateure eine einwöchige Photovoltaik-Schulung durchführen. Das pädagogische Konzept ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Projekts, da nur so auch nach Abreise der ausländischen 'Experten' sichergestellt werden kann, dass das PV-Diesel-Hybridsystem über viele Jahre hinweg funktionstüchtig bleiben wird. Außerdem wird mit den Berufsschülern zusammen ein Teststand zur Klassifizierung der Module aufgebaut.

Einsatz der Ingenieure ohne Grenzen in Haiti

Im Dezember 2013 sind zwei Freiburger Ingenieure nach Port-au-Prince, Haiti gereist, um dort ein Photovoltaikprojekt zu unterstützen. „Nuestros pequenos hermanos“ (NPH), unsere Partner-NGO vor Ort, betreibt dort einen großen Komplex, der aus einem Kinderkrankenhaus, Waisenhäusern, verschiedenen Schulen und Wohnheimen besteht. Bislang wurde der gesamte elektrische Energiebedarf durch Dieselgeneratoren gedeckt, was zum einen hohe Kosten, zum anderen unnötige CO2 – Emissionen verursacht.

Im Mai 2013 wurde bereits im Rahmen einer Kooperation von Ingenieure ohne Grenzen, NPH und der Biohaus-Stiftung eine erste 85 kWp – Photovoltaikanlage (PV) installiert, um den Stromverbrauch des Kinderkrankenhauses zu senken. Unser Einsatz war deshalb in drei Hauptaufgaben aufgeteilt:

Solarunterricht an der lokalen Berufsschule

Um das nötige Wissen zur Planung und Installation einer PV-Anlage vor Ort zu etablieren, hat unsere Freiburger Regionalgruppe einen einwöchigen Solarunterricht konzipiert, der in der Berufsschule von NPH zur Schulung genutzt wurde. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf vielen praktischen Aufgaben zum Bestimmen von Modulstrom und –spannung, der Auslegung und Installation von PV-Anlagen, sowie der korrekten Wartung im Nachhinein.

Aufbau eines Modulteststandes

Nachdem im Unterricht die Grundlagen der Photovoltaik vermittelt wurden, wurde gemeinsam mit den Schülern ein Teststand benutzt, um die vielen gespendeten Module auf Funktion und Leistungsklasse zu prüfen. So entstand eine große Datenbank mit wichtigen Angaben zu Modulleistung, -spannung, -strom und –abmessung, die das zukünftige Planen der PV-Anlagen enorm erleichtert.

Installation einer 14 kW-Anlage für das Waisenhaus St. Ann

Abschließend wurde gemeinsam mit den Berufsschülern das Gelernte direkt in die Tat umgesetzt: Mit einem Teil der klassifizierten Module wurde eine 14 kWp-Anlage auf dem Dach des Waisenhauses St. Ann errichtet, das ebenfalls zu dem Komplex von NPH gehört. Nun hat das Gebäude 24 Stunden am Tag Strom und der Dieselgenerator dient lediglich als Backup, falls durch schlechtes Wetter der Solarstrom nicht zum Laden der Batterien ausreicht.

Einen schönen audiovisuellen Eindruck des bisherigen Projektverlaufes vermittelt dieser  kleine Film.

Dieses Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen. Wir bedanken uns bei allen Menschen, die uns mit ihrer Mitarbeit und ihren Spenden unterstützt haben, um dieses Projekt zu realisieren.