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Integration heißt gemeinsam

Integration heißt gemeinsam - Vielfalt. Sprache. Technik.

Seit einigen Jahren erleben wir eine starke Zuwanderung von Menschen, die sich auf der Flucht vor Krieg, Unterdrückung oder politischer Verfolgung befinden. In Deutschland angekommen wollen die Geflüchteten an der Gesellschaft teilhaben und für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Sprachkenntnisse haben laut einer BAMF-Analyse aus dem Jahr 2016 jedoch nur zwei Prozent der Zugewanderten.  Ein Großteil der Geflüchteten bringt also nicht die Voraussetzungen mit, um direkt ins Berufsleben einsteigen zu können. Mit einem mehrschichtigen Angebot aus Workshops und einem Mentoren-Programm unterstützen wir die Menschen beim Spracherwerb und der Integration in die Gesellschaft.

Krieg und eine dramatische Flucht, wie sie viele tausend Menschen erleben mussten – die Geschichte einer Teilnehmerin

Suaad ist vor zwei Jahr aus Syrien geflohen - allein. Ihre Mutter war schon in Deutschland, ihr Vater und ihre Geschwister blieben in Syrien. Suaad war damals 21 Jahre alt. Sie war mitten im Studium, der Abschluss eigentlich nicht mehr weit, aber dann musste ihre Familie die Stadt Homs verlassen. Es war zu gefährlich. Sie sind aufs Land geflohen, dort aber gab es keine Perspektive für Suaad. Nach einem Jahr hat sie es nicht mehr ausgehalten und die Flucht nach Deutschland angetreten.

Ihre Flucht war lebensgefährlich. Sie hatte das Glück unterwegs ihren Cousin zu treffen, beide haben sich einer Gruppe von 20 jungen Männern angeschlossen. Gemeinsam kamen sie gut voran, konnten sogar einen Teil des Weges mit dem Zug zurücklegen. Als sie das Mittelmeer erreichten und mit einem viel zu kleinen Schlauchboot auf das Meer fuhren, ging plötzlich der Motor aus. Panik brach aus. Ein Mann sprang über Bord, um an Land zu schwimmen. Bange Stunden wie es weitergeht, bis sie das große Glück hatten von der griechischen Polizei entdeckt und gerettet zu werden, die sie nach Kos brachten. Über den Balkan schaffte es Suaad nach insgesamt 15 Tagen der Flucht ihr Ziel zu erreichen.

In Deutschland angekommen

Endlich sie hatte es geschafft. Das Ziel ihre Mutter wieder zu sehen schien nun so nah. Aber auch in Deutschland gab es Schwierigkeiten. Suaad musste in der ersten Flüchtlingsunterkunft zunächst warten, Papiere ausfüllen, wieder warten, bis sie endlich weiterreisen durfte. Als sie schließlich in Freiburg bei Ihrer Mutter ankam, war sie zunächst glücklich.

Wie sollte es nun weitergehen? Suaad wollte die Sprache lernen, ihr Studium „Communication and Electronic Engineering“ beenden. Sie wünschte sich Einstiegsmöglichkeiten und Kontakt zu den Menschen in Deutschland. Suaad sah eine Chance, dass der Deutschkurs von Ingenieure ohne Grenzen ihr helfen könnte und sie fand Unterstützung, eine gute Vorbereitung, um ihr Studium fortzuführen, und Freunde. Gemeinsame Kinobesuche oder zusammen kochen ist bis heute geblieben. Suaad wird ihr Studium fortsetzen und hat wieder Pläne für die Zukunft. Sie kann sich eine Professur im Ingenieurwesen vorstellen oder in einem Unternehmen für Elektrotechnik zu arbeiten. Jetzt hat Suaad wieder Perspektiven.

Der Weg in den Arbeitsmarkt ist schwer

Der Wille von Arbeitgeberseite geflüchtete Menschen einzustellen, einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz anzubieten ist generell da. Bisher scheitert die Umsetzung jedoch an unterschiedlichen Hürden: fehlende Informationen über Qualifizierung, fehlende Sprachkenntnisse, fehlendes Fachvokabular in Deutsch, fehlendes Vertrauen, Kommunikationsschwierigkeiten und ein großer Aufwand für Arbeitgeber. Es gibt zwar Beratungs- und Integrationsprogramme von staatlicher Seite, allerdings erreichen diese nur eine geringe Anzahl der Asylsuchenden. Die administrativen Anforderungen in Deutschland können teilweise sehr komplex sein. Eine sehr große Herausforderung für Menschen, die größtenteils die Sprache noch nicht beherrschen.

Es gibt  nicht genug Sprachkurse für die Masse der Nachfrage – insbesondere branchenspezifische Sprachkurse mit direkten Anwendungsmöglichkeiten fehlen. Ein weiteres Problem für die schnelle und langfristige Integration in Deutschland ist, dass es den meisten Geflüchteten an sozialen Kontakten in Deutschland mangelt, die ihnen den Start ins neue Leben erleichtern könnten. Soziale Kontakte können nicht nur die gesellschaftliche Integration der Geflüchteten unterstützen, sondern auch bei rechtlichen Schwierigkeiten zur Seite stehen, oder Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern vermitteln. Die Integration der Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft kann deshalb nur mit der Unterstützung von lokalen und regionalen Initiativen gelingen.

Integration heißt gemeinsam

Mit dem Programm „Integration heißt gemeinsam“ und dem zugehörigen Netzwerk aus potentiellen Ausbildungsstellen und Arbeitgebern leistet Ingenieure ohne Grenzen einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten in Deutschland. Die Workshops setzen sich zusammen aus einem berufsbezogenen (technischen) Sprachkurs und einem praktischen Anwendungsworkshop. Durch dieses kombinierte Angebot, das den Spracherwerb und Weiterbildungsangebote gezielt mit praktischen Arbeitserfahrungen verknüpft, versuchen wir dem Prioritätenkonflikt zwischen Spracherwerb, schulischer oder fachlicher Nachqualifizierung und Praxiseinstieg zu begegnen.

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Wir freuen uns über jede Spende, die unsere Arbeit unterstützt. Spenden Sie für unser Engagement bei der Integration von Geflüchteten in Deutschland mit dem Spendenstichwort: INTEGRATION oder nutzen Sie unser Online-Spendenformular

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