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Pressemitteilung

20.06.18

Integration heißt gemeinsam: „Ich möchte einen Job finden, der meinen Qualifikationen entspricht.“

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni möchte Ingenieure ohne Grenzen e.V. auf sein Integrationsprogramm aufmerksam machen und einen Einblick in die Projekte geben. Unter dem Motto "#WithRefugees - 7 Tage, 7 Projekte im Zeichen von Vielfalt, Sprache und Technik" stellen wir auf unserer Webseite und auf Facebook die ganze Woche die einzelnen Projekte vor. Das Projekt „TEREFIC Berlin – Technical knowledge for refugees through interchange“ ist eines von 7 aktuellen Projekte im Integrationsprogramm von Ingenieure ohne Grenzen. Aus einem Interview mit einem Geflüchteten, der in Berlin an dem Projekt teilgenommen hat, ist ein persönliches Portrait entstanden. Die weiteren Projekte werden von den Regionalgruppen Aachen, Braunschweig, Hannover, Freiburg, Köln und München durchgeführt.

Ahmads Geschichte beginnt in Damaskus, seiner syrischen Heimatstadt. Heute ist er 40 Jahre alt und in Berlin angekommen. Seine Flucht aus Syrien führte über die Türkei, Italien und Frankreich nach Deutschland. Einen Monat lang war er unterwegs. Seit 2 Jahren lebt er nun in Deutschland. Innerhalb von nur 6 Monaten hat er die deutsche Sprache auf Niveau B2 erlernt. Mittlerweile hat er eine Aufenthaltsgenehmigung. Ahmad darf jetzt in Deutschland arbeiten. Er möchte als Bauingenieur arbeiten, in dem Fachbereich, in dem er ausgebildet und seit 2002 tätig ist. Nachdem er sein Studium als Bauingenieur in Damaskus abgeschlossen hatte, machte er noch einen Master in Computer Information Systems. Dann kamen die Doktorarbeit, und dann der Krieg. Sein Promotionsvorhaben musste er erst einmal unterbrechen.

Heute arbeitet Ahmad beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin. Als Sozialbetreuer mit dem Fokus Bauingenieurwesen. Doch sein Wunsch ist es, wieder als Bauingenieur zu arbeiten. Und seine Promotion mit dem Doktortitel abzuschließen. Was er dafür braucht, sind sehr gute Deutschkenntnisse, vor allem technisches Vokabular, und ein gutes berufliches Netzwerk. Denn eine der größten Herausforderungen für Geflüchtete wie Ahmad ist es, einen Job zu finden, der ihren Qualifikationen entspricht. In Ahmads Fall eine Stelle als Bauingenieur und einen Betreuer für seine Doktorarbeit. In der Neuen Nachbarschaft in Berlin-Moabit, einer Berliner Flüchtlingsinitiative, fiel ihm ein Flyer von Ingenieure ohne Grenzen e.V. in die Hände, der seine Neugierde weckte. Technisches Deutsch, Elektrotechnik und Solartechnik - all das waren Themen, die Ahmad ansprachen. Also ging er hin, zum Workshop. Seit Anfang 2017 gibt es an der TU Berlin die Workshopreihe „TEREFIC Berlin – Technical knowledge for refugees through interchange“. Durchgeführt und umgesetzt von den ehrenamtlich Aktiven der Berliner Regionalgruppe von Ingenieure ohne Grenzen e.V. Wenn andere Geflüchtete oder Freunde Ahmad fragen, warum er zu den Workshops geht, dann antwortet er immer: „Ich konnte dort durch viele Gespräche mein Deutsch verbessern und mehr über Solarsysteme erfahren. Und das Wichtigste war es, in einer netten Gruppe zusammenzuarbeiten.“

Ahmad schätzt den ungezwungenen Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die alle in ganz verschiedenen Lebenssituationen stecken. Aus einigen Begegnungen sind Freundschaften geworden. „Bis jetzt habe ich noch zu allen Leuten aus der Gruppe guten Kontakt. Viele Male habe ich mich mit ihnen für die Vorbereitungen für andere Workshops getroffen und mit geholfen. Und danach haben wir oft noch in Cafés oder Bars zusammengesessen. Diese Gruppe hat mich komplett integriert. Ich konnte meine Ideen und Vorschläge bezüglich des Workshops ansprechen und wir haben gemeinsam darüber diskutiert. Ich wurde von allen gut aufgenommen, egal, ob sie häufig dabei waren oder seltener.“ Eine Erfahrung, die er mit David teilt. David engagiert sich ehrenamtlich bei Ingenieure ohne Grenzen im Integrationsprojekt. „Ich nehme auf jeden Fall mit, in diesem Projekt sehr viele Menschen mit den verschiedensten Hintergründen kennengelernt und von ihnen einiges gelernt zu haben. Die Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden ist jedes Mal aufs Neue spannend und es gibt noch immer viel zu lernen.“

Ahmad ist angekommen in Berlin. Und dank der Workshops und der vielen neuen Kontakte auf einem guten Weg auch beruflich anzukommen, in der Stadt, die ihm wegen ihrer kulturellen Vielfalt gefällt, und weil sie so lebendig ist. Er fühlt sich hier zu Hause, auch wenn ihm seine Eltern ab und an fehlen. Ahmad hat viel Unterstützung erfahren und dafür ist er dankbar. Zum Beispiel bei der Wohnungssuche. Oder beim Ausfüllen all der deutschen Formulare und natürlich im Asylverfahren. Er schätzt den einfachen und unkomplizierten Umgang mit den Menschen, denen er in der Stadt begegnet ist. Manchmal haben ihn seine deutschen Freunde auch zu Partys eingeladen. All das hilft ihm dabei, sich zu integrieren. Jede Begegnung ist wertvoll. „Sie ermuntern mich immer wieder Deutsch zu sprechen und helfen mir so, meine Doktorarbeit irgendwann verteidigen zu können.“

Als Ahmad vor 2 Jahren neu in Deutschland angekommen ist, hat ihn vieles überrascht, besonders in Berlin, mit all seinen Vorzügen. Für Ahmad ist das die Pünktlichkeit bei der Arbeit, im öffentlichen Verkehr oder im ganzen Leben. Berlin, das ist jetzt sein zu Hause. Die Bibliotheken und die Universitäten und die gute Infrastruktur - der Hauptbahnhof, der Potsdamer Platz, die Friedrichstraße und der öffentliche Nahverkehr mit den vielen U- und S-Bahnstationen. Die Flüsse und Kanäle und die vielen Seen. All das gefällt Ahmad und die Mauer, die gefallen und nur noch eine schlechte Erinnerung ist. „Berlin ist wieder eine Stadt ohne Grenzen.“

Ahmad ist dankbar für die Unterstützung, die er erfahren hat. „Viele Geflüchtete, die alleine hier herkommen, brauchen praktische Übung und Erfahrung. Andererseits möchten diese Leute ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus ihrem Heimatland nicht löschen und das bedeutet, wir brauchen viele Workshops, Vorträge, Seminare, um diese mit den deutschen Kenntnissen und Erfahrungen zu vergleichen und einen gemeinsamen Konsens zu finden. Für mich persönlich vor allem im Bauingenieurwesen.“

Das Projekt „TEREFIC Berlin – Technical knowledge for refugees through interchange“ ist nur eines von 7 aktuellen Projekte im Integrationsprogramm von Ingenieure ohne Grenzen e.V. Die Motivation für das Programm und auch das Berliner Projekt liegt darin, Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen müssen und nach Deutschland kommen, zu helfen und sie beim Ankommen zu unterstützen.

Die soziale und berufliche Integration von Geflüchteten in Deutschland ist von großer Bedeutung für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Zivilgesellschaftliches Engagement schafft niedrigschwellige Angebote, in denen sich Menschen begegnen und austauschen können. Menschen, die in der deutschen Gesellschaft zu Hause sind und das System kennen, und solche, die noch neu sind, die noch die deutsche Sprache lernen und neue Kontakte knüpfen müssen. Die Stärke von Ingenieure ohne Grenzen e.V. sind die mehr als 1000 ehrenamtlich Aktiven in über 30 Regionalgruppen. Menschen, die offen für Austausch sind, kultursensibel und bereit, ihr Wissen zu teilen: branchenspezifisches Wissen. Als Organisation ist Ingenieure ohne Grenzen e.V. mit vielen Unternehmen in der Technikbranche gut vernetzt. Von diesem Netzwerk profitiert Ingenieure ohne Grenzen als Organisation und kann so eine wirkungsvolle Vermittlerrolle zwischen Geflüchteten und Arbeitsgebern einnehmen.

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