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Blog des Projekts Nepal: Wiederaufbauhilfe in Lurpung

22.08.2017 // 19:05

"Aufbauhilfe in Nepal ist angelaufen"

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Folgenden Artikel veröffentlichten die Nordbayerischen Nachrichten am 21.08.2017:

HEMHOFEN - "Es gibt noch viel zu tun", sagt Christoph Volkmar aus Hemhofen über sein Hilfsprojekt in Nepal, das zum Ziel hat, zerstörte Häuser wieder erdbebensicher aufzubauen. Am vergangenen Sonntag flog der Architekt im Ruhestand erneut für vier Wochen nach Kathmandu, um das Projekt im Dorf Lurpung weiter voranzutreiben.

Schon drei Mal war Christoph Volkmar für die Hilfsorganisation "Ingenieure ohne Grenzen" in Nepal (wir berichteten). Im Dorf Lurpung im Distrikt Kavre, dessen Häuser – wie in vielen Orten in Nepal – beim Erdbeben 2015 schwer beschädigt wurden, hat der 72-Jährige mit weiteren Helfern inzwischen zwei Bauprojekte angestoßen. Zum einen wird gerade zusammen mit einheimischen Handwerkern ein Haus für Lehrer erdbebensicher neu aufgebaut, zum anderen wird ein öffentlich genutztes, beim Erdbeben leicht zerstörtes Wohnhaus hergerichtet.

"Wir versuchen die regionale Bauweise mit neuen technischen Baumethoden zu kombinieren, damit die Gebäude künftig erdbebensicherer werden", erläutert dazu August Sensing, Elektroingenieur im Ruhestand, der im Dezember 2016 und nochmals letzten März bis April zusammen mit Volkmar in Nepal war.

Ziel der Aktionen sei immer, den Menschen vor Ort zu zeigen, wie man erdbebensicher bauen kann, damit diese dann ihr Wissen auch an Einheimische in anderen Dörfern weitergeben können und damit möglichst viele Leute ihr eigenes Haus selbst herrichten können. "Der Bedarf wäre sehr groß", weiß Volkmar. Außerdem werden die einheimischen Arbeiter bezahlt, sodass die Wertschöpfung im Dorf bleibe.

Eigentlich sollten beide Projekte in Lurpung bis Mitte August fertig sein, doch jetzt verschiebe sich es bis Mitte November. "Das ist den Verhältnissen dort geschuldet. In Nepal gibt es sehr viele Feiertage und dann sind die Arbeiter plötzlich alle verschwunden." Geplant war auch, dass die Baumaßnahmen kontinuierlich von ehrenamtlichen Experten über "Ingenieure ohne Grenzen" begleitet werden. "Inzwischen waren sieben Leute vor Ort", so Volkmar. Weil durch die längere Bauzeit nun Freiwillige fehlen, habe man ein nepalesisches Ingenieurbüro eingeschaltet, das die Arbeiten im Dorf koordiniert und kontrolliert. Ab Ende August ist der Rentner aber selbst wieder vor Ort.

Fertig bis zum Obergeschoss

Kurz vor seiner Abreise wirkt der Architekt zuversichtlich. Trotz der Zeitverzögerung seien die Arbeiten an beiden Häusern in Lurpung fortgeschritten. Das Wohnhaus, das aus Naturstein besteht, sei bis zum Obergeschoss fertig. Jetzt fehle nur noch der Ringanker, der das Gebäude erdbebensicher macht. Auch das Lehrerhaus sei bis zum ersten Stock schon fertig gemauert. "Ich habe aber noch viel zu tun", sagt Volkmar. So müsse er bei seinem jetzigen Aufenthalt abklären, wie die Dachkonstruktionen gebaut werden sollen. "Eigentlich wollten wir Holz verwenden, aber das ist Mangelware. Daher müssen wir jetzt Stahl nehmen." Ferner gehe es um Entwässerung, Zisterne, Elektroinstallationen, Warmwasserversorgung für Duschen und den Bau rauchfreier Öfen, zählt Volkmar auf.

"Wir müssen schauen, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort für die Leute verbessern, damit nicht mehr so viele abwandern und im Ausland arbeiten", verdeutlicht er. Dazu gehöre, dass das Wohnhaus, das auch von Reisegruppen genutzt werde, mit guten Sanitäreinrichtungen ausgestattet werde. "Dadurch kommt etwas Geld ins Dorf."

Gleichzeitig will Volkmar mit der Bevölkerung vor Ort und dem Lehrstuhl für erdbebensichere Baukonstruktion ein Konzept entwickeln, wie es mit der statischen Ertüchtigung der Häuser im Dorf weiter gehen soll.

Ist das Konzept auch von nepalesischen Behörden abgesegnet, will sich Volkmar beim deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um Fördergelder bewerben. "Damit könnten dann weitere Dörfer in der Region solche Haussanierungen durchführen", hofft der Architekt aus Hemhofen. "Damit unsere Ideen in Nepal weiter multipliziert werden", fügt Sensing an. Schließlich gebe es noch jede Menge zu tun.

Mehr Infos unter: https://ingenieure-ohne-grenzen.org/de/projekte/npl-iog12. Wer helfen möchte, kann spenden an: Ingenieure ohne Grenzen, Verwendungszweck Nepal Wiederaufbauhilfe, Projektkennung IOG-NPL12, IBAN: DE 89 533 500 001 030 333 337, BIC: HELADEF1MAR, Sparkasse Marburg-Biedenkopf. 

MARIA DÄUMLER                                      NORDBAYERISCHE Nachrichten                                    

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