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Blog des Projekts Forschungsprojekt: Solarthermische Wasserdesinfektion

20.01.2020 // 22:10

Ankunft und Projektstart am Malage VTC

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Hallo, mein Name ist Gasianus L. Senzighe. Ich bin 63 Jahre alt und leite eine Berufsschule, das Malage Vocational Training Center, in meiner Heimat Mwanga, Kilimanjaro, Tansania. 1982 kam ich im Rahmen meiner Berufslehrerausbildung nach Deutschland und konnte Berufserfahrungen bei verschiedenen deutschen Automobilherstellern sammeln. Nach meiner Rückkehr nach Tansania war mir klar, dass ich mein Wissen gerne an meine Mitmenschen weitergeben will und habe eine eigene Berufsschule eröffnet. Im Jahr 2014 kam ich noch einmal nach Deutschland und wurde auf das SoWaDi-Projekt in Darmstadt aufmerksam gemacht. Ich finde, dass das Thema sicheres Wasser sehr wichtig ist und noch zu wenig ernst genommen wird, da die Menschen hier oft nur mit Keimen belastetes Wasser zu sich nehmen. Mich hat die SoWaDi-Anlage beeindruckt, da sie mit Sonnenenergie funktioniert und nicht auf teure Materialien, wie Brennholz oder Gas, zum Betreiben angewiesen ist. Deswegen begleite ich das Projekt seither. 

Nachdem meine Schüler, das SoWaDi-Team und ich 2017 zwei Wasserdesinfektionsanlagen am Malage VTC zusammen aufgebaut haben, stand uns zumindest für einige Monate abgekochtes Wasser zur Verfügung. So konnten gerade diejenigen, die sonst keine guten Möglichkeiten hatten Wasser abzukochen, damit versorgt werden. Nun werden wir die Sonnenkollektoren mithilfe von Julius, Jonas und Edgar wieder richtig in Stand setzen, da im Laufe der Zeit einige Probleme aufgetreten sind.  

Vergangenen Montag, den 13.01.2020 kamen die drei wohlbehalten bei mir in Mwanga an, wobei Julius noch am gleichen Tag wieder zurück nach Moshi gefahren ist, um in den folgenden Tagen die weiteren Stationen der Ausreise zu erkunden und die dortigen Partner kennenzulernen. Am Dienstag haben Jonas, Edgar, die Berufsschüler und die Lehrer einander kennengelernt und im Rahmen eines Workshops das Thema sicheres Wasser und die SoWaDi-Anlage besprochen. Außerdem hat sich das Team formiert, das zusammen die Anlagen in Stand setzen wird. Zusammen haben sie die ersten Wasserproben genommen, um sicherzugehen, dass das zu behandelnde Wasser den Anforderungen genügt. Mittwochs haben Edgar, Jonas und das Team die beiden Anlagen inspiziert und eine Einkaufsliste für die Instandsetzung erstellt, sodass zwei meiner Schüler, unsere deutschen Gäste (Julius war mittlerweile wieder zu uns gestoßen) und ich am nächsten Tag die benötigten Baustoffe einkaufen konnten. So haben wir uns am Freitag daran gemacht, die erste Anlage wiederaufzubauen. Manches musste nochmal nachgekauft werden, was aber nicht schlimm war, da der Aufbau schneller ging als geplant. Am Sonntag habe ich das SoWaDi-Team mit zum wöchentlichen Treffen des Rotary Club Mwanga mitgenommen, in dem ich Mitglied bin. Es hat mich gefreut zu erfahren, dass der Rotary Club Darmstadt das Projekt ebenfalls unterstützt. Alles in allem macht es mich sehr glücklich zu sehen, dass die Herausforderungen und Probleme, die mit den SoWaDi-Anlagen aufgetreten sind, von allen Seiten so engagiert angegangen werden. Ich hoffe, dass meine Berufsschüler und die Lehrer weiterhin so gut in den Bau und die Details der Anlage eingebunden werden, damit sie auch in Zukunft in der Lage sind, die Anlagen selbstständig zu betreiben und zu warten. 

In der nächsten Woche wollen wir die beiden Kollektoren fertigstellen und testen, sowie deren Betrieb besprechen. Außerdem soll eine rege Kommunikation zwischen Mwanga und Darmstadt etabliert werden, bevor meine drei Gäste in Richtung der nächsten Station ihrer Ausreise aufbrechen. Für die Zukunft wünsche ich mir eine engere Partnerschaft, sodass der Austausch intensiver wird. Dadurch können wir weiterhin voneinander lernen und uns bei Problemen helfen. 

Meiner Meinung nach können künftig viele Menschen von dem SoWaDi-Projekt profitieren. Die technischen Herausforderungen werden immer besser verstanden und beseitigt, sodass der Aufbau in Zukunft robuster und hoffentlich ohne Probleme funktionieren wird. Um die gesammelten Erfahrungen weiterzugeben ist es mir wichtig, die Lehrer stark einzubinden, sodass auch weitere Generationen von Schülern mit der SoWaDi-Anlage vertraut gemacht werden. Es gibt mir große Hoffnung, dass bereits einige Schüler und Lehrer signalisiert haben, das Projekt in ihrer Heimat vorstellen und vielleicht sogar umsetzen zu wollen.  

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