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Blog des Projekts Kamerun: Sicherstellung der Wasserversorgung für Bandiangseu

14.02.2016 // 17:06

Eindrücke aus Kamerun - Simons persönlicher Reisebericht

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Sebastian Raab, 22.08.2014 18:57

Am 26. März 2014 ging es für Stephan und mich nach Kamerun, wo wir das erste Team ablösen sollten, um gemeinsam mit der Dorfbevölkerung den Aufbau der Wasserversorgung für Bandiangseu abzuschließen. An die ersten Eindrücke in Kamerun kann ich mich noch gut erinnern:

Ein vollgestopfter Bus, der uns von der Hauptstadt Yaoundé nach Bandiangseu bringen sollte, auf dem Dach des Busses war das Gepäck bis zu 1,5 m hoch gestapelt und überall schnalzende Leute, die mir Früchte, Bücher, Tabletten, Duschgel und Gemüsehobel andrehen wollten.

In Bandiangseu angekommen, wurden wir von Luisa, Julia und Philipp empfangen. Julia zeigte mir direkt am ersten Tag, wo die Leitung, die schon fast vollständig verlegt war, entlang lief. So bekam ich gleich einen guten Überblick über das Dorf. Wir hatten ein paar Tage Überschnitt zwischen Team 1 und Team 2 eingeplant, damit eine ausführliche Übergabe stattfinden konnte. Team 1 hatte hauptsächlich den Einkauf der Materialien, wie Tanks und Leitung, sowie deren Verlegung organisiert. Team 2 sollte nun die Wasseraufbereitungsanlage aufbauen, Entlüftungs- und Wartungsschächte planen und bauen lassen sowie die Wasserversorgung in Betrieb nehmen. Außerdem standen noch eine Hygieneschulung und mehrere technische Schulungen für den Betrieb und die Instandhaltung des Systems an.

  Die lokale Bevölkerung wurde in den Aufbau der Wasserversorgung so stark wie möglich mit eingebunden: Sowohl Männer als auch Frauen übernahmen die Grabarbeiten der 2 km langen Trasse und das Verlegen der Leitung. Pierre Nr.1, der Leiter des lokalen Wasserkomitees kümmerte sich um die gesamte Organisation seitens der lokalen Bevölkerung, was vor allem die Mobilisierung der Arbeiter, die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit anging. Pierre Nr. 2 begleitete uns auf vielen Touren entlang der Trasse z.B. um die Entlüftungsschächte in Betrieb zu nehmen und um die Leitung für das Zuschütten der Gräben vorzubereiten. Er wird daher auch die Wartung, Instandhaltung und Reparatur, gemeinsam mit dem örtlichen Klempner übernehmen. Da unter unseren Ansprechpartnern 4 Leute den Namen Pierre trugen, nummerierten wie diese schlichtweg durch. Der Pfarrer (Pierre Nr. 3) ermöglichte es uns, den Gottesdienst als Sprachrohr an die Bevölkerung zu nutzen. Der örtliche Klempner schloss die Tanks und Entnahmestellen an die Leitung und der lokale Maurer baute für uns die Wartungs- und Entlüftungsschächte sowie die Entnahmestellen. Auch die Kinder waren immer interessiert und begleiteten uns oft bei unseren Touren entlang der Leitung. Spätestens nach unserer Vorstellung und des Hygieneunterrichts in der Schule wussten auch die Kinder genau, wo das Wasser herkam, entlang lief und wo es am Ende ankommen sollte: Nämlich direkt an ihrer Schule.

Natürlich geht bei einem Projekt dieser Art nicht immer alles glatt, so hatten wir z.B. Probleme mit den Verbindungsstücken zwischen den Leitungsabschnitten, von denen mehrere undicht waren oder sogar aufplatzten. Die Kunst in diesem Fall ist nicht die perfekte Planung im Vorhinein, sondern das Improvisieren und das Vorbereitetet sein auf unerwartete Situationen. So kam auf jedes Problem auch eine neu Idee und schließlich eine Lösung, auch wenn wir manchmal viel ausprobieren mussten.

Am Ende konnte die Wasserversorgung erfolgreich aufgebaut werden. Jetzt liegt es an der Bevölkerung und den Verantwortlichen im Dorf, den Betrieb, die Wartung und Reparatur zu organisieren. Dazu telefoniere ich wöchentlich zusammen mit Emmanuel, der aus dem Dorf kommt, mit Pierre Nr. 1 oder Nr. 2, um eine fortlaufende Betreuung sicherzustellen. In den nächsten Monaten wird sicherlich nochmal ein Team 3 nach Kamerun reisen: Um den Aufbau und den Betrieb des Systems zu evaluieren, um zu schauen ob alles nach Plan läuft und um Verbesserungen vorzunehmen, die uns auch schon während Phase 1 in den Kopf kamen und um ggf. das System noch um zusätzliche Entnahmestellen zu erweitern. Ich sehe mich und alle anderen Mitglieder der Regionalgruppe Kassel für die nächsten Monate und Jahre in der Verantwortung, für ein funktionstüchtiges System zu sorgen, das den Menschen in Bandiangseu den Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht. Auch wenn alle Kassler Ingenieure ohne Grenzen wieder gesund und munter aus Afrika zurückgekehrt sind, geht das Projekt sowohl in Kamerun als auch in Kassel weiter!

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