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Blog des Projekts Sierra Leone: Trenntoiletten für Makali

10.02.2016 // 14:11

Die Trockentrenntoiletten-Technik

Immer wieder ist die Rede von der „Trockentrenntoiletten-Technik“, die wir durch die Implementierung einer Toiletteneinheit mit Modellcharakter in Sierra Leone verbreiten wollen. Aber wie soll solch eine Toilette eigentlich aussehen, bzw. wie funktioniert sie? 

Hier eine kurze Beschreibung:

Die Trockentrenntoiletten-Technik beruht auf dem Prinzip der konsequenten Trennung von Urin und Kot ab dem Benutzer. Beide Bestandteile werden anschließend getrennt behandelt und hygienisiert um sie sicher als Dünger bzw. Bodenverbesserer einsetzen zu können.

Zur Trennung benutzen wir eine spezielle Hockschale mit getrennten Öffnungen für Urin und Kot. Da in Sierra Leone das Benutzen von Hocktoiletten, gerade in den ländlichen Regionen üblich ist, bedeutet die Trenntoilette so keine große Umstellung für die Menschen vor Ort.

Der Urin eines gesunden Menschen kann als steril und somit als nicht gesundheitsgefährdend angesehen werden. Deshalb ist der Aufwand zur Hygienisierung weitaus geringer als beim Kot. Um den Urin also als Dünger einsetzen zu können, reicht es aus, ihn über einen Zeitraum von einem Monat luftdicht zu lagern. Durch einen natürlichen Zersetzungsprozess wird während dieser Zeit Ammonium frei. Der pH-Wert steigt auf über 10pH an. Somit können alle Bakterien die z.B. durch eine versehentliche Kontaminierung mit Kot in den Urinbehälter gelangt sind, abgetötet werden. Anschließend kann der Urin direkt oder mit Wasser verdünnt als Dünger auf den Feldern ausgebracht werden. Dabei befinden sich im Urin dieselben Nährstoffe wie handelsübliche Dünger, z.B. NPK oder Urea. 

Generell sind im Urin ca. 80% der vom Menschen ausgestoßenen Nährstoffe enthalten, im Kot dagegen nur 20%. 

Kot ist allerdings unbehandelt durch seine hohe Bakterienbelastung sehr gesundheitsgefährdend. Wodurch in Regionen ohne adäquate Sanitärversorgung oft die Verbreitung von Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Cholera verstärkt wird. Die Hygienisierung des Kots ist also von großer Wichtigkeit. In einer Trockentrenntoilette wird der Kot durch konsequente Trocknung behandelt. Hierzu wird nach jedem Toilettengang Asche in die Kotkammer der Toilette gegeben. Zudem ist die Kotkammer belüftet, so dass der Kot über den Zeitraum von 6 Monaten auf einen Feuchtegehalt von 25% getrocknet wird.

Bei einer so geringen Feuchte können Bakterien und andere Pathogene nicht dauerhaft überleben. Außerdem verhindert die Trocknung einen unangenehmen Gestank in der Toilette. 6 Monate nach dem letzten Befüllen kann das Kot-Asche-Gemisch, das nun eher den Anschein von frischem Boden hat, als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Um die Toilette ganzjährig benutzen zu können besitzt sie jeweils zwei Kammern. Es wird immer eine Kammer gefüllt, während in der anderen der Kot durchtrocknet.

23.07.2014 21:02, Philipp Blanke

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