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Blog des Projekts Forschungsprojekt: Solarthermische Wasserdesinfektionsanlage (SoWaDi)

19.02.2020 // 17:09

Reife Leistung Kollegen

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Hallo, mein Name ist Stephen Makyara, ich bin 32 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Kidia, nahe Moshi. Ende des Jahres 2019 habe ich von Ichikael Malisa von dem Projekt erfahren, denn sie war auf der Suche nach Freiwilligen, die helfen, zwei SoWaDi-Anlagen in Kidia zu bauen. Ich finde es besonders wichtig, dass alle Kinder der Kidia Primary School von den Anlagen profitieren sollen, zu denen auch mein Sohn gehört. Ich hatte großes Interesse, bei dem Aufbau der Anlagen mitzuhelfen, um mehr über die Funktion, die Konstruktion und wichtige Faktoren beim Aufbau einer Solarthermischen Wasserdesinfektionsanlage zu erfahren. Die letzten zwei Wochen war ich daher beim Aufbau der ersten zwei Anlagen in Kidia dabei. Beim Aufbau sind wir auf mehrere Probleme gestoßen. Die Wassercontainer waren zunächst undicht und der Kleber, den wir benutzt haben, hat zunächst nicht gut gehalten. Wir konnten das Problem aber zum Glück Anfang der Woche lösen. Das 10 Meter lange Kupferrohr muss mehrmals gebogen werden. Um Zeit zu sparen haben wir zunächst versucht, ein Biegewerkzeug zu kaufen, konnten aber keins finden.  Anfangs war ich skeptisch, ob es gut funktionieren würde, das Kupferrohr selbst zu biegen. Am Ende hat das Biegen des Rohres besser funktioniert als erwartet. 

Beim Zusammenbau der Anlagen habe ich viel über die Ausrichtung des Kupferrohres zu dem Inputcontainer gelernt. Es ist wichtig, dass Container und Rohr in der richtigen Höhe zueinander angebracht werden, damit das Wasser ausreichend erhitzt wird und alle krankheitserregenden Bakterien abgetötet werden. Eine der größten Herausforderungen beim Aufbau war es jedoch, die Isolation für die Anlage zu beschaffen. Im Hausbau und mit den dazu benötigten Materialien kenne ich mich gut aus, da ich neben der Arbeit mit den Tieren, die unsere Familie versorgen - Ziegen, einer Kuh, Hühnern und einem Hahn - auch Häuser baue. Aber gedämmt werden die Häuser hier nicht. Für die bereits bestehenden Anlagen am Malage VTC wurde Sisal verwendet. Wir konnten aus der Region Mwanga auch für unsere Anlagen Sisal bekommen. Mitte der Woche konnten wir so auch die zweite Anlage hier in Kidia fertigstellen. Am Freitag wurden die Anlagen dann an die Lehrer der Berufsschule übergeben, die die Anlage täglich gemeinsam mit den Schülern benutzen werden. Dabei wurde besprochen, worauf bei der Benutzung der Anlage zu achten ist. Darüber hinaus werden die Lehrer auch für die nächsten Jahre in engem Kontakt mit den Anlagennutzern am Malage VTC und dem Projektteam in Darmstadt stehen, um Anlagendaten und Benutzungserfahrungen über die nächsten Jahre zu sammeln und auszuwerten. 

Montag und Dienstag hatten Jonas und Rebecca die Meli Secondary School noch einmal besichtigt, an der die nächsten beiden Anlagen gebaut werden sollten. In der letzten Phase der Vorbereitungen sind sie jedoch leider auf Probleme gestoßen. Leider können deshalb keine Anlagen in der Meli Secondary School aufgebaut werden. Wir Freiwilligen vom Aufbauteam haben uns daher kurzfristig bereiterklärt, noch zwei weitere Anlagen in Kidia aufzubauen. Zwei meiner Teammitglieder, Charles und Thomas, haben direkt am Mittwoch mit dem Materialkauf für die weiteren Anlagen begonnen. Nachdem die Anlagen nun nicht mehr neu für uns sind und wir wissen, auf was es bei den benötigten Materialien ankommt, konnten meine Teammitglieder den Materialeinkauf eigenständig übernehmen. Julius und Edgar haben gemeinsam mit Ichikael mögliche Standorte für die zwei weiteren Anlagen besichtigt und die Entscheidung ist auf die Kidia Secondary School gefallen. Neben den Schulkindern der Kidia Primary School, können so auch die jungen Heranwachsenden der Kidia Secondary School von dem Projekt profitieren. Beim Aufbau der nächsten beiden Anlagen in der kommenden Woche werde ich wieder im Team dabei sein.

Wie gesagt, konnten wir die zweite Anlage Mitte der Woche erfolgreich fertigstellen. Donnerstag und Freitag habe ich mich daher lange mit Rebecca, Julius und Ichikael über meine Erfahrungen als Handwerker und meinen Eindruck von der SoWaDi-Anlage unterhalten. Ich hoffe, dass es Ihnen hilft, eine geeignete Verbreitungsstrategie zu finden, damit in Zukunft möglichst viele Menschen von dem Projekt profitieren können. Aus meiner Sicht hat SoWaDi im Vergleich zu anderen Systemen zur Wasseraufbereitung viele Vorteile. Die Leute hier in Kidia benutzen momentan viele Ressourcen, um Wasser abzukochen. Mit der Anlage brauchen wir nur noch die Sonne. Das spart viel Arbeit, die wir sonst mit Feuerholz sammeln verbringen. Nachdem die Anlage einmal bezahlt und aufgebaut ist, hat man keine laufenden Kosten mehr. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr SoWaDi-Anlagen gebaut werden.  

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