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Blog des Projekts Kamerun: Trenntoiletten für eine Grundschule in Ebendi

14.02.2016 // 18:16

Tag 6 – 11.12.2011

Am Sonntag, dem 11.12.,unserem sechsten Tag in Kamerun, sollte nicht viel passieren. Am Sonntag zieht man sich hier fein an und geht morgens in die Kirche. Da wir dazu keine Ambitionen hatten, haben wir in Ruhe im Hotel gefrühstückt (Omelett mit Baguette und einer Tasse Kaffee) und auf Callistus gewartet. Gegen 11 Uhr kam er zu uns ins Hotel und wir haben endlich die nötigen Dinge über den weiteren Ablauf besprechen können

Er kündigte uns an, dass am nächsten Morgen gegen 10 Uhr ein Treffen mit den Vertretern von PEECAS und dem Dorf Ebendi stattfinden sollte. Also offensichtlich der offizielle Empfang für uns. Neben der Vorstellung von PEECAS durch ihre Vertreter, sollten wir anschließend auch die Gelegenheit bekommen, unsere Organisation und unser Projekt vorzustellen. Da der Prinz von Ebendi, also der Sohn des dort ansässigen Fons, mit einem anderen Dorfbewohner anwesend sein würde, schien es sehr wichtig zu sein, das Prinzip und die Vorteile unserer Toilette besonders hervorzuheben. Es war also den Dorfbewohnern in Ebendi offensichtlich immer noch nicht klar, was für eine Toilette sie von uns dort installiert bekommen sollten. Eine Ablehnung durch sie schien also durchaus möglich zu sein. Das würde aber einen schweren Rückschlag mit dem dann folgenden Desaster bedeuten. Wir waren also angehalten, uns gut vorzubereiten.

Das haben wir, nachdem Callistus uns wieder verlassen hatte, auch getan. Wir haben unsere mitgebrachten Unterlagen gecheckt und zusammengestellt, unsere Laptops in Bereitschaft gebracht und uns mental vorbereitet. Wir haben uns geeignete Geschenke überlegt und eingepackt.

Am Nachmittag hat uns dann Terence abgeholt, um uns einige besondere Plätze in Bamenda zu zeigen. Da Peter ein spezielles Interesse an den Spuren, die die deutschen Kolonialherren hinterlassen haben, hatte, fuhr Terence  uns zu dem ehemaligen Gouverneurssitz oberhalb von Bamenda. Wir stiegen aus und wollten uns die verbliebenen Reste ansehen. Die Gebäude machten teilweise einen sehr verfallenen und unbewohnten Eindruck. Als wir in den Hof kamen, sah man aber, dass doch noch einige Räume offensichtlich benutzt werden. Vereinzelt lugten einige Kinder um die Ecke, verschwanden aber gleich wieder. Peter machte fleißig Aufnahmen unter anderem auch von Terence und mir unter dem Eingangstor.

Als wir dann im Hof uns alles angucken wollten, kam plötzlich laut gestikulierend ein Polizist in Uniform angestürmt. „Wie wir es wagen könnten diesen of zu betreten und Fotos zu machen? Dies wäre streng verboten!“ Verdutzt schauten wir uns an, denn wir hatten keine Hinweise darauf gefunden und Terence war diese Tatsache offensichtlich auch nicht bewusst. Der Polizist verlangte unsere Ausweise und Pässe und wies uns barsch an, ihm zu folgen. Mit strammen Schritten folgten wir ihm aus dem Hof zu dem gegenüber liegenden Polizeigebäude, das wir mit den davor stehenden Polizeijeeps vorher gar nicht wahrgenommen hatten. Wir mussten in seinem Büro Platz nehmen und ihm berichten, wieso wir auf die Idee gekommen waren, diesen verbotenen Bereich zu betreten und Fotos zu machen. Er müsste uns als Kriminelle behandeln.

Terence erklärte ihm die Situation, weshalb wir hier sind und was wir machen wollen und das wir halt diesen speziellen Ort sehen wollten. Nachdem wir ihm unsere Einladungsschreiben vorgelegt hatten und Peter sich unterwürfig für seine ‚Missetat’ entschuldigte, wurde er langsam ruhiger. Er machte uns klar, dass er eigentlich in solch einem Fall die Kamera konfiszieren müsste, sah aber von dieser Strafe ab. Wir unterhielten uns noch über unser Projekt und er war sogar bereit, auf Peters Einladungsschreiben seine Handynummer zu schreiben, was im Notfall wohl eine große Hilfe bedeuten könnte. Wir verabschiedeten uns höflich mit einem ‚Diener’ und Handschlag und zogen gesenkten Hauptes von dannen. Wohl bewusst, das wir da mit einem blauen Auge davon gekommen waren. Als wir das Polizeigebäude verlassen hatten ,zeigte uns Terence den Wohnsitz, den der Präsident Paul Biya bewohnt, wenn er in Bamenda ist. Das war also offensichtlich der Grund der Polizeipräsenz, aus Angst vor ‚Terroristen’ wie uns!

Auf dem Rückweg in die Stadt freuten wir uns über das glücklich überstandene Ereignis und die ‚Ehre’, die uns mit der ‚Telefonnummer des Polizeipräsidenten’ zuteil wurde und ließen uns zum Essen fahren. Dort sind wir neben Callistus und seiner Freundin Karen auch einem Kameruner begegnet, der in Deutschland studiert hatte und jetzt in Kanada lebt und arbeitet. Er machte uns immer wieder Komplimente über unsere deutsche Präzision und Gründlichkeit. Besonders beeindruckt war er von der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn, warum auch immer!?

Zum Schluss haben wir uns von Terence verabschiedet, mit der Verabredung, dass er uns um 9 Uhr am nächsten Morgen abholen sollte.

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