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Blog des Projekts Forschungsprojekt: Solarthermische Wasserdesinfektionsanlage (SoWaDi)

04.03.2020 // 20:25

Optimal vorbereitet für die Testphase

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Hallo, mein Name ist Samwel Emmanuel Masaga und dieses Mal werde ich euch vom aktuellen Stand des SoWaDi Projekts und meiner Rolle darin berichten. Zunächst zu meiner Person: Ich bin 25 Jahre alt, lebe in Moshi, habe Wildlife Management an der Sokoine University of Agriculture studiert und arbeite als Project Manager bei der KCF (Kilimanjaro Childlight Foundation). In dieser Funktion arbeite ich erst seit Februar am Projekt mit und hatte großen Respekt davor in das Thema einzusteigen. Jedoch wurde mir der Einstieg durch die Hilfe von Rebecca, Jonas, Julius und Edgar sehr leicht gemacht, weswegen ich mich jetzt im Projekt gut aufgehoben fühle. Mich reizt, dass ich ständig die Chance habe etwas Neues zu lernen, neue, intensive Begegnungen mit unterschiedlichen Communities zu haben und so meinen Horizont zu erweitern.  Vor allem aber finde ich es bemerkenswert, dass das Projekt zum Ziel hat, die Wassersituation in unseren Communities zu verbessern. 

Als ich klein war, kochten wir das Wasser zwar manchmal auf einem Feuer ab, doch das war immer mit viel Arbeit verbunden. Vorher muss Feuerholz gesammelt und nach Hause gebracht werden. Das ist bisweilen mit weiten Wegen verbunden und nach dem Arbeitstag waren meine Eltern meist zu müde dafür. Es aus der Leitung zu trinken ist da deutlich komfortabler. Hier in der Region ist es jedoch meistens mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Ich bin davon überzeugt, dass SoWaDi hier einen großen Unterschied machen kann. 

Als ich noch nicht so lange dem Projekt zugeteilt war, hatte ich die Chance, zusammen mit Jonas und Rebecca die Fertigstellung der ersten Anlage in Kidia, dem zweiten Standort, zu beobachten. Es hat mich sehr beeindruckt, zu sehen, wie das heiße Wasser und etwas Dampf die Anlage verlässt. Wasser mit der Sonne zu behandeln ist eine eher unbekannte Technologie und vielen, auch mir, fällt es nicht einfach, direkt zu begreifen, was genau passiert. Nachdem ich die Anlage das erste Mal in Aktion gesehen habe, hatte ich keine Zweifel, dass das Wasser tatsächlich abgekocht wird.  

Damit auch ihr euch einen Eindruck von der vergangenen Woche und meiner Arbeit bei SoWaDi verschaffen könnt, möchte ich euch nun etwas davon erzählen: 

Anfang der Woche hat das Aufbauteam gemeinsam mit Jonas, Julius und Rebecca die sechste und letzte Anlage dieser Ausreise fertig gebaut. Julius und Rebecca haben einen Workshop zum Thema Wasser und Hygiene an der Secondary School in Kidia gehalten. In den knapp zwei Stunden kamen interessante Fragen der ca. 60 Schüler zu verschiedenen Aspekten von Wasser und insbesondere zu dessen Aufbereitung auf.
Später in der Woche ging es für Jonas und Julius weiter zum Malage VTC. Dort haben sie letzte offene Punkte bearbeitet und erneut Wasserproben der ersten beiden Anlagen genommen, um sicherzustellen, dass sie weiterhin sicheres Wasser liefern. Rebecca ist währenddessen zusammen mit Ichikael nach Arusha gefahren, um sich dort mit Dr. Hilonga von der Firma Nanofilter und Dr. Machunda vom Nelson Mandela African institute of Science and Technology zu treffen. Es wurden primär Themen zur möglichen zukünftigen Verbreitung der Anlage besprochen, aber auch Kontakte geknüpft, um weiter voneinander zu profitieren und Wissen auszutauschen.
Freitag habe ich dann gemeinsam mit meinen KCF-Kolleginnen Samier und Ichikael, sowie mit Rebecca gelernt, wie man Wasserproben nimmt. Dabei wurden wir von unserer Ansprechperson bei MUWSA, der lokalen Wasserbehörde in Moshi, fachmännisch geschult. 
Die Funktionalität der Anlage soll während der Testphase in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Dazu ist es notwendig, dass Wasserproben des unbehandelten Inputwassers und des sicheren Outputwassers in ein Labor gebracht und dort untersucht werden. Meine Kollegen und ich übernehmen die Aufgabe, die Proben den Anlagen zu entnehmen und dem Labor zu übergeben. Hierbei müssen wir besonders beachten, dass Fehler beim Probennehmen zu falschen Ergebnissen führen können. Das alles und viel mehr konnte ich bei der Schulung lernen. Ich freue mich, durch dieses neu erlangte Wissen die Testphase aktiv mitgestalten zu können.
Zum Abschluss dieser erfolgreichen Woche sind wir dann Sonntag alle gemeinam zur Secondary School in Kidia gefahren, um hier ein "get together" mit allen Nutzern aller Anlagen durchzuführen. Ziel dabei war es, dass sich alle gegenseitig kennenlernen und zukünftig bei Bedarf gegenseitig unterstützen können. Hierbei spiele auch ich als Kontaktperson der KCF eine wichtige Rolle, besonders wenn Jonas, Julius und Rebecca zurück in Deutschland sind. Wir haben die Gelegenheit genutzt, die dortige Anlage gemeinsam zu besichtigen, wobei ein reger Austausch zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der jeweiligen Anlagen zustande kam. 

Bisher haben wir gemeinsam sechs Anlagen an drei verschiedenen Standorten hier in der Kilimanjaro-Region in Tansania errichtet und können damit bereits einigen Personen zu einer besseren Möglichkeit verhelfen, an sicheres Wasser zu kommen. Das ist es auch, was ich mir wirklich wünsche: Dass dieses Projekt nicht nur in ein paar Ecken stattfindet, sondern groß wird. Die Anlage soll sich weiter verbreiten, nicht nur an ein, zwei Orten, sondern in ganz Tansania und darüber hinaus. Ich bin mir sicher, dass es an vielen Orten in Tansania Bedarf  für SoWaDi-Anlagen gibt, die einfach zu betreiben und zu warten sind. Vor allem sind sie eine alternative Möglichkeit, um an keimfreies Wasser zu gelangen ohne zeitaufwändiges Holzsammeln und ohne mühsame Holzfeuer. Ich denke, dass aktuell insbesondere kleinere Schulen und Waisenhäuser enorm von dieser Technologie profitieren können, da die tägliche Outputmenge der Anlage für größere Einrichtungen noch zu wenig ist. Weil es mir sehr leicht fiel, die Anlage zu verstehen und mich in das Projekt einzuarbeiten, bin ich mir sicher, dass sich stets Menschen finden, die ebenfalls von SoWaDi begeistert sind. Diese Menschen werden dann bereit sein, die Aufgabe des Betriebs und der Wartung zu übernehmen und so zu einer Verbesserung der Lebenssituation in ihrem Umfeld beizutragen. 

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