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Blog des Projekts Forschungsprojekt: Solarthermische Wasserdesinfektionsanlage (SoWaDi)

27.02.2020 // 16:13

Gemeinsam - Zwei Projekte, eine Region

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Hallo, ich bin Julius Breuer, 26 Jahre alt und wohne seit 6 Jahren in Darmstadt. Dort studiere ich an der TU Darmstadt im Master Maschinenbau und Computational Engineering. Ich bin eher zufällig über ein Projekt der Uni bei „Ingenieuren ohne Grenzen“ gelandet und bin dort mit Begeisterung in das Projekt SoWaDi eingestiegen: Anders als im Studium konnte ich mich hier ganz praxisnah mit technischen Fragestellungen befassen. Diese Begeisterung habe ich hier mit vielen anderen teilen können. Gemeinsam haben wir gelernt, an aufkommende Probleme heranzutreten. Dabei haben sich auch Freundschaften entwickelt, die ich heute nicht mehr missen will. 

Anfangs übernahm ich bei SoWaDi das Auswerten von Messdaten. Um die Auswertung weiter zu verbessern, entschlossen wir uns, eine Testanlage mit Messgeräten zu errichten. So möchten wir lernen, wie wir die Anlage weiter optimieren können. Sie steht heute an der Lichtwiese in Darmstadt. Da hier nicht die gleichen Bedingungen herrschen wie dort, wo die Anlagen zukünftig ihren Zweck erfüllen, ist dies auch ein wesentliches Ziel unserer aktuellen Ausreise: Wir möchten vor Ort weitere Anlagen zur solaren Wasserdesinfektion mit Messgeräten zur Datenerfassung ausstatten, um so eine Grundlage zu schaffen, auf der wir zukünftig aufbauen können. 

 Bei der Planung unserer Ausreise offenbarte sich ein Problem: Leider ist es uns nicht gelungen, die Erfahrungen, die während der Ausreise 2017 gemacht wurden, sinnvoll zu nutzen und auf ihnen aufzubauen. Mit der Fluktuation der damals Beteiligten ging auch viel Wissen verloren. Daher entwickeln wir verschiedene Strategien zum Wissensmanagement. Eines der Tools, die wir dabei einsetzen, ist eine Art Projekt-Wiki. Doch auch der persönliche Kontakt darf bei der Weitergabe von Wissen nicht unterschätzt werden. So war es auch unser Glück, dass Kasimir uns vor der Ausreise ausführlich über seine Erfahrungen, das Land und die Kultur berichtet hat und Rede und Antwort auf unsere Fragen stand. Letztlich wuchs so auch die Vorfreude in uns auf eine Reise, die neue Erfahrungen, Eindrücke und Perspektiven mit sich bringt. 

Wir befinden uns am Ende unserer Reise. Wenn wir an unseren Zielen festhalten wollen, darf es keine Probleme geben, die uns Zeit kosten, denn es bleiben nur noch 10 Tage. Wir haben den Bau zwar fast abgeschlossen, aber wir möchten noch die verschiedenen Anlagenbetreuer*innen miteinander in Verbindung bringen, damit sie sich gegenseitig unterstützen können und ein Netzwerk entwickeln, das die Wartung der Anlagen vor Ort absichert. Auch den Kontakt von Deutschland aus wollen wir festigen und so zum langfristigen Erhalt des Projektes beitragen. In dieser Hinsicht verlief die Woche sehr erfolgreich. Wie zuletzt die anderen möchte ich euch im Folgenden von unserer vergangenen Woche berichten:

Gleich am Montag konnten wir die Woche erfolgreich mit einem Nutzertraining für die vierte Anlage starten. 

Am Dienstag haben Sam von der KCF und ich uns auf den Weg nach Rombo gemacht, während Edgar seinen letzten vollen Tag in Moshi genießen konnte, bevor er am Mittwoch nach Deutschland abflog. In der Region Rombo haben Sam und ich das Mamtukuna Folk Development College besucht, welches ein zukünftiger Projektpartner werden könnte, denn bei ihnen sind alle relevanten Aspekte für den Bau der Anlage gegeben. Allerdings wird dort momentan viel umgebaut, weshalb der Standort für die aktuelle Ausreise noch nicht zur Verfügung stand. Im Anschluss habe ich mich in Mashati mit einer Kontaktperson eines Projektes der Regionalgruppe (RG) Köln getroffen. Das Projekt der RG Köln hatten wir im Vorfeld bei einem vereinsweiten Erfahrungsaustausch  zum Thema „Wasser, Sanitär und Hygiene“ kennengelernt und festgestellt, dass wir in derselben Projektregion aktiv sind. Ihr Projekt ist der Aufbau einer großen Regenwasserzisterne an einer Schule. So soll die Wassersituation der Maki Secondary School verbessert werden. Auch der RG Köln fehlten wichtige Daten. Deshalb haben wir einen Steinelieferant befragt, ein Referenzprojekt besucht und das Gelände für die neue Anlage hinsichtlich Gebäudehöhen und Gefälle vermessen. Von der Zusammenarbeit in der Region profitieren auch wir: Über sie haben wir unsere Partnerorganisation KCF gefunden und können gegenseitig kleinere Aufgaben vor den Ausreisen übernehmen.  

Am Donnerstag fuhr ich wieder zurück nach Kidia, wo Rebecca, Jonas und ich mit dem Aufbauteam an der Errichtung der vorletzten Anlage arbeiteten. Sie haben schon seit Montag daran gearbeitet und dabei erstmals in dieser Ausreise die Bleche für den Absorber selbst gebogen. Dies funktionierte mit Hilfe einer nach der Bedienungsanleitung selbst gebauten Blechbiegevorrichtung sehr gut. Doch zum Verschnaufen blieb keine Zeit und so haben wir nach Fertigstellung der fünften Anlage gleich alle nötigen Materialien zum sechsten Standort gebracht, um dort am Montag mit dem Bau der letzten Anlage für diese Ausreise zu beginnen. 

Die Woche endete am Sonntag in Kidia in der Kirche. Dort wurden wir zum Gottesdienst eingeladen und konnten im Anschluss der Kirchengemeinde unser Projekt präsentieren. Dabei sprachen wir vor allem über die Relevanz sicheren Wassers. Anschließend konnten wir die Einladung erwidern und die Anwesenden einladen, im Anschluss eine der Anlagen zu besichtigen und bei dieser Gelegenheit weitere Fragen zu stellen.  

Auf die Woche rückblickend frage mich immer mehr: Wie können wir sicherstellen, dass die neu errichteten Anlagen zur solaren Wasserdesinfektion möglichst lange funktionieren, dass das Wissen über deren Bau, Nutzung und Wartung hält und weiterverbreitet wird? Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit ist mir ein besonderes Anliegen und die gemachten Erfahrungen lassen mich kritischer über Entwicklungszusammenarbeit reflektieren als früher. Auch mein eigenes Handeln muss ich stets kritisch im Blick haben. Die Zusammenarbeit ist oft nicht so einfach, wie ich im Vorfeld gedacht habe und wir müssen viel improvisieren, um gemeinsame Ziele erreichen zu können. Vor unserer Ausreise hatte ich etwa nicht erwartet, dass die Sprache eine so große Barriere darstellen könnte, wie sie es tatsächlich tut, da hier viele unserer Projektpartner*innen kaum Englisch sprechen und ich nicht Swahili spreche.  

Ich bin neugierig auf die nächsten Tage und warte gespannt auf die Testphase der sechs errichteten Anlagen. Viele Grüße aus Kidia, euer Julius. 

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