Blog des Projekts Kamerun: Water is Light

22.11.2018 // 00:03

„Mehr Elektrizität bedeutet gerechtere Ausbildungsmöglichkeiten für junge Kameruner“

Previous Next

Beauclair kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als seine Familie noch keine Elektrizität hatte. Seine aus 48 Personen bestehende Großfamilie versammelte sich abends nach Einbruch der Dunkelheit rings um die schwach leuchtende Petroleumlampe, um wenigstens noch ein bisschen Licht in die  dunkle Nacht zu bringen. Oftmals wollte Beauclair noch aus der Schule mitgebrachte Unterlagen wiederholen, doch das war abends inmitten lauter Unterhaltungen der Familienangehörigen nahezu unmöglich. Kopfschmerzen vom Lesen bei dimmen Licht in beschallter Umgebung waren vorprogrammiert.

Vor knapp drei Jahren wurde das Haus seiner Familie an das Stromnetz angeschlossen und endlich hatte er die Möglichkeit auch nach 18,00 Uhr noch Unterlagen für die Schule durchzulesen. Da die Eltern nun auch kein teures Petroleum mehr kaufen müssen, bleibt sogar Geld übrig, welches sie gerne in Sach- und Lernbücher für die Kinder investieren. Beauclairs Schulnoten verbesserten sich schlagartig.

Obgleich in Kamerun die allgemeine Schulpflicht herrscht, haben nicht alle Kinder äquivalente Möglichkeiten zu lernen und sich auf die kommenden Schultage vorzubereiten. Kinder aus ärmlicheren Familien ohne Anschluss an das Stromnetz beneiden oftmals Mitschüler, die dank längerer und besserer Zimmerbeleuchtung die Möglichkeit haben den gelernten Stoff zu wiederholen, sich auf Tests vorzubereiten und bessere Noten zu erlangen

Beauclair ist stolz und dankbar über die Arbeit der Ingenieure ohne Grenzen. Wasserturbinen zur Erzeugung von Elektrizität zu verwenden, hält er für eine grandiose Idee, da es auf nahezu jedem Berg in Kamerun einen Fluss mit Wasserfall gibt. Der hier erzeugte Strom ist seiner Meinung nach das wichtigste Mittel zur Verbesserung des Lebensstandards in Kamerun durch weitreichende Beeinflussung von Wirtschaft und Infrastruktur.

In hell beleuchteten Räumen haben mehr junge Menschen die Möglichkeit sich fortzubilden und die Zulassung für ein universitäres Studium zu erhalten Dies würde wiederum die Forschung im Land voran bringen, die Infrastruktur und Stromversorgung weiter verbessern und auch die Wirtschaft Kameruns ankurbeln.

Durch den Ausbau des Stromnetzwerks würde also nicht nur der Lebensstandard einzelner Familien optimiert werden, sondern ebenso die wirtschaftlichen und sozialstrukturellen Lage des gesamten Landes.

Weitere Blog-Einträge


12.03.2019 // 00:59

Großes Interesse für Turbinenprojekt bei der IG Metall

Im Rahmen der Vertrauensleutesitzung der Betriebe der Verwaltungsstelle Regensburg stellte Norbert Graßmann das WIL-Projekt der Regionalgruppe Regensburg der Ingenieure...

Mehr erfahren

11.03.2019 // 00:54

Neuigkeiten vom WIL-Projekt

Die ersten Wochen des neuen Jahres sind schon wieder vorbei. In Kamerun und Regensburg hat sich viel getan und die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Bevor wir Euch auf den...

Mehr erfahren

08.03.2019 // 20:07

Alles Gute zum Weltfrauentag!

Auch unser Projekt "Water is Light" wäre nicht möglich ohne die tatkräftige Unterstützung von Frauen.

Mehr erfahren

24.11.2018 // 19:29

Hochmotiviert trägt der Steinmetz William zur Modernisierung seines Dorfes bei

Vom Entwicklungsleiter des seines Heimatdorfes wurde der Steinmetz William gebeten, seine Fähigkeiten für das Turbinen-Bauprojekt der Ingenieure ohne Grenzen zur...

Interview mit William

24.11.2018 // 19:21

„…, damit der Heimweg sicherer wird“

Täglich muss der elfjährige Pierre 8 km zur Schule und denselben Weg wieder zurück laufen. Und zwar ganz alleine. Starke Regenfälle, die ihn täglich überraschen sind...

Interview mit Pierre

24.11.2018 // 18:55

„Wissen wie es ums Land steht“

Im kleinen Dorf Nzie unweit von dem Ort an dem die erste WIL Wasserturbine installiert wird, leben Nguitsa und Youta. Sie gehören zu den wenigen Menschen, die bereits...

Interview mit Nguitsa und Youta

24.11.2018 // 18:49

„In der Zukunft leben und für die Zukunft lernen “

Auch Solange, die im Guesthouse von A.C.R.E.S.T. als Haushaltshilfe arbeitet, wird an das Stromnetzwerk angeschlossen werden. Sie kann es kaum abwarten, bis sie in ihren...

Interview mit Solange

24.11.2018 // 18:38

„Die Ingenieure ohne Grenzen lassen mich nie im Stich“

Der kamerunische Ingenieur Njuafac Loris Ntellah agiert als rechte Hand der Regensburger Ingenieure ohne Grenzen. Die Zusammenarbeit beschreibt er als sehr angenehm und...

Interview mit Loris

22.11.2018 // 00:17

„Weniger arbeiten müssen und mehr lernen dürfen “

Nicht weit entfernt von dem Wasserfall, an dem die WIL-Turbine installiert wird, wohnt die vierzehnjährige Dai’na. Da es im Haus ihrer Familie noch keine Elektrizität...

Interview mit Dai‘na

04.11.2018 // 18:37

Reisebericht

Endlich ist es soweit: Nach langjähriger Vorbereitung können die ersten Turbinen bei Nutzern im Zielland aufgebaut werden. Ein kleines Team bestehend aus einer...

Mehr erfahren

29.09.2017 // 12:32

Zweiter Bericht zur Implementierungsreise nach Bangang/ zu ACREST in Kamerun

13.09.2017 // 01:01 Tag 11 – 04.09.2017, Montag Justus und Momanjy machten sich auf zum Workshop, um die Vorbereitung für die Demoinstallation vorzunehmen. Julia blieb...

Mehr erfahren

29.09.2017 // 12:29

Erster Bericht zur Implementierungsreise 2017 nach Bangang/ zu ACREST in Kamerun

04.09.2017 // 21:47 Tag 1 – 25.08.2017, Freitag Justus und Julia machen sich am frühen Freitagmorgen von Regensburg zum Flughafen in München auf. Mit jeweils zwei...

Mehr erfahren