Blog des Projekts Kenia: ROCK - Rainwater, Opportunities, Cisterns, Kenya

23.01.2019 // 22:44

Zurück in Deutschland - Mit Vollgas in die Zukunft

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Zurück in Deutschland freute sich das Ausreiseteam und die Projektgruppe auf eine Zeit der Ruhe und der Besinnung. Kraft tanken, bevor es im neuen Jahr mit Vollgas weiter gehen wird. Denn es gibt viel zu tun. Die Nachbereitung wird Zeit in Anspruch nehmen, und das ist gut so.

Eine erneute Erkundung durchzuführen, in der keine Zisternen gebaut wurden, war ein mutiger Schritt, der dementsprechend lang in der Projektgruppe diskutiert wurde. In den 8 Wochen in Kenia haben wir einiges gesehen, und in Gesprächen viel gelernt. Immer wieder haben wir gemerkt, dass der Projektansatz der Richtige war. Wir haben von der Offenheit, die wir uns in der Erkundung bewahren wollten, profitiert und so neue Impulse bekommen, die wir ins Projekt tragen können. Vor allem, dass der Fokus nicht auf dem Bau von Zisternen lag, brachte uns im Hinblick auf die Exit-Strategie in eine gute Position. So konnten verstärkt Akzente bei der Co-Operativen-Entwicklung gesetzt werden. Denn eine starke Co-Operative steht im Mittelpunkt der Strategie zur Nachhaltigkeit des Projektes.

Alle geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Ausreiseziele konnten durchgeführt werden. Im Fokus lagen folgende Punkte: 1. Ziele der Co-Operative in der „Goal Finding Session“ interaktiv erarbeiten, 2. Projektpartnersuche abschließen, 3. Informationen sammeln und Grundlage für den weiteren Projektverlauf legen und 4. Evaluation des bisherigen Projektes, vor allem der letzten Projektausreise. Die zwölf Zisternenbesitzer, die in der letzten Bauphase eine Zisterne bekommen haben, wurden besucht und die Qualität der jeweiligen Zisterne überprüft. Die vier Dachschalungen, die beim Bau eine Verdichtung des Zisternendachs ermöglichen, wurden ebenfalls besichtigt und weiterhin für nutzbar befunden. Können sie für weitere Bauphasen eingesetzt werden, relativieren sich die Produktionskosten. Der Datenlogger wurde installiert und versorgt die Projektgruppe seit der Ausreise mit täglichen Updates zu Wasserstand, Wassertemperatur und Lufttemperatur von Zisterne 78. So sollen in Zukunft Erkenntnisse zu Entwicklung des Wasserstandes über das Jahr in Verbindung mit dem Nutzerverhalten in unsere Zisternensimulation einfließen, um die Zisternengröße zu optimieren.

In Nairobi und Nakuru haben wir sechs kenianische NGOs und Unternehmen getroffen, die als potentielle Projektpartner in Frage kamen. Mit dem Entschluss, die Co-Operative „Seeds of Life“ selbst als Projektpartner zu etablieren, ist ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit der Co-Operative getan worden. Direkter mit „Seeds of Life“ zusammenzuarbeiten, und so deren Entwicklung zu unterstützen, erschien uns in einer Phase des Projektes, in der verstärkt auch der Ausstieg von IOG aus dem Projekt ins Auge gefasst werden soll, als der beste Weg. Die Darmstädter Regionalgruppe möchte sich aus Gründen der Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren aus dem Projektgebiet um Sipili zurückziehen. Zu lange Projektlaufzeiten hemmen Eigeninitiative und begünstigen die Entstehung von Strukturen der Abhängigkeit. Mit der Co-Operative als offiziellen Projektpartner, liegt die Verantwortung eindeutig beim Management Committee der Co-Operative, die den Fortlauf des Projektes eigenständig bestimmen kann. Nur mit Menschen im Projektgebiet, die Initiative zeigen und sich für eine positive Entwicklung der Strukturen einsetzen, kann es gelingen ein funktionierendes System aufzubauen, von dem die Menschen auch in den Jahren nach dem offiziellen Projektende noch profitieren können.

Die ersten Kredite wurden Ende Dezember, kurz nach der Abreise des Ausreiseteams von der Co-Operative an einzelne Gruppen vergeben. Wir sind gespannt, welche der Gruppen sich noch Kredite nehmen werden, und wie das Geld eingesetzt werden wird. Der Erfolg der Kleinprojekte wird die Zukunft der Co-Operative maßgeblich beeinflussen. Mitte nächsten Jahres, wenn das erste gemeinsame Projekt, eine Hühnerzucht, anlaufen soll, wird sich erstmals zeigen, ob die Managementstrukturen der Gesellschaft stark genug sind, um ein derartiges Projekt aufzuziehen und zu überblicken. Das Potential der Farmers Co-Operative ist groß, denn „Unity is Strength“. Wir sehen Vorteile beim Zugang zu Märkten, der Unabhängigkeit der Farmer von Zwischenhändlern und effizienterem Wirtschaften. Wir haben große Hoffnung, dass die anstehenden Projekte den Mitgliedern der Co-Operative helfen werden ihre Ziele zu erreichen und ihre Lebenssituation langfristig zu verbessern.

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