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Blog der Regionalgruppe Ulm

09.03.2016 // 14:36

Bericht von der 5. Internationalen Konferenz „Solar cooking–drying – farming”

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23.05.2013 08:21

Karsten Dreimann

Am 10. / 11. 05. habe ich für das Technikteam der Ulmer Regionalgruppe an der 5. Internationalen Konferenz “Solar cooking, drying, farming and gardening” in Wietow teilgenommen. Bereits am Bahnhof “Dorf Mecklenburg” wurde ich von Dr.-Ing. Brigitte Schmidt, die das  Solarzentrum Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit ihrem Mann Dr.-Ing. Dietmar Schmidt betreibt, herzlich empfangen.

Das Solarzentrum

Ein Vorgeschmack für das, was den Besucher des Solarzentrums erwartet, ist der einige hundert Meter vor dem Gebäude des Solarzentrums befindliche Kunstwindpark, insgesamt vier Windturbinen mit einer maximalen Leistung von zusammen 2 MW. Anders als bei anderen Windkraftanlagen sind die unteren Bereiche der Pylone nicht in Grünabstufung gehalten, sondern kunstvoll mit Gemälden verziert. Das erste, was man dann von dem Solarzentrum selber sieht, ist der Solarcarport wenige Meter vor dem Gebäude. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie unauffällig jeder an seinem Haus die Solartechnik integrieren lässt. So sind auf die Flachdächer des Carports und der Garage spezielle Dünnschichtsolarzellen angebracht worden, die sich optisch nicht von dem umgebenden Metall abheben. Der Platz wird im Dunkeln mit Solarleuchten beleuchtet und die Abgrenzungen der einzelnen Parkplätze besteht aus kleinen Solarpflastersteinen. Von dem Solarzentrum selber wird zuerst das große Solarsegel sichtbar, welches automatisch in zwei Achsen am Sonnenstand ausgerichtet wird. Das Hauptgebäude des Solarzentrums ist ein winkeliger Bau, der eine perfekte Symbiose aus moderner Technik und altem Landgutcharme darstellt. Die an der Front angebrachten Fensterläden sind speziell angefertigte Solarmodule, welche sich bei Bedarf abnehmen lassen. Das Dach ist ebenfalls mit Solarmodulen gedeckt, die optisch an die normalen Metallschindeln angepasst wurden und so eine einheitliche Dachfläche bilden. Die Fensterhöhlen des Gebäudes werden sämtlichst durch je zwei im Abstand von etwa 15 bis 20cm angebrachte Fenster geschlossen und die Dämmung erfolgte ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen. Der Anteil des Warmwasserbedarfs, der nicht durch das mit einem 10m³ messenden Wasserspeicher gepufferten Solarthermiesystems erzeugte werden kann, wird durch eine Pelletheizung erzeugt, die sich alternativ auch mit Scheitholz befeuern lässt. Betritt man das Gebäude durch die Haupteingangstür, so fällt einem direkt der alte, offensichtlich nicht mehr benutzte, Kamin zur Rechten auf. Die Haustechnik ist, wie es das Gebäude bereits von außen erwarten lässt, nichtsdestotrotz sehr ausgefeilt und umfasst unter anderem sieben verschiedene Zonen, in denen Werte für die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit aufgezeichnet werden. Aber auch die CO2-Konzentration wird in einigen Räumen gemessen und dient dort der Regelung der Lüftung. Die rückwändige Fassade ist durch eine zweite Glasfassade in einem Abstand von etwa 3 Metern umschlossen, der dadurch entstehende ungeheizte Raum dient einer zusätzlichen Isolierung und dem Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen.

 

Hinter dem Haupthaus befindet sich ein komplett solarbetriebenes Gewächshaus, dessen Außenwand aus Luftkissen spezieller Folie besteht. In dem experimentellen Aufbau existieren vier verschiedene Klimazonen, je eine mit den klimatischen Bedingungen Nord- und Südeuropas, Afrikas und der Tropen. Eine fünfte Zone mit Bedingungen wie in der Tundra befindet sich zur Zeit noch im Aufbau. Der Betrieb wird durch spezielle Fresnellinsen ermöglicht, die das einfallende Sonnenlicht auf wassergekühlte Photovoltaikmodule bündeln. Die Wärmeenergie wird im Sommer in insgesamt vier Warmwassertanks gespeichert und kann so über den Winter “gelagert” werden. Im Winter werden in speziellen Außentanks 120 m³ kaltes Wasser gesammelt und dienen so der Klimatisierung.

Schon der Donnerstagabend ist sehr interessant, ein Teil der Teilnehmer ist bereits jetzt angereist und es findet ein reger Austausch statt. Es gibt selbstgemachte Desserts und Kuchen. Prof. Celestino Ruivo, der am folgenden Tag einen Vortrag zu von ihm entwickelten Trichterkochern halten wird, hat aus Portugal speziellen “Solarcake” mitgebracht. Eine der Zutaten ist das selbstgemachte Johannesbrotkernmehl, welches er von den beiden Bäumen auf seinem Grundstück hergestellt hat.

Die Konferenz

Am nächsten Morgen beginnt um 10 Uhr der offizielle Teil der Tagung nach dem gemeinsamen Frühstück. Zuerst erfolgt die offzielle Begrüßung aller Teilnehmer und eine kurze Vorstellung des Solarzentrums durch Frau Schmidt. Anschließend folgen die Vorträge der Teilnehmer, in denen über urbane Landwirtschaft, solares Kochen und Solartechnik im Allgemeinen berichtet wird. In der urbanen Landwirtschaft, die von Prof. Dr. Köhler, Sven Reumann und Katrin Milan vorgestellt wird, geht es zum einen um die Nutzung von Dach- und anderen Freiflächen als Grün- und Anbaufläche von Gemüse. Eine weiterentwickelte Möglichkeit ist aber auch das "Vertical farming", in denen spezielle Treibhauskonstruktionen aus Platzspargründen in die Höhe gebaut werden, und die somit gerade den Einsatz in stadtnahen Gebieten ermöglichen.

 

Die Referenten zum Thema Solarcooking sind, neben unserem Beitrag, Prof. Ruivo und Dr. Hartmut Ehmler. Prof. Ruivo hat in seiner Heimatstadt Faro in Portugal bereits eine Reihe von Solarkochern konstruiert und zum Teil auch ins Ausland exportiert. Sein Spezialgebiet sind die leicht zu errichtenden Trichterkocher. Seine ersten Konstruktionen bestanden aus einfacher Alufolie oder Rettungsdecken, die auf Wellpappe geklebt wurde. Die Weiterentwicklung, die er auch zur Zeit noch vertreibt und zu deren Nachbau er animiert, besteht aus einer Plastikpappe ähnlich der Wellpappe, die mit Folie mit einem hohen Reflektionsgrad bezogen wird. Für den so von ihm gebauten Kocher hat er eine Leistung von etwa 150 Watt ermittelt. Aber auch stationäre Konstruktionen gehören zu seinem Repertoire, so hat er einen Parabolkocher mit einem Betongerüst konstruiert, welches mit einfachen Spiegelscherben „gefliest“ wurde. Dieser Kocher hat eine Leistung von etwa 400 W. Eine entsprechende Konstruktion für Trichterkocher existiert ebenfalls. Um auch an Tagen mit wenig Sonnenschein kochen zu können, wurde dieser weiterentwickelt. In den Sockel kann nun ein sogenannter Rocket-Stove, ein hocheffizienter Holzkocher, eingepasst werden. Der zweite Beitrag über solares Kochen war von Dr. Ehmler, den wir bereits auf der Solarkocherkonferenz in Altötting kennengelernt haben. Er hat seinen "Campingsolarkocher", der sich auch für nördliche Breitengrade gut eignet, vorgestellt. Mittlerweile hat er zwei verschiedene, leicht portable, Modelle entwickelt. In dem Fokus des einen steht eine zylinderförmige Kochvorrichtung mit einem Volumen von etwa 1l und einem integrierten Thermometer. Die andere Konstruktion verwendet einen herkömmlichen, schwarz eloxierten Campingkocher, wie er zum Beispiel von der Firma Trangia vertrieben wird. Dadurch ist auch bei diesem Kocher ein Einsatz ohne Sonne möglich, außerdem können so zwei Töpfe übereinander gestapelt verwendet werden.

Mittags gibt es ein üppiges Büfett mit verschiedenen Gemüsesorten, Rosmarinkartoffeln und Hähnchenfilets. Natürlich darf auch das „Solarfood“ nicht fehlen, es gibt solar gekochte Kartoffeln mit Bacalhau. Hierbei handelt es sich um gesalzenem Trockenfisch, der einige Tage vorher gewässert werden muss. Die portugiesische Spezialität enthält außerdem noch verschiedene Gemüsesorten und Gewürze. Natürlich gibt es als Nachtisch weiteren, frisch gebackenen „Solarcake“. Danach erhalten wir eine Führung durch das Gewächshaus, welche mit einer sehr interessanten und ausführlichen Beschreibung der Technik verbunden ist. Anschließend erfolgen die letzten Vorträge mit der Projektidee einer Aquaponikanlage von Brigitte und Dietmar Schmidt. Hierbei soll in den verschiedenen Klimazonen des Gewächshauses eine Fischfarm integriert werden. Der Nahrungskreislauf dieser Farm wird mit dem Düngemittelkreislauf des Gewächshauses kombiniert. Der Abend wird für Diskussion genutzt.

 

Das Freizeitprogramm am Samstag

Am Samstag stehen uns zwei verschiedene Aktivitäten zur Auswahl, einerseits kann die Ostseeinsel Poel besucht werden. Zum Anderen wird der Bau von Solarkochern angeboten. Ich entscheide mich für den Solarkocherbau, wie oben beschrieben einen einfachen Trichterkocher aus Wellpappe mit einer Rettungsdecke als Reflektionsfolie. Leider war das Wetter in den letzten Tagen nicht so gut, dass man ihn hätte ausprobieren können. Am Nachmittag endet dann das offizielle Programm der Tagung.

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