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Blog des Projekts Kamerun: Trenntoiletten für eine Grundschule in Ebendi

14.02.2016 // 18:24

Tag 7 – 12.12.2011

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Am Montag, den 12.12.2011, gegen 10 Uhr sollte dann endlich der Augenblick gekommen sein, an dem wir von unserer Partnerorganisation PEECAS empfangen werden sollten. Wir hatten morgens im Hotel gefrühstückt, unsere Sachen gepackt und Terence holte uns mit etwas Verspätung im Hotel ab. Der Weg zum Büro war weiter als wir gedacht hatten, es lag etwas außerhalb von Bamenda. Gegen 10:15 Uhr waren wir dort angekommen und wurden von Henry, dem Generalsekretär, Joseph Akuma, dem Vater von Callistus, und mehreren anderen Vertretern von PEECAS begrüßt. Callistus und die Vertreter  von Ebendi waren noch nicht anwesend. Herr Akuma zeigte uns Bilder von dem Aufenthalt von dem Herrn Gross vom SES Bonn, der 3 Wochen vor uns in Bamenda war und die umliegenden Dörfer in Esu und Ebendi besucht hatte, um sich ein Bild über die Wasserversorgung zu machen. Peter hatte vor der Abreise aus Deutschland ausgiebig mit ihm telefoniert. Anschliessend zeigte man uns das Haus und das umliegende Grundstück und stellte uns die Pläne für den weiteren Ausbau vor. Wichtigstes Projekt ist dabei in einem vorhandenen Brunnen eine elektrische Pumpe zu installieren und auf dem unteren Teil des Grundstücks einen größeren Fischteich zu bauen, um darin Fische zu züchten. Die daraus resultierenden Erfahrungen möchte man dann in Form von Workshops an die Bevölkerung weitergeben. Die nötigen Kenntnisse dazu sind bei einigen Mitgliedern vorhanden.

Gegen 11 Uhr erschien dann auch Callistus, er war aufgehalten worden, und wir konnten mit dem Meeting anfangen. Nach einer Begrüßung durch Herrn Akuma stellten sich alle Anwesenden kurz persönlich vor. Danach berichtete der Generalsekretär über die Geschichte und Struktur von PEECAS und beschrieb die Aktivitäten und Projekte, die in den letzten Jahren abgewickelt worden sind. Schließlich informierte er uns über die in der Zukunft geplanten Dinge. Bei allen Aktivitäten von PEECAS ist das Motto: „From us, for us, by us“ ausschlaggebend.

Ein wesentlicher Beitrag zur Aktivierung der Beteiligung der Dorfbewohner an den Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Dörfern war das in Form von Flipcharts durch Herrn Akuma vorgestellte Tool ‚Community Participation for rural Development’. In beeindruckenden gemalten Bildern verbunden mit kurzen, prägnanten Thesen soll damit den Dorfbewohnern, die in der Mehrzahl nicht lesen und schreiben können nahe gebracht werden, dass sie selbst in der Lage sind ihre Zukunft zu gestalten und zu verbessern.

Jetzt waren wir an der Reihe. Peter hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte und Struktur des Ingenieure ohne Grenzen e.V. in Deutschland und die Regionalgruppe Köln im Besonderen vorzustellen. Danach hatte ich die Gelegenheit über das Prinzip der Trenntoilette zu sprechen, ihre Vorteile herauszustellen und anhand des Projektes der RG Aachen in Kenia die Bauweise der Gebäude und Funktion der Tankanlage zu beschreiben.

Danach gab es eine Diskussionsrunde, in der sich vor allem die Vertreter von PEECAS und aus Ebendi zu ihren Eindrücken äußern sollten. Die Vertreterin aus Ebendi schien anfangs etwas skeptisch zu sein, ob solche weitgehenden Neuerungen, die auch wesentlich in die gewohnten Verhaltensweisen der Dorfbewohner eingreifen, von ihnen verstanden werden. Nach mehreren Beiträgen, die darauf zielten, dass eine intensive Unterrichtung und Aufklärung durch uns, die Lehrerschaft und die Vertreter von PEECAS notwendig ist und geleistet werden muss, legte sie ihre anfängliche Skepsis ab und ließ sich von den Vorteilen für ihr Dorf überzeugen.

Nach einer kurzen Pause ging man dann an die konkretere Planung der nächsten Tage und schließlich wurden auch Detailfragen der Konstruktion besprochen. Wie sich letztendlich herausstellte ist der früheste Termin für den ersten Besuch des Dorfes am kommenden Samstag, dem 17.12. möglich. An den folgenden Werktagen ist das Dorf quasi leer, da alle erwachsenen Bewohner auf ihren Plantagen arbeiten. Nur die Schulkinder und die Lehrer wären da. Ohne einen gebührenden Empfang durch alle Dorfbewohner will man uns aber nicht ins Dorf lassen. Wir waren über diese Nachricht nicht erbaut, da wir wegen der Kürze unseres Aufenthaltes anderes geplant hatten. Wir mussten uns aber an diesen Umständen anpassen und uns fügen. Das Leben in Afrika läuft nun einmal anders, als wir es gewohnt sind. Wir haben also in Absprache mit PEECAS umgeplant und entschieden, die folgenden Tage zur Recherche nach Bezugsquellen und Preisen von Baumaterialien hier in Bamenda zu verwenden. Die eventuell verbleibende Zeit können wir dann entweder für ein mögliches Folgeprojekt in dem Dorf Esu oder zu touristischen Zwecken verbringen.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Logistik. Ebendi liegt am Ende einer Strasse, die als Sackgasse nur von Vierradfahrzeugen oder Motorrädern zu bewältigen ist. Das stellt uns und PEECAS vor große Probleme, all die benötigten Baumaterialien, die vor Ort nicht vorhanden sind, dorthin zu schaffen. PEECAS besitzt einen Pickup mit Allradantrieb. Bei den überschlägig ermittelten 5 Tonnen Baumaterial, die dort hoch geschafft werden müssen, würde der Transport eine sehr lange Zeit beanspruchen. Es ist also sinnvoll, sich nach alternativen Transport­möglich­keiten umzuschauen.

Zufrieden mit den erreichten Ergebnissen beendeten wir das Meeting auf der Veranda vor dem Haus bei einem Smalltalk. Terence fuhr uns schließlich ins Hotel zurück und wir verbrachten den Abend  dort mit einem Abendessen im hoteleigenen Restaurant und der Aufarbeitung der Eindrücke des Tages. Letztendlich waren wir uns einig, an dem heutigen Tag einen wesentlichen Schritt weiter gekommen zu sein.

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