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Blog des Projekts Sierra Leone: Trenntoiletten für Makali

21.12.2018 // 18:22

Überall nur Lehm

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Lehmsteine

Für die Oberkonstruktion haben wir zusammen mit dem Vorarbeiter die lokale Bauweise aus Lehmsteinen ausgesucht. Diese müssen drei bis vier Wochen trocknen, nur leider will die Regenzeit immer noch nicht Abschied nehmen.  Da wir ungern in Verzug kommen wollen, bleibt uns also nichts anderes übrig, als die Steine jetzt schon vorzubereiten und zu hoffen, dass der Regen bald aufhört. Für die Herstellung haben wir fast eine Woche eingeplant. Das klingt vielleicht nach relativ viel Zeit für ein paar Lehmsteine, aber für die sechs Toiletten brauchen wir einen ganzen Haufen Steine, genauer gesagt 1200 Stück! Glücklicherweise finden wir Lehm an der Baustelle, sodass wir direkt starten können. Um einen Lehmstein herzustellen, wird dem abgebauten Lehm Stroh, Erde und sehr viel Wasser untergemischt. Die Form für die Steine wird mit einem Gemisch aus Blättern und Wasser rutschig gemacht. So kommt der fertige Lehmstein besser aus der Form heraus.

Man kann sich vorstellen, dass die Arbeit ein bisschen eintönig sein kann und so scherzten die Bauarbeiter mit uns über die Masse an Steinen und meinten wir würden ein Meer aus Steinen erstellen. Ganz unrecht haben sie nicht, der ganze Boden ist voll mit Steinen und man muss aufpassen, wo man hintritt.

Da die Bauarbeiter um einiges talentierter in der Lehmstein Herstellung sind als wir, kümmern wir uns diese Woche um wichtige organisatorische Dinge wie die Handkasse und lernen ein bisschen die beiden lokalen Sprachen.

Sprachen? Mehrzahl? Ja! Denn in Sierra Leone werden in den meisten Regionen zwei Sprachen gesprochen. Einerseits wird die Stammessprache - bei uns in Makali ist das Temne - und andererseits die Nationalsprache Krio gesprochen. Letztere ist eine Mischung aus Englisch und Spanisch und kann mit etwas Fantasie verstanden werden.

Workshop in den Klassen

Nachdem wir in der letzten Woche mit den Lehrerinnen und Lehrern einen Workshop hatten, wie man das Thema Trockentrenntoilette und Hygiene im Unterricht einbauen kann, werden diese Woche bereits die Ergebnisse des Workshops in den Klassen umgesetzt. Gespannt wie das Wissen weitergegeben wird, setzen wir uns in die erste und zweite Klasse auf unsere mitgebrachtenen kleinen Hocker aus Bambus. Die Kinder begrüßen uns mit freudestrahlenden Gesichtern, rufen unsere Namen und winken uns zu, obwohl wir direkt vor ihnen sind. Die Lehrerin schlägt mit ihrem Stock auf den Tisch. Ruhe. Der Unterricht beginnt auf Temne und uns wird klar: Wir werden nicht viel verstehen. Hoffentlich die Kinder dafür aber umso mehr. Gespannt wird der Lehrerin zugehört und zu unserer Überraschung können sogar die meisten Fragen richtig beantwortet werden.

Im Laufe der Woche haben wir die Zeit verschiedene Lehrer zu beobachten, wie sie ihren Unterricht führen und wie die Kinder lernen. Eins ist uns auf jeden Fall klar: Schule war schon was schönes; mit seinen Freunden Späße machen und  Unterrichtsstunden, die nur vierzig Minuten dauern. Länger kann man sich ja auch nicht konzentrieren. Während der Woche arbeiten wir weiter zusammen mit den Lehrern, um den zu Hause vorbereiteten Hygieneunterricht langfristig in den regulären Schulunterricht zu integrieren. Und es klappt super! Schon bald gehört Hygiene zum festen Stundenplan.

Toilettentour mit Samuel

Für Samstag haben wir uns mit Samuel für eine “Toilettentour” verabredet. Denn nicht jeder kann sich so eine komplexe und große Toilette leisten, wie sie für die Schule gebaut wird. Wir suchen also nach günstigen und lokalen Möglichkeiten zum Nachbauen, damit auch jeder zuhause eine Trockentrenntoilette haben könnte. So ziehen wir zu viert durch die nahegelegene Siedlung, entdecken die verschiedensten Bauweisen und beenden den Tag mit tausend neuen Ideen für Makalis erste eigene “Do-it-Yourself”-TTT.

 

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