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Blog des Projekts Nepal: Wiederaufbauhilfe in Lurpung

22.03.2017 // 00:27

Arbeiten kommen endlich richtig in Gang

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20.03.2017

Trotz der von verschiedenen Parteien angesagten Streiks und Kundgebungen macht sich unser Projektleiter Christoph, zurückgekehrt nach Kathmandu, in Begleitung von Daniel und Leo vom Wasserprojekt am Freitagmorgen, 10.03. zu einer weiteren Einkaufstour auf.

Nach einem weniger erfolgreichen Besuch beim Schlosser werden sie in der „Maschinen-Einkaufsstraße“ fündig, kaufen eine Handkreissäge, tauschen die falsch gekaufte Gewindeschneiderbox zurück und erwerben passende Gewindeschneider.
Auch können passende Abwasserrohre für den Badanbau des Wohnhauses besorgt werden.

Am Abend gibt es Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Gerhard von unserer Regionalgruppe, der wegen eines Projekts von SES gerade ebenfalls in Kathmandu ist.

Das Wetter ist den ganzen Tag durchwachsen – bewölkt, ab und zu Regen, später heftige Gewitter, nachts Hagelschauer. Die Rückfahrt durch die Dunkelheit wird ein Abenteuer. Der Fahrer in seinem klapprigen Taxi klebt hinter der Fensterscheibe, aus den Pfützen spritzt das Wasser hoch.

Am Samstag, 11.03. fährt Christoph morgens zum lokalen Schreiner, um ein Angebot für Fenster, Türen und Treppen einzuholen. Unser örtlicher Ansprechpartner NirDhoj will sich um ein weiteres Angebot kümmern.

Am Sonntag, 12.03. ist das Wetter endlich wieder schön. Das ist auch wichtig, denn die Nepalis feiern den Frühlingsanfang mit dem so genannten Holifest – dem Farbenfest.
Vorsichtshalber trauen sie sich daher erst mittags auf die Straße. Dort wird getanzt, sich gegenseitig mit Farbe beschmiert und laut gefeiert. Die meisten Läden haben geschlossen, sogar im Touristenviertel Thamel. Auch unsere Drei können einer „Farbtaufe“ nicht entgehen. Sie machen einen Ausflug nach Swayambhunath, einem der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer Nepals.

NirDhoj schiebt den Baustart für das Lehrerhaus in Lurpung weiterhin hinaus. Begründung: sie haben dort (noch immer) kein Wasser!

Am Montag, 13.03. geht es wieder zurück nach Lurpung, wo erneut ein kalter Wind bläst. Zum ersten Mal seit Tagen ist wieder die Himalaya-Kette zu sehen. Im Jeep waren zwei Verwandte von NirDhoj mitgefahren, einer war 26 Monate in Dubai beschäftigt, der andere in Katar.

Dienstag, der 14.03. ist der achte Tag ohne Wasser in Lurpung. Zumindest scheint die Sonne.

Nach einigen administrativen Arbeiten werden die falsch gebohrten Eisen nachgearbeitet: Bohrlöcher aufbohren, Bohrlöcher senken, falsche Löscher neu bohren, Rostschutzanstrich. Gemeinsam werden Gewinde auf die Rundstäbe geschnitten.

Dann stellt Christoph noch fest, dass ein Teil des an der Schule lagernden Materials, das beim Training Ende Februar genutzt wurde, nicht mehr vorhanden ist. Er reklamiert dieses beim verantwortlichen Vorarbeiter Mangal und fordert, dass das Baumaterial umgehend sicher verschlossen verwahrt wird.

Später kommt das Wasserkomitee nach viertägigem Einsatz zurück. Sie haben ein verstopftes Rohr geortet und verschiedene Schäden repariert. Die Rohrleitungen mussten mehrfach aufgetrennt werden, notdürftige Reparatur durch Stumpfstoßverschweißen mit Feuer.
Am folgenden Tag gibt es dann endlich wieder Wasser!

Auch von Mittwoch, 15.03. bis Freitag 17.03. bleiben die mehrfach zugesagten weiteren Arbeitskräfte aus. Angeblich werden sie an anderen Baustellen benötigt.

Immerhin arbeiten die zwei Arbeiter, die bereits zuvor dort mit Abrissarbeiten beschäftigt waren, an der Wohnhaussanierung weiter. Vorläufig bleibt es aber beim Badanbau, weil für die statische Ertüchtigung des Gebäudes noch Teile bzw. Werkzeug fehlen.

Am Samstagabend, 18.03. tauchen endlich drei Worker auf, die uns ab sofort unterstützen werden. Sie sollen am Sonntag bei der Wohnhaussanierung eingesetzt werden und am Montag mit dem Lehrerhaus beginnen. Es sollen noch zwei weitere Worker dazu stoßen.

Heute wurde der Grundstein für den Badanbau des Wohnhauses gelegt, das musste selbstverständlich gefeiert werden.

Am Sonntag, 19.03. findet eine spontan angesetzte Dorfversammlung statt. Hierbei sollen Fragen zum Lehrerhaus mit der Bevölkerung geklärt werden. Ca. 25 Personen sind anwesend, denen gegenüber wir unsere Erwartungen der Bevölkerung gegenüber nochmals äußern können, sich möglichst aktiv an den Baumaßnahmen zu beteiligen. Wir hätten uns mehr positive Resonanz hierzu gewünscht – vielleicht liegt es auch an einer unzureichenden Vorbereitung der Versammlung und Information der Dorfbewohner durch unseren örtlichen Partner oder am Sprachproblem.
Wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenken die Bewohner dem Vortrag von Leo bezüglich des Wasserprojektes: Wasserressourcen und -Management.

Der Badanbau des Wohnhauses kommt durch die zusätzlichen Arbeitskräfte einen großen Schritt voran. Das Fundament wird größtenteils fertiggestellt.

Am Montag, 20.03. wird endlich mit dem Lehrerhaus begonnen, insgesamt sind 5 Worker tätig, häufig unterstützt durch Mangal, den Vorarbeiter, der auch dafür ausgebildet wurde. Als Erstes wird der Bauplatz eingeebnet und das Gelände angeglichen. Wir sind froh, dass es nun vorangeht!

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