Blog des Projekts Nepal: Verbesserung der Wasserversorgung in Lurpung

28.11.2017 // 21:32

Fließendes Wasser für die Region um das Bergdorf Lurpung

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Was es bedeutet, kein fließendes Wasser zu haben, das durften die beiden Ingenieure der RG Nürnberg, Daniel Böhm und Leonhard Westphal, Anfang des Jahres 2017 bei Ihrer Erkundungsreise für das Wasserversorgungsprojekt selber erleben. 2-3 Stunden pro Tag gibt es Wasser an den Brunnen in den einzelnen Dörfern. Ein Grund, warum teilweise mehrere Tage gar kein Wasser an den Speichertanks vor den Dörfern ankommt, sind häufige Leitungsschäden. Jedoch bis es dorthin gelangt, muss es eine weite Reise durch ein sanierungsbedürftiges Leitungsnetz schaffen.

An den drei Quellen, an einem dicht bewachsenen Berghang, beginnt das Leitungsnetz. Dort wird das Wasser mit Hilfe von Quellfassungen gesammelt und über Kunststoffleitungen an einen ersten Tank gebracht. Vor dem Erdbeben trat noch aus einer weiteren Quelle Wasser aus. Von dem Tank gelangt es über eine ca. 12 km lange Hauptleitung 600 Höhenmeter tiefer zu einem Verteilertank. Die Leitung verläuft dabei kreuz und quer durch den Wald und über die Berghänge hinab. An dem Verteilerbehälter wird das Wasser auf sechs Teilleitungen zu den Speichertanks aufgeteilt. Von dort führen viele Leitungen zu den einzelnen Brunnen in die Dörfer.

Insgesamt werden ca. 600 Menschen über das Leitungsnetz versorgt. Diese nutzen es zum Trinken, zum Kochen, zum Waschen, für die Feld- und Viehbewirtschaftung, für den Hausbau und vieles mehr.

Sehr große Schäden und Löcher an der Hauptleitung gibt es im oberen Bereich aufgrund ungesicherter Leitungsführung, Steinschlägen, defekten Rohrverbindungen und unsachgemäßer Wartung. Dadurch geht mindestens die Hälfte des Wassers verloren. Die Wassertanks befinden sich in einem maroden Zustand, mit Rissen in den Stahlbetonwänden, durch welche bereits Feuchtigkeit durchsickert.

Durch die ständige Knappheit wissen die Einheimischen sehr effektiv mit dem kostbaren Gut Wasser umzugehen. Den freiwilligen Helfern des Wasserkomitees fehlt jedoch das Wissen, die Werkzeuge und die finanziellen Mittel, um die Leitung nachhaltig instand zu halten. Dass dieser Zustand den Bewohnern große Sorgen für Ihre Zukunft bereitet, ist nachvollziehbar und soll durch dieses Projekt geändert werden.

Während der Erkundungsreise wurden die Sorgen und Wünsche der Einheimischen aufgenommen. Zusätzlich wurde das gesamte Leitungsnetz neu vermessen, Schäden aufgenommen, Bedarf ermittelt, neue Quellen erkundet, Reparaturtechniken beobachtet und Werkzeuge und Materialen vor Ort ausgekundschaftet. Dafür lebten Dani und Leo drei Wochen in dem Projektdorf mit den Einheimischen zusammen und erarbeiteten mit Ihnen viele Informationen.  

Das junge Projektteam der Wassergruppe befasst sich derzeit unter anderem mit der Erarbeitung von Konzepten und Lösungen für die Umsetzungsziele: Organisation und Schulung des Wartungspersonals, Reparatur und Neuverlegung von Leitungsabschnitten, Sanierung der Speichertanks, Wiederanschluss stillgelegter Brunnen, Anschluss einer neuen Quelle und WASH Lehrkurse für die Schulen. Die großen Ziele sind unterschiedlich priorisiert und sollen schrittweise umgesetzt werden. Für den Erfolg des Projektes ist, neben einer guten Planung, die finanzielle Unterstützung und Zusammenarbeit mit Projektpartnern und Interessierten ausschlaggebend.

Wir freuen uns über jeden weiteren Unterstützer. Bei Interesse können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

Unterstützen Sie dieses Projekt mit Ihrer Spende!

Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Sparkasse Marburg Biedenkopf
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Verwendungszweck: NPL-IOG14

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