Grundversorgung für Schulen

Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär.

Weltweit verbindet die meisten Kinder eine Tatsache: sie gehen zur Schule. Dem Kinderhilfswerk UNICEF zufolge besuchen an einem gewöhnlichen Tag über 1 Milliarde Kinder eine Grund- oder Sekundarschule. Die Lernbedingungen sind dabei sehr unterschiedlich und zur Schule  gehen bedeutet nicht immer  eine gute Erfahrung für die Kinder.  Überfüllte Klassenräume, lernen bei Kälte und Hitze, ob hungrig oder durstig ist für manche Kinder der Schulalltag. Diese Bedingungen beeinflussen den Lernerfolg eines jeden Kindes. Mit dem Programm "Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär." unterstützt Ingenieure ohne Grenzen Schulen  in Partnerländern  beim Auf- und Ausbau von Infrastruktur, sodass die Schülerinnen und Schüler bessere Chancen auf einen Einstieg in das Arbeitsleben bekommen.

Das Schulleben in Hopley, Simbabwe: Aus dem Alltag eines Schülers

Nelson ist Schüler an der Rising Star Schule. Er lebt zusammen mit seinem 23 Jahre alten Bruder in Hopley. Nelson ist so alt wie die Siedlung Hopley selbst – 12 Jahre. Hopley entstand nach einer politisch motivierten Zwangsräumung durch die simbabwische Regierung im Jahre 2005, bei der über 30.000 Simbabwer ihr Zuhause verloren und gezwungen waren sich eine neue Existenz aufzubauen. Nelson´s Eltern versuchen regelmäßig bei ihm und seinem Bruder zu sein und bringen Essen und versorgen Nelson mit Alltäglichem, das er benötigt.

Nelson ist in Hopley zur Schule gegangen, jedoch unter erschwerten Bedingungen: Viele Jahre gab es kein Schulgebäude, der Unterricht fand draußen statt. Die Kinder saßen in der Sonne auf dem Boden und eine Lehrerin versuchte auf einer provisorisch befestigten Tafel zu schreiben. Für Nelson und die anderen Schulkinder war es sehr mühsam, wenn sie Unterrichtsinhalte mitschreiben wollten. Sie mussten auf dem Boden oder auf ihren Beinen schreiben, auch Tische und Stühle gab es nicht. Regelmäßig musste der Unterricht bereits nach zwei Stunden beendet werden, weil es im Sommer in der Sonne einfach zu heiß wurde. In der Regenzeit von Ende November bis Februar hat es immer wieder, vor allem vormittags, so stark geregnet, dass kein Unterricht stattfinden konnte. Nachmittags wurde der Regen häufig weniger und es war möglich vereinzelt ein paar Stunden zu unterrichten.

Ein Schulgebäude nebst zugehöriger Infrastruktur für die mehr als 1000 Kinder würde regelmäßigen Unterricht ermöglichen. Gemeinsam mit einer Hilfsorganisation vor Ort startete Ingenieure ohne Grenzen ein Projekt an der Rising Star Schule, um ein Schulgebäude zu bauen. Ein System aus Rundbögen und massiven Ziegelwänden sollte dafür sorgen, dass die Kinder das ganze Jahr über zur Schule gehen können. Ein doppeltes Dach sollte verhindern, dass sich die Klassenräume zu stark aufheizen. Nach sechs Monaten waren die ersten beiden Klassenräume bezugsfähig und der Unterricht konnte starten.

Heute sitzt Nelson während des Unterrichts auf einem Stuhl und hat einen Tisch vor sich, an dem er arbeiten kann. Die Lehrerin schreibt auf einer fest stehenden Tafel.  Wenn die Temperaturen draußen um die 25 °C sind, bleibt es in den Klassenräumen angenehm kühl. Wegen schlechtem Wetter muss der Unterricht nicht mehr ausfallen. Nelson kann nun das ganze Jahr über zur Schule gehen und hat die Chance den Schulbesuch jetzt auch als eine positive Erfahrung in seinem Leben zu erleben . Der regelmäßige Unterricht bietet ihm die Möglichkeit später eine Ausbildung zu beginnen, so dass er gute Perspektiven für seine Zukunft hat.

Schulbildung als Ziel nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen

Seit 2016 gelten die Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen, welche die Nachfolge der UN Millenniumsziele antreten. Dem Thema Bildung wird hier ein hoher Stellenwert zugeschrieben, Bildung soll hochwertig sein und gerechter gestaltet werden. Bildung spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bekämpfung von Armut und Hunger und fördert die Chancengleichheit.

UNICEF entwickelte dafür den Ansatz der „Child Friendly Schools“. Er sensibilisiert dafür, Schulbildung ganzheitlich zu erfassen und berücksichtigt alle Aspekte, die Einfluss auf das Lernen haben. Ziel ist nicht nur, dass die Einschulungsraten steigen, sondern auch die Qualität des gesamten Schullebens zu verbessern. Der Ansatz konzentriert sich an den Bedürfnissen der Kinder, Familien und der Gemeinschaft, in der die Kinder leben, sowie auf die Ausstattung der Schulen. Es soll somit ein sicheres Umfeld – sozial, wie auch die Infrastruktur betreffend – geschaffen werden. Auch Ingenieure ohne Grenzen unterstützte bereits in der Vergangenheit diese Ausrichtung in einem gemeinsamen Projekt mit UNICEF und orientiert sich weiterhin an diesem am Ansatz.

Investitionen in Bildungseinrichtungen - und damit Bildungschancen - haben nachweislich auch positive Wirkung auf die Wirtschaft. Der WHO zufolge generiert jeder Dollar, der in Sanitärinfrastruktur investiert wird, einen fünffachen Gewinn. Auch UNICEF verweist darauf, dass Investitionen anfangs zwar hoch erscheinen mögen, sich letztlich aber mehrfach auszahlen. Dabei wird berücksichtigt, dass eine gute Bildung die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen, wovon Sozial- und Gesundheitssysteme profitieren. Zudem wachsen die Möglichkeiten auf ein selbstbestimmteres Leben und damit der Einfluss auf die eigene Entwicklung.

Unser Engagement - Infrastruktur für gute Bildung

Die nachhaltige Förderung von Bildung ist ein Schwerpunkt im Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das Leben in Schulen steht für Ingenieure ohne Grenzen im Zentrum – die Schule als ein Ort der Sicherheit und des Wohlergehens. Kinder und Lehrer sollen die Möglichkeit haben, sich voll und ganz dem Lernen zu widmen. Wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen, ist auch der Lernerfolg wahrscheinlicher.

Hierbei spielen die Verfügbarkeit von sauberem Wasser, angemessene Sanitärversorgung und der Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger und nachhaltiger Energie eine wesentliche Rolle. Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, machen beispielsweise jedes Jahr weltweit 443 Millionen Fehltage an Schulen aus. Der gesicherte Zugang zu sauberem Wasser ist hier aber nur ein Punkt. Existieren angemessene Sanitäreinrichtungen, steigt auch die Anwesenheit jugendlicher Schülerinnen. Während ihrer Menstruation fühlen sich viele Mädchen aufgrund der fehlenden Toiletten und damit auch der eingeschränkten Privatsphäre dazu gezwungen, zu Hause zu bleiben. Mit Erreichen der Pubertät steigt deshalb die Zahl der Schulaustritte unter Mädchen erheblich. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt auch die Verpflegung der Schüler während der Schulzeit dar. Das Einrichten eines Schulgartens, wie im UNICEF-Modell vorgesehen, kann die Möglichkeit bieten, dass die Kinder regelmäßig eine Mahlzeit bekommen. Eine wichtige Grundlage hierfür wiederum ist, dass die Kinder an den Schulen Wasser zur Verfügung haben.

Mit dem Programm „Grundversorgung für Schulen - Wasser. Strom. Sanitär.“ leistet Ingenieure ohne Grenzen mit dem Aufbau von Grundinfrastruktur an Schulen einen Beitrag, die Ziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Die Maßnahmen vor Ort sind auf die regionale Situation angepasst. Zum Spektrum der ARbeit von Ingenieure ohne Grenzen gehören

* Energieversorgung durch beispielsweise Solarenergie oder Biogas

* Wasserversorgung durch Regenwassersammelsysteme oder den Bau von Brunnen und Quellfassungen,

* Sanitärversorgung mittels Trockentrenntoiletten

* Bau von Schulgebäuden

bis hin zum Thema Ernährung. Ingenieure ohne Grenzen möchte das bestehende, weltweite Engagement für gute Bildungsmöglichkeiten bündeln und erweitern. Dabei sollen bereits bestehende strategische Partnerschaften aus- und neue aufgebaut werden. In zahlreichen Projekten kooperiert Ingenieure ohne Grenzen mit lokalen und internationalen Hilfsorganisationen und den Schulen selbst, um möglichst vielen Kindern die Chance zu geben, am Unterricht teilzunehmen und die Lernbedingungen für Kinder und Angestellte der Schulen zu verbessern.

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