Ihre Spende hilft!

Previous Next

Blog des Projekts Tansania: Sauberes Wasser für Kabanga

22.06.2020 // 22:45

Die Ausgangssituation in Tansania (3/5)

Previous Next

Es gab eine Zeit, in der mein Traumjob nach dem Abschluss nach Afrika ging und Brunnen bohrte, um den Menschen Trinkwasser zu geben. Im Moment habe ich eine gewisse negative Wahrnehmung gegenüber diesen Menschen und Organisationen. Als ich nach Tansania kam, gefiel mir die Information, dass die tansanische Regierung versucht, den Bau neuer Brunnen zu vermeiden und stattdessen die Qualität des Oberflächenwassers zu gewährleisten. Es gibt viel Regen und Flüsse, warum also nicht das, was einfach verfügbar ist, schützen, anstatt etwas zu öffnen, das ist nur eine weitere Quelle, die geschützt werden muss? Wenn Sie nicht wissen, wie man mit den einfach verfügbaren Quellen umgeht, wie werden Sie dann mit etwas umgehen können, das Sie nicht einmal sehen können?

So war ich sehr erfreut über die tansanische Agenda, aber viele der Wohltätigkeitsorganisationen bauten immer noch neue Brunnen. Glücklicherweise wird das Grundwasser aufgrund der Regenmenge noch ausreichend wieder aufgeladen. Dies ist jedoch wieder einmal ein Beweis für ethnozentrische Ansätze, die die lokale Agenda nicht respektieren und sogar untergraben.

Um einen Überblick über die regionale Situation und die effektivsten Möglichkeiten zur einfachen lokalen Stärkung und schnellen Verbesserung zu erhalten, habe ich so genannte "WASH-Baseline-Assessments" durchgeführt. Befragung von Menschen über ihre Situation, was sind ihre Probleme, was denken sie, was sollte getan werden und wie, was fehlt.

Auch wenn ich in fast jedem Land, in dem ich diese Bewertungen durchgeführt habe, noch nie einen so dringenden Bedarf an finanzieller Hilfe gefunden habe wie dort. Aufgrund der fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten und der fehlenden Infrastruktur müssen die Menschen unter dem 1 Dollar pro Tag leben, was für neue Infrastrukturen wirklich nicht viel übrig lässt. Ich habe herausgefunden, dass die meisten Arbeitsplätze bei den NGOs dort auch an Ausländer gehen, die ihre eigenen importierten Materialien verwenden.

Die Wasser- und Sanitärprobleme wurden alle durch einen Mangel an Infrastruktur verursacht. Allerdings war ich sehr beeindruckt von dem Grad der Kreativität. Die Gemeinden hatten selbst gebildete Wasserkomitees, halfen beim Bau eigener Toiletten und vermittelten den Menschen die wichtigsten Botschaften wie "Kochen Sie das Wasser, bevor Sie es trinken" und "Benutzen Sie die Toilette und nicht den Busch".

Die in den Interviews gesammelten sozialen Daten und Gemeinde-interne Erkenntnisse sowie die Wirtschafts- und Regierungs-Situation rund um die Wassersituation waren für die Suche nach einer effektiven Lösung viel wichtiger als die technische Situation.

Weitere Blog-Einträge


03.09.2020 // 21:01

Baubeginn in Sicht

Ende August haben wir unser erstes großes Spendenziel erreicht. Somit konnten wir bereits 3000€ an HCI (Help Communities Initiative), unseren Partner vor Ort, überweisen...

Mehr erfahren

22.06.2020 // 22:52

Fortführung des Projekts „Sauberes Wasser für Kabanga“ trotz Corona gesichert!

Die Ausgangssituation bei diesem Projekt ist Folgende: Kabanga ist eine Kleinstadt mit ca. 14.000 Einwohnern in der Region Kigoma im Osten Tansanias. Die Bevölkerung ist...

Mehr erfahren

22.06.2020 // 22:48

Unser Projekt in Kabanga (5/5)

Mit Ingenieure ohne Grenzen e.V. in Kaiserslautern und HCI zusammen haben wir uns daher in Kabanga zu einem neuen Projekt entschlossen. Als gleichwertige Partner können...

Mehr erfahren

22.06.2020 // 22:47

Was bisher schief gelaufen ist (4/5)

Wie bereits erwähnt, wurde die beste Infrastruktur in den Flüchtlingslagern gefunden. Das Dorf, über das ich jetzt sprechen werde, Kabanga, ist abhängig von offenen...

Mehr erfahren

22.06.2020 // 22:43

Was mich zum Handeln bewegte (2/5)

Ich sollte wahrscheinlich mit einer kurzen Einführung beginnen: Kasulu ist eine Stadt nahe Kigoma im äußersten Nordwesten Tansanias, nahe der Grenze zu Burundi. Die...

Mehr erfahren

22.06.2020 // 22:41

Wie alles anfing (1/5)

Mein Name ist Julia Bauer, ich bin Hydrogeologin und ausgebildet im Bereich WASH („water, sanitation and hygiene") und Entwicklungshilfe und habe die letzten 4 Jahre in...

Mehr erfahren

17.05.2020 // 00:01

Neues aus dem Homeoffice

Nach anfänglichen Zweifeln und vielen Fragen, was Covid-19 für uns bedeutet haben wir inzwischen unseren Krisenmodus gefunden. Wir haben uns eingestanden, dass eine...

Mehr erfahren

23.03.2020 // 15:56

WASH Workshop

Ein anstrengendes und lehrreiches Wochenende geht zu Ende. Am 7. -8. März haben sich Projektteams aus ganz Deutschland von Ingenieure ohne Grenzen zum...

Mehr erfahren