Ihre Spende hilft!

Previous Next

Blog des Projekts Bolivien: Bildung Bleibt

24.05.2018 // 10:43

Entwicklung von Schulkochstellen in Sicoya

Previous Next

Heute sind wir, Laura und Johanna, mit den Schülern des ITC Kurses zu einer kleinen Grundschule in der Gemeinde Sicoya gefahren, welche ca 15 Minuten von San Pedro de Buena Vista entfernt liegt. Mit neun Schülern, einem Lehrer, Remberto vom Sodis-Team und der Sodispraktikantin Lisa ging es um neun Uhr mit Motorrädern und dem Sodis Jeep los. Der Plan war die lokalen Materialien (also Lehm und Lehmziegel) für den Prototypenbau, welcher in zwei Wochen geplant ist, vorzubereiten. Guter Lehm „Barro Mejorado“ muss einige Zeit fermentieren und die Lehmziegel austrocknen.

Zuerst haben die Schüler fleißig Erde geschippt und gesiebt. Die Erde wird dafür gegen ein Gitter geworfen, wodurch die groben Teile und Steine aussortiert werden. Währenddessen haben Johanna, Lisa und die Schülerin Fidelia den Eseldung für den Lehm zerkleinert. Handarbeit ist hier angesagt. Zum Glück kamen uns aber die Kinder der Schule zur Hilfe und haben ruckzuck mit den Füßen den benötigten Mist präpariert. Außerdem haben zwei Väter geholfen Stroh zu zerhacken. Dieses ist ebenso Bestandteil für die Materialien.

 Dann hieß es für die Schüler des ITC Lehmziegel (Adobe) anzufertigen. Erst wurde wie beim Backen ein großer Berg Erde mit einer Mulde in der Mitte aufgetürmt, in die Mitte kam anstatt des Eis Gras und Wasser. Dies wird anschließend gut durchmischt, für das optimale Ergebnis haben die Jungs den Lehm mit den Füßen gestampft. Leider stand uns nur eine Adobeform zur Verfügung, eine einfache Holzkonstruktion, die die Ziegelform vorgibt, sodass leider immer nur einer die Ziegel machen konnte. Kameradschaftlich wurde sich dabei jedoch immer abgewechselt.

Während dessen haben wir uns ans Kochen gemacht. Am Tag vorher hatten wir alles für ein deutsches Gericht vorbereitet – Knödel! In liebevoller Handarbeit haben wir Brot zerpflückt und alles für eine Kürbissuppe kleingeschnitten. Die Köchinnen der Grundschule waren zudem so nett, uns alle auch mit in ihr Mittagessen einzuplanen, ihrer Sopa de Mani (ein Nationalgericht, Nudelsuppe mit Erdnüssen). Also gab es kurzerhand einfach zwei Gerichte. Wir haben Knödel geformt und dann auf einer traditionellen Holzfeuerstelle, der K’oncha, gekocht. Das war nicht nur für die Schüler, groß und klein, ein Erlebnis, sondern auch für uns. Das Kochen mit offenem Feuer ist gar nicht so einfach und der Rauch wirklich beißend. Anfangs waren alle noch etwas zögerlich und misstrauisch unserem Essen gegenüber. Aber am Ende haben allen unsere Knödel gut geschmeckt und sie waren überrascht, dass es ein vegetarisches Gericht ist. Normalerweise darf in Bolivien in einer Mahlzeit das Fleisch nicht fehlen.

Knödelgestärkt ging es weiter mit der Arbeit, denn insgesamt wollten wir 140 Adobe fertigen. Des Weiteren musste noch der Barro angesetzt werden. Hier kam der Eselmist zum Einsatz, zusammen mit Sand, Erde, Wasser und Gras wird ein klebriger Lehm, der quasi als Zement dient, vorbereitet.
Beim Bau der Prototypenkochstelle in 2 Wochen werden wir die fertigen Materialen benutzen. Vielleicht gibt es dann erneut Knödel in Sicoya, diesmal auf einer rauchfreien Kochstelle!

Weitere Blog-Einträge


09.11.2018 // 15:55

Ein neues Kapitel beginnt – „Bildung bleibt“ wird unter Aktion Sodis fortgesetzt

Vier Jahre liegen zurück, da errichteten angehende Techniker der Berufsschule Sayarinapaj die ersten 16 rauchfreien Kochstellen in der Gemeinde Tacacopa, die sie...

Mehr erfahren

16.08.2018 // 13:34

Keine Angst vor dem Wetter: Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels

Der Klimawandel entfaltet seine Auswirkungen, die Temperaturen steigen, vermehrt treten gefährliche Dürren und Starkregen auf. Die Wissenschaft sieht den Grund für die...

Mehr erfahren

18.06.2018 // 16:43

Social Entrepreneurship in Micani

UNPROCOM lautet letztlich der Name, auf den sich die sieben Firmengründer geeinigt haben: UNidad de PROducción COMunitaria (Dorfproduktionsstätte). Ein typisch...

Mehr erfahren

28.05.2018 // 21:03

Erprobung neuer Bewässerungssysteme für die Dorfschulen Micanis

Die Woche war durch große Fortschritte in der Projektentwicklung gekennzeichnet. Zu Beginn der Woche erbauten die Schüler gemeinsam mit dem Lehrer einen Prototyp für das...

Mehr erfahren

29.04.2018 // 17:54

LandwirtschaftsschülerInnen erarbeiten Lösungsansätze gegen Mangelernährung in Micani

Das Instituto Tecnólogico de Sayarinapaj ist einer der langjährigen Projektpartner der Ingenieure ohne Grenzen in Cochabamba. An der Schule wird innerhalb eines...

Mehr erfahren

27.03.2018 // 08:26

"Gute Lehre" - Didaktikworkshops mit Berufsschullehrern...

Gastbeitrag Theresa Rinnert In den vergangenen Wochen durfte ich - als Anwärterin auf ein Lehramt der Fächer Spanisch und Geschichte - in Zusammenarbeit mit der NGO...

Mehr erfahren

07.02.2018 // 13:54

Ingenieure ohne Grenzen gewinnt TedX-Vorentscheidung

Im Juni 2018 findet in Aachen ein TEDx Event statt. TED - das steht für Technologie, Entertainment und Design. Bei...

Mehr erfahren

18.01.2018 // 14:35

Evaluierung leicht gemacht

Es ist nun schon mehr als ein Jahr her, dass wir gemeinsam mit unserem bolivianischen Partner, der Fundación Sodis, das Projekt Micani sin Humo (Rauchfreies Micani) ins...

Mehr erfahren

06.12.2017 // 10:51

Die Schere zwischen (Wasser-)arm und reich

Fünf ältere Männer sitzen am Rande der holprigen Einfahrtsstraße des Ortes Micani. Einer schnippt Steine die staubige Straße entlang. Alle fünf kauen langsam Kokablätter...

Mehr erfahren

19.11.2017 // 23:49

Zwei Praktikanten und die Schulköchinnen

Sergio und Vincente, beide 20, unterstützen derzeit als Praktikanten unser Projekt Bildung bleibt in Bolivien . Ihre Aufgabe: die Entwicklung einer möglichst...

Mehr erfahren

08.11.2017 // 18:21

21 Visionen für Micani

„Manchmal denke ich mir: Wäre es nicht schön, wenn die Leute aus Chile auf der Suche nach Arbeit hierher kämen, um auf meiner Hacienda und in meinem Stall zu arbeiten...

Mehr erfahren

03.11.2017 // 15:44

Yachaqkuna (die, die Bescheid wissen) – die Ausbildung von LokalexpertInnen

„Was macht denn einen Experten aus?“ Das war die Frage, die wir uns stellten, als wir gemeinsam mit unserem Partner Sodis begannen die Ausbildungsreihe für unsere...

Mehr erfahren